Kienast: "Wir können jeden ersetzen"

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Helden aus der zweiten Reihe.

Roman Kienast und Alexander Grünwald avancierten am Wochenende beim 3:0-Erfolg der Austria gegen Wiener Neustadt mit ihren Treffern zu den violetten Matchwinnern.

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Einwechselspieler eine Partie entschieden haben. Auch Marko Stankovic glänzte heuer schon in der Rolle des Jokers, erzielte etwa beim 1:0-Heimsieg gegen die Admira im August kurz nach seiner Einwechslung das Goldtor.

Und gerade der große und ausgeglichene Kader ist das aktuelle Erfolgsgeheimnis.  „Bei uns ist egal, wer ausfällt – wir können jeden ersetzen“, stellt Kienast im Gespräch mit LAOLA1 fest.

Motiviert statt fustriert

Die Qualität fördert den Konkurrenzkampf, was wiederum die Leistung steigert. Alle ziehen mit, keiner ist frustriert, sondern voll motiviert – auch weil Trainer Peter Stöger jedem eine faire Chance einräumt.

„Jede gute Leistung bringt jeden einzelnen Spieler näher an die Startformation. Ich mache mir das Leben nicht schwer. Es macht mich glücklich, dass ich in der Lage bin, solche Spieler zu bringen, wenn ein Spiel nicht läuft. Das ist die Tatsache, dank der wir ganz oben stehen. Wir werden jetzt aber nicht überheblich, sondern müssen schauen, dass wir diesen Level halten können“, erklärt der Chefcoach.

Vollgas im Training

Wie sehr in Favoriten um einen Platz in der Startelf gekämpft wird, zeichnet sich bereits unter der Woche  ab.

„Im Training geht es zur Sache, viele Spieler raufen um ein Leiberl. Es ist ganz wichtig, dass sich keiner hängen lässt. Alle sind wichtig bei uns. Das ist keine Floskel. Bei uns fällt immer wieder jemand aus. Sein Ersatz vertritt ihn aber immer ausgezeichnet. Derjenige, der ausfällt, muss dann wieder kämpfen, dass er wieder ins Team kommt. Das zeichnet uns derzeit aus“, bestätigt Kapitän Manuel Ortlechner.

Die richtige Elf zu bringen, ist für Stöger dennoch nicht immer einfach. „Was es für mich schwierig macht, ist die menschliche Komponente. Es sitzen viele Leute draußen, die es sich verdient hätten, in der österreichischen Bundesliga zu spielen. Aber das ist bei Austria Wien nicht immer möglich“, gesteht Stöger.

Grünwald blüht auf

Als bestes Beispiel dafür gilt derzeit wohl Alexander Grünwald. Der 23-Jährige ist so etwas wie der der violette Edeljoker. Drei Assists und ein Tor in den letzten zwei Spielen. Das Formbarometer steigt steil nach oben.

Das letzte Mal von Beginn an spielte der Blondschopf allerdings am 16. September beim 4:2-Auswärtssieg in Mattersburg. Danach folgten nur mehr Einsätze von der Bank aus.

„Ich bin in Form – das sieht man auch. Ich versuche nach meiner Einwechslung Akzente zu setzen. Derzeit läuft es auch sehr gut. Mein Ziel ist es Stammspieler zu werden. Daran werde ich hart arbeiten. Und der Trainer setzt ja auch auf mich, sonst würde er mich nicht immer bringen.“

„Die Mannschaft ist der Star“

Die Rolle des Reservisten passe „ihm eigentlich gar nicht“, sei aber angesichts der starken Konkurrenz teilweise zu verstehen.

„Wenn man bei einem Verein wie der Austria spielt, muss man damit leben. Da gibt es auf einer Position zwei, drei sehr gute Spieler. Wenn man damit nicht umgehen kann, darf man nicht Fußball spielen. Es ist förderlich, weil jeder unter der Woche an seine Grenzen gehen muss, um am Wochenende dabei zu sein“, meint der Kärntner.

Denn schlussendlich stehe das Wohl des Klubs an oberster Stelle. „Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Die Mannschaft ist der Star.“

Und daher fühlt sich Grünwald am Verteilerkreis auch pudelwohl. „Ich bin froh, bei einem Klub wie der Austria spielen zu dürfen.“

Starkes Lebenszeichen von Kienast

Wieder mehr spielen möchte auch Kienast. „Für mich war es nicht einfach, weil ich zuletzt sehr viele Verletzungen hatte und Rückschläge wegstecken musste. Ich bin aber jemand, der nie aufgibt und versucht, so gut wie möglich zu trainieren. Irgendwann wird die harte Arbeit belohnt.“

Zuerst stoppte den 28-Jährigen ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich, dann wurde ihm die Überform eines gewissen Philipp Hosiners zum Verhängnis.

Sowohl für Kienast, als auch für Grünwald gilt aber: Tore wie jene gegen Neustadt sind die besten Argumente für höhere Aufgaben.

„Solche Leistungen werden natürlich honoriert“, meint Stöger - und hat die Qual der Wahl.

Martin Wechtl

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