Baumgartner: "Ich fühle mich bereit für die Bundesliga"

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Alle Jahre wieder.

Bereits zum zweiten Mal in Folge steht Gerald Baumgartner mit einem Verein im ÖFB-Cup-Finale, zum zweiten Mal fordert der Trainer mit einem Nicht-Bundesliga-Klub den neuen Oberhaus-Meister.

Vor einem Jahr war dies mit Drittligist Pasching gegen die Austria der Fall, dieses Mal mit dem SKN St. Pölten gegen Salzburg. Pasching schaffte 2013 bekanntlich die Sensation und setzte sich mit 1:0 durch.

Baumgartner ist der Mr. Cup, hat bislang alle (!) seine 14 Spiele in diesem Bewerb für sich entschieden und liefert auch in der täglichen Arbeit gute Leistungen ab.

Mit Pasching verpasste der 49-Jährige nur knapp den Regionalliga-Meistertitel 2013, St. Pölten päppelte er in dieser Saison wieder gehörig auf.

Grödigs Angebot war „nicht stimmig“

Kein Wunder, dass auch die Bundesliga-Klubs auf diese Arbeit aufmerksam geworden sind. Grödig streckte bei seiner Suche für den Nachfolger von Adi Hütter die Fühler bei den Niederösterreichern aus. SKN-Vorstandsvorsitzender Gottfried Tröstl rekapituliert bei LAOLA1 das Salzburger Werben.

„Es hat seitens Grödig eine offizielle Anfrage gegeben, ob die Verantwortlichen mit ihm sprechen und verhandeln dürfen. Wir haben sie miteinander reden lassen und es hat dann auch ein Angebot gegeben, das war aber in Summe nicht stimmig für uns. Dann hat der Verein gesagt, dass für uns der Trainer so wichtig ist, dass wir unbedingt mit ihm den Weg weitergehen wollen.“

Baumgartner besitzt beim Erste-Liga-Klub einen Vertrag bis 2015 und würde folglich Ablöse kosten. Die haben die Salzburger offensichtlich nicht aufgebracht, CL-Teilnehmer Austria könnte die schupfen.

„Es hat überhaupt keine Anfrage seitens der Austria gegeben“, bestätigt Tröstl wie auch sein Coach, dass es keinen Kontakt mit den Wienern gib. Das könnte sich aber noch ändern.

FAK-Wunschkandidat ist allerdings Manfred Schmid, der gerade erst als Co-Trainer Peter Stögers mit Köln in die deutsche Bundesliga aufstieg.

Wieder Duell Schmid-Baumgartner?

Interessanterweise war das Austria-Urgestein, das mit 284 Pflichtspielen für die Violetten 271 mehr als Baumgartner absolviert hat, auch ein Kandidat für St. Pölten, nachdem man sich im Herbst von Martin Scherb trennte. Nun scheint es wieder ein Duell zwischen den beiden zu sein.

Baumgartner, Tröstl und SKN-Kapitän Tomasz Wisio

Sollte der Cup-Spezialist nicht als Nachfolger von Herbert Gager auserkoren werden, geht die Welt für eine der heißesten Trainer-Aktien auch nicht unter.

„Das Ziel, Bundesliga-Trainer zu werden, ist für mich klar vorgegeben. Das würde ich auch gerne mit St. Pölten umsetzen können. Ich möchte als Trainer mit der Mannschaft, die ich trainiere, erfolgreich sein, das ist derzeit der SKN St. Pölten.“

Schmidt lobt Baumgartner: „Kein Zufall“

Von seinem Salzburger Gegenüber am Sonntag im ÖFB-Cup-Finale (16:30 Uhr), Roger Schmidt, gibt es Lob. Angesprochen auf den Halbfinal-Sieg gegen Sturm meint der Bald-Leverkusen-Coach: „Das war die beste Mannschaft aus der zweithöchsten Liga, die ich bis jetzt gesehen habe. Ich habe da noch nie so ein Niveau gesehen, wo so dynamisch und aggressiv gespielt wurde.“

Das tut sichtlich gut. „Von Fachpersonen positiv beurteilt zu werden, ist immer etwas Besonderes und hoch einzuschätzen. In der Liga haben wir das nicht immer so wie etwa gegen Sturm zeigen können, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, antwortet Baumgartner auf das Lob von Schmidt.

Am Mittwoch gab es bei der finalen Pressekonferenz dann auch noch persönlich Rosen vom 47-jährigen Deutschen: „Er ist ein hervorragender Trainer. Er hat es mit seiner Mannschaft wieder ins Finale geschafft, hat das sehr gut hinbekommen, wenn man alleine sieht, wer letztes Jahr aller besiegt wurde. Das ist nicht Zufall.“

Egal, ob dank der Austria oder nicht: Baumgartner wird in der Bundesliga landen. Und das wäre sicher auch kein Zufall.

 

Bernhard Kastler

Die Niederösterreicher geben sich freilich zurückhaltend, wollen sie doch ihren Erfolgscoach halten, zwischen den Zeilen ist aber herauszulesen, dass sie nicht die größten Steine in den Weg legen würden.

„Mein Selbstverständnis als Vereinsvorstand ist, dass man bei einem Trainer, der auch viel für den Verein geleistet hat, bei einer Top-Chance intensiver darüber nachdenken muss, um für beide Seiten eine richtige Entscheidung zu treffen“, hält Tröstl diplomatisch fest.

Heißt: Wenn die Austria Baumgartner als Trainer wirklich will, wird sie ihn auch bekommen.

Baumgartner ist für die Bundesliga bereit

Der Protagonist gibt sich noch diplomatischer, will jedoch langsam aber sicher auch den Sprung ins Oberhaus schaffen. „Ich fühle mich bereit für die Bundesliga. Ich bin auch von St. Pölten geholt worden, um den Verein in die Bundesliga zu führen“, sagt der 49-Jährige gegenüber LAOLA1.

Wäre er für die Austria bereit?

„Ich bin bereit, eine Mannschaft weiterzuentwickeln, Spieler weiterzuentwickeln. Das habe ich in den letzten Jahren bewiesen. Ich komme auch aus der Salzburger Entwicklungsschiene, wo ich sehr viel lernen konnte. Ich beschäftige mich aber aktuell nicht mit Dingen, die ich nicht beeinflussen kann.“

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