Beric-Gerüchte und neue Euphorie sorgen für Unruhe

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Eigentlich befindet sich Rapid in einer beneidenswerten Position.

Mit den Leistungen der vergangenen Saison hat man nicht nur eine neue Euphorie entfacht, sondern auch Vorfreude auf eine neue Ära mit der Fertigstellung des Allianz-Stadions im Jahr 2016 geschürt.

Im Hintergrund wird mit Perspektive gearbeitet, der Kader wurde bisher zusammengehalten und zudem noch mit gezielten Neuerwerbungen verstärkt.

Und trotzdem sind es die beunruhigenden Nebengeräusche, die derzeit unumstritten Rapid und das ganze Umfeld beschäftigen. Auf der einen Seite wegen Robert Beric, auf der anderen durch die neue Last des ausgelösten Booms.

Dem Trubel und Hype entfliehen

„In letzter Zeit war schon sehr viel Trubel“, muss Trainer Zoran Barisic zugeben und verweist auf viele Verpflichtungen und Veranstaltungen in den letzten Wochen.

Besonders erwähnenswert ist, dass man in der Vorbereitung aufgrund der Helene-Fischer-Konzerte im Ernst-Happel-Stadion ausweichen musste.

Abgesehen davon kann man sich den Schulterklopfern gar nicht mehr erwehren, der Zuspruch und der dadurch entstehende Druck werden immer größer. Ein Hype, den die unerfahrene Mannschaft bisher noch nicht kannte.

„Ich bin froh, dass wir jetzt auf Trainingslager nach Bad Zell fahren, um endlich in Ruhe arbeiten zu können.“

Kann Rapid Beric-Gerüchte ausblenden?

Doch es sind nicht nur die aufkeimenden Titelhoffnungen und großen Erwartungen, die bei Rapid für Unruhe sorgen.

Vor allem die Transfergerüchte um Robert Beric lösen ein Gefühl der Unsicherheit aus, wie es weitergehen soll.

Allgemein gilt für Barisic: „Gewisse Sachen müssen wir einfach ausblenden und von der Mannschaft fernhalten.“ Leichter gesagt, als getan.

Denn konfrontiert wird die Mannschaft ständig damit. Noch dazu handelt es sich mit dem 27-fachen Torschützen der Vorsaison um einen wichtigen Leistungsträger.

„Natürlich kriegen wir das mit“

„Wir kriegen sehr viel über die Medien mit, ob im Internet oder in der Zeitung. Überall steht natürlich etwas über ihn oder Rapid. Aber wir Spieler reden in der Kabine sehr wenig darüber, da wir mitten in der Vorbereitung stecken und unsere Energie woanders zu verbrennen haben“, verrät Mittefeld-Stratege Stefan Schwab im Gespräch mit LAOLA1.

„Von uns Spielern hängt es sowieso nicht ab, ob er bleibt oder nicht. Der Verein wird sich das sehr gut überlegen und dann wird man sehen, welchen Weg er einschlagen wird. Aber natürlich ist das für uns noch nicht so belastend, weil wir derzeit nicht den Kopf haben, darüber nachzudenken.“

Readings „unmoralisches“ Angebot über 5,4 Millionen Euro veränderte die Vorzeichen im Fall des eigentlich unverkäuflichen Slowenen schlagartig. Doch auch Louis Schaub weiß:

„Wir können eh keinen Einfluss drauf nehmen. Wir nehmen es dann, wie es ist. Aber jetzt ist er noch Spieler bei uns und wir sind froh darüber. Wir wissen natürlich, dass er mit 27 Toren einen großen Anteil am Erfolg des letzten Jahres hatte.“

Keine Tendenz bei Beric zu erkennen

Im Testspiel gegen St. Pölten wirkte Beric vorsichtig, brachte sich nicht so wie gewohnt ins Spiel ein. Prinzipiell sei aber laut seinen Mitspielern nicht zu erkennen, dass der Stürmer schon mit Rapid abgeschlossen hätte.

„Robert ist generell ein sehr ruhiger Typ und lässt da sehr wenig raus. Ich weiß gar nicht, ob er überhaupt mit Spielern in der Mannschaft darüber redet. Ich glaube, er muss sich das selber sehr genau überlegen. In der Kabine kriegen wir da sehr wenig mit“, meint Schwab, der sich einen Verbleib seines Kollegen wünschen würde.

Noch scheiden sich die Geister, wie schnell der Beric-Deal abgewickelt werden könnte. Von „Es kann jetzt sehr schnell gehen“ bis hin zu „Die Entscheidung wird in den nächsten zwei bis drei Wochen fallen“ sind einige Varianten zu vernehmen.

Fakt ist, dass der nicht nur bei Reading heiß begehrte Angreifer schwer zu halten sein wird. Große hinterlassene Fußspuren wären die Folge.

Konzentration auf das Wesentliche

„Robert ist ein super Stürmer, hat sehr viele Tore für uns geschossen. Vor allem passt er sehr gut in unser System. Natürlich wäre es ein Verlust, aber ich will noch gar nicht darüber sprechen, weil er noch da ist. Ich glaube, der Verein ist sehr gut vorbereitet. Robert hat noch drei Jahre Vertrag, eine bessere Situation kann es für den Verein eh nicht geben“, gibt Schwab die Hoffnung nicht auf.

Andererseits wäre es förderlich, wenn so bald wie möglich wieder Ruhe einkehren würde. Schließlich gilt es, sich auf eine intensive Saison vorzubereiten und den hohen Konkurrenzkampf innerhalb des Teams anzunehmen.

Wie Schaub betont, haben sich die Neuzugänge Richard Strebinger, Philipp Huspek, Stefan Nutz, Stephan Auer und Tomi bestens integriert, die Kaderplanung ist prinzipiell abgeschlossen.

Nur ein Beric-Abgang würde neue Transfer-Aktivitäten auslösen.


Alexander Karper

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