"Es ist sehr viel Wehmut dabei"

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"Der eine geht, der andere kommt“

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Das 2:0 gegen Wacker Innsbruck sorgt bei der Austria für gute Laune – auch wenn dabei wenig Glanz, wenig Gloria (LAOLA1-Nachbericht) zu erkennen war.

Nach dem fünften Sieg im sechsten Spiel kann man getrost von einem sehr guten Saisonstart sprechen, zudem wurde ein zehn Jahre alter Rekord eingestellt: Nur ein Gegentor in sechs Runden zu kassieren, gelang zuletzt dem FC Pasching 2002.

Bei aller Freude war an diesem Wochenende aber auch ein weinendes Auge dabei, denn mit Georg Margreitter haben die Veilchen einen wichtigen Bestandteil ihrer Defensiv-Abteilung verloren.

Wie Freitag bekannt wurde, wechselt der 23-Jährige mit sofortiger Wirkung zum englischen Championship-Klub Wolverhampton Wanderers und erhält dort ein Vierjahres-Vertrag.

„Der eine geht, der andere kommt“

„Der eine geht, der andere kommt. Jeder ist ersetzbar.“ So trocken beschreibt Manuel Ortlechner bei LAOLA1 den Wechsel.

Was nicht heißen soll, dass der Austria-Kapitän den Abgang seines ehemaligen Partners in der Innenverteidigung emotionslos betrachtet – im Gegenteil:

„Er ist jetzt der glücklichste Mensch auf der Welt. Es war sein großer Traum, nach England zu gehen. Wir freuen uns alle für ihn. Ich wünsche ihm alles Gute. Georg ist ein super Typ, ein Vollprofi. Toi, toi, toi.“

„Am Anfang ist sehr viel Wehmut dabei“

Margreitters Abschied kommt für Ortlechner auch nicht überraschend. „Er hat lange auf diese Chance gewartet. Dass da etwas im Busch war, weiß ich eh schon länger. Der Verein wollte ihm auch nichts verbauen. Ich werde jetzt jedenfalls mit einem Auge die zweite englische Liga verfolgen.“

Alle sind sich einig, dass mit dem Vorarlberger nicht nur ein großartiger Spieler, sondern auch ein toller Kerl den Klub verlässt.

„Als Mensch und als Spieler wird er uns sehr fehlen. Er ist ein super Typ, ein Freund. Es ist so wie beim Sladdi (Zlatko Junuzovic, Anm. d. Red.) und den anderen, die gegangen sind: Am Anfang ist sehr viel Wehmut dabei“, erklärt Markus Suttner.

Der ÖFB-Teamspieler hat jedoch vollstes Verständnis für die Entscheidung seines Ex-Kollegen. „So eine Chance muss man nützen. Ich finde es super und wünsche ihm alles Gute.“

Ersatz in den eigenen Reihen

Ähnlich sieht es Goalie Heinz Lindner: „Es freut mich, wenn jemand den nächsten Schritt macht. Auch ich wünsche ihm an dieser Stelle alles Gute.“

Rein sportlich gesehen sei sein Verlust verkraftbar, wie Suttner feststellt: „Wir haben Kaja (Rogulj) Lukas (Rotpuller) und Remo (Mally) – also keine Probleme auf der Position.“

Und Ersterer hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass er ein würdiger Nachfolger für Margreitter ist.

In den drei Spielen, die mit dem Kroaten absolviert wurden, gab es drei Zu-Null-Siege gegen Rapid (3:0), Admira (1:0) und Wacker (2:0).

Starkes Kollektiv

Ortlechner blickt daher gelassen in die Zukunft: „Egal wer reinkommt, alle hauen sich rein. Das ist unser Erfolgsrezept. Man sieht, dass die Truppe nicht aus der ersten Elf, sondern aus 18 und noch mehr Spielern besteht.“

Auch Lindner glaubt, dass der ausgeglichene Kader das große Plus in diesem Spieljahr sein wird: „Wir sind überall doppelt, teilweise dreifach besetzt. Das ist sehr wichtig. Die Spieler von der Bank bringen frischen Wind, waren zuletzt immer an den Toren beteiligt. Das ist für die lange Saison ganz wichtig.“

Möglicherweise wird die Qualität im Kader mit Philipp Hosiner noch einmal gesteigert. Der Admira-Stürmer soll ante portas stehen.

Hosiner ante portas

AG-Vorstand Thomas Parits will das Interesse zwar nicht bestätigen, gibt aber zu, „dass uns der Spieler vor drei Monaten schon von seinem Manager angeboten wurde.“

Angeblich ist sich der 23-jährige Burgenländer mit den Wienern bereits einig, nur die Klubs müssen noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Im Raum steht dabei auch ein Spielertausch. Für den Angreifer könnte ein Tormann (Pascal Grünwald oder Ivan Kardum) in die Südstadt wechseln.

Eine Entscheidung ist in den nächsten Tagen zu erwarten.

Martin Wechtl/Harald Prantl

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