Vogl: "Wir planen die Saison mit Moniz!"

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Ricardo Moniz wirkte am Donnerstag schon deutlich entspannter als am Sonntag.

In Wiener Neustadt, wo Salzburg den vierten Meistertitel in der Ära Red Bull auch rechnerisch fixierte, war der Niederländer noch stiller Beobachter der spontanen Titelsause.

Fast apathisch, ohne Lächeln nahm er den Jubel seiner Mannschaft zur Kenntnis.

Innere Freude bei Moniz

Vier Tage danach zeigte sich der 47-Jährige etwas gelöster, wenngleich er sich bei den Ehrenrunden durchs Stadion lieber im Hintergrund hielt.

„Es ist natürlich eine extreme Freude da, aber ich bin noch zu sehr in einem Tunnel drin, brauche noch Zeit, bis ich alles realisiere“, versuchte der Meistertrainer seine Zurückhaltung zu erklären.

Ein kleiner Stein dürfte Moniz aber im ganzen Meistertrubel doch vom Herzen gefallen sein.

Bekenntnis zum Trainer

Denn just als erneut Ablöse-Gerüchte im Stadion die Runde machten, sprach Peter Vogl ein Machtwort.

Salzburgs Geschäftsführer lieferte ein klares Bekenntnis zu Moniz ab: „Mit ist nicht ganz klar, wo die Gerüchte herkommen, dass Ricardo Moniz den Verein verlassen muss. Wir planen den Kader, wir planen die Saison selbstverständlich mit Ricardo Moniz. Wir werden mit ihm als Trainer in die kommende Saison gehen.“

Damit scheint vorerst Ruhe eingekehrt zu sein. Sehr zur Freude des Cheftrainers.

„Wenn mir der Verein jetzt das Vertrauen ausspricht, dann tut das sehr gut.“

Widerstand auch innerhalb der Mannschaft

Der Fußball-Fanatiker, der Tag und Nacht für den Verein lebt, musste in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken und hatte auch mit Widerständen innerhalb der Mannschaft zu kämpfen.

Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Mattersburg Anfang März soll laut „Kurier“ eine Gruppe von Spielern sogar das Gespräch mit Big Boss Dietrich Mateschitz gesucht haben – ein bislang einzigartige Aktion.

„Ich habe in den letzten Monaten viele Schläge kassiert. Das muss ich akzeptieren, weil ich in der Verantwortung stehe. Aber ich habe mentale Härte gezeigt“, so Moniz.

Großes Ziel: Champions League

Als Belohnung darf der Niederländer nun das große Ziel Champions League in Angriff nehmen.

Am 17./18. Juli steigen die „Bullen“ in der zweiten Quali-Runde ein, als größter Brocken wäre der norwegische Meister Molde möglich.

Die ganz großen Kaliber wie Basel, Anderlecht oder Celtic bleiben Maierhofer und Co. aber erspart, da Salzburg im Gegensatz zu den vergangenen Jahren auch im CL-Playoff gesetzt wäre.

Die Chance auf die Gruppenphase ist also größer denn je.

„Natürlich will man in die Champions League, wenn man schon die Qualifikation spielt. Aber diesen Rucksack werden wir uns bei der Kaderplanung nicht umhängen“, stellt Vogl klar.

Keine großen Veränderungen?

Salzburg wolle den eingeschlagenen Weg fortführen, die Legionärsanzahl weiter reduzieren, „es ist jedoch nicht gesagt, dass nur junge Österreicher den Kader verstärken bzw. ergänzen sollen.“

Zu große Veränderungen will der Ex-Ried-Präsident ohnehin nicht vornehmen – Kontinuität soll das neue Zauberwort sein.

„Es ist so, dass die Sache immer mehr zusammenwächst. Die Mannschaft hat sich gefunden, die Mannschaft und das Betreuerteam haben sich gemeinsam gefunden. Das ist im Verein feststellbar.“

Und letztlich auch an den Erfolgen.

Kurt Vierthaler

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