Wer wird ein Violetter?

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Wer wird neuer Austria-Trainer?

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Am Montag (17.6.) startet die Wiener Austria mit Leistungstests in ihrer Akademie in die Vorbereitung auf die neue Saison.

"Ich hoffe, dass wir dann einen neuen Trainer haben", sagt AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

Eine Liste von internationalen und nationalen Kandidaten hat er gemeinsam mit Sportchef Thomas Parits bereits erstellt. "Diese werden wir so schnell wie möglich abarbeiten", so Kraetschmer.

Die Anforderungen beschreibt er folgendermaßen: "Der neue Trainer muss vor allem mit jungen Spielern arbeiten können. Und er soll die österreichische Liga kennen. Es gehört eine Affinität mit der Philosophie der Austria dazu – diese muss er mittragen und mitentwickeln wollen. Es ist aber keine Anforderung, dass er schon für die Austria gespielt hat oder hier Trainer war."

LAOLA1 hat sich zehn Kadidaten genauer angesehen:

RALPH HASENHÜTTL

Vor wenigen Tagen hat der 45-Jährige seinen Vertrag mit dem in finanzielle Schwierigkeiten geratenen VfR Aalen aufgelöst.

Er habe „einer Ablösesummen-Klausel im Falle eines Wechsels zu einem anderen Verein zugestimmt“, hieß es in der Aussendung des deutschen Zweitligisten. Fakt ist, dass sich der Steirer in Deutschland einen guten Namen gemacht hat und mittlerweile fast immer im Gespräch ist, wenn irgendwo ein neuer Trainer gesucht wird.

Ob er diese Stellung aufgibt, um nach Österreich zu gehen, ist fraglich. Andererseits lockt die CL-Quali. Und „Hasi“ stürmte von 1989 bis 1994 für die Violetten, hat also Austria-Vergangenheit.

 

WALTER KOGLER

Auch der Kärntner hat eine violette Vergangenheit, er trug das FAK-Trikot von 1992 bis 1996.

Schon im vergangenen Sommer war er hinter Franco Foda und Peter Stöger Kandidat Nummer drei, der 45-Jährige hat bei den Austria-Verantwortlichen also ein Stein im Brett.

Der sportliche Absturz mit dem FC Wacker Innsbruck und die darauffolgende Trennung Mitte Oktober haben seine Karten aber nicht unbedingt verbessert. Dass der vereinslose „Sky“-Experte jederzeit bereit wäre, den Job zu übernehmen, ist kein Geheimnis.

 

NIKO KOVAC

Der 41-Jährige gilt als „Geheimfavorit“ für die Stöger-Nachfolge. Aus dem Umfeld des kroatischen U21-Teamchefs war zu erfahren, dass er schon länger einen „Ausflug“ nach Wien geplant hat. Gut möglich, dass Kovac dann gleich bleibt.

Über die österreichische Liga weiß er von seinem Engagement als Spieler (2006 bis 2009) und später als Co-Trainer bei Red Bull Salzburg bestens Bescheid.

Nach dem Abgang von Ricardo Moniz war Kovac auch lange im Rennen um dessen Nachfolge, ehe sich die Konzern-Spitze in Fuschl für Ralf Rangnick entschied.

 

HERBERT GAGER

Der 43-Jährige ist seit Dezember 2011 Trainer der Austria Amateure und leistet dort beachtliche Arbeit. In dieser Saison wurde der Meistertitel in der Regionalliga Ost nur ganz knapp verpasst.

Seit 2005 im Nachwuchs der Violetten beschäftigt, kennt er die Gegebenheiten am Verteilerkreis nur zu gut. Dass er gemeinsam mit Manfred Schmid ein Trainer-Duo bildet, ist vorstellbar.

Doch die Wunden nach der Beförderung von Ivo Vastic zum Cheftrainer sind vermutlich noch zu frisch, als dass die Austria dieses Risiko ein zweites Mal innerhalb so kurzer Zeit eingeht.

 

NENAD BJELICA

Nicht zuletzt Peter Stöger outete sich in der abgelaufenen Saison immer wieder als Fan des Kroaten. Seine Philosophie stimmt mit jener der Austria überein.

Dass er als Trainer in der Bundesliga problemlos bestehen kann, hat die starke Saison der Wolfsberger bewiesen. Da ist aber auch schon der Haken an der Sache: Der 41-Jährige hat einen laufenden Vertrag und die Kärntner werden alles daran setzen, um ihren Coach zu halten.

Fraglich ist, ob Bjelica eine Ausstiegsklausel in seinem Kontrakt festgeschrieben hat.

 

HEIKO VOGEL

Der Deutsche ist seit Mitte Oktober 2012 auf Jobsuche, nachdem er beim FC Basel doch etwas überraschend gehen musste.

Zuletzt war der 37-Jährige bei Werder Bremen im Gespräch, die Grün-Weißen von der Weser erkundigten sich in der Schweiz auch nach Vogel, am Ende machte aber Robin Dutt das Rennen.

Das Kapitel Basel ist für den langjährigen Nachwuchs-Coach des FC Bayern und „Alaba-Entdecker“ längst abgeschlossen.

„Es kribbelt wieder, der Hunger ist da“, so Vogel, der den Fußball auch in der Arbeitslosigkeit tagtäglich lebt. „Ich schaue mir Spiele an und denke über Systeme nach – Fußball ist einfach mein Lebenselixier!“


DAMIR CANADI

Der 43-Jährige geht als krasser Außenseiter ins Rennen, ist aber ein Geheimtipp. Zwar hat der Wiener keine Lobby, aber einen sehr guten Ruf, als detailverliebter, moderner Trainer.

Beim FC Lustenau und in Altach bewies Canadi, dass er sein Trainer-Talent auch höher als in der Wiener Liga oder der Regionalliga zur Geltung bringen kann.

Zweifellos wäre die Austria dann aber noch einmal ein großer Sprung nach oben. Ob diese Voraussetzungen gepaart mit dem Umstand, dass er im Nachwuchs der Veilchen kickte, reichen, damit die Austria das Risiko eingeht, ist überaus fraglich.

 

MANFRED ZSAK

Der 48-Jährige blickt auf eine glorreiche Austria-Vergangenheit zurück. Zsak stand in der Defensive seinen Mann und führte die Violetten in den Neunzigern als Kapitän zu je drei Meistertiteln und Cup-Siegen. Nach einem Abstecher zum Golf startete er seine Trainer-Karriere beim ÖFB. Vergangene Woche verpasste er mit dem U19-Nationalteam die EM-Qualifikation. Der Niederösterreicher kann sich die Arbeit als Bundesliga-Trainer durchaus vorstellen. Die Frage ist, ob die Austria mit ihren CL-Ambitionen nicht eine Nummer zu groß ist?

 

MARKUS HOFFMANN

Markus wer? Der 40-Jährige war erst Spieler und dann Trainer des SV Seekirchen, ehe ihn Heiko Vogel im Jänner 2012 zum FC Basel holte.

Seither arbeitet der Österreicher dort erfolgreich als Co-Trainer – und hat großen Anteil an den Erfolgen des Schweizer Abo-Meisters, der vergangene Saison auch in der Europa League für Furore sorgte. „Hier kann ich jeden Tag dazu lernen!“

Hoffmann blieb, als Vogel den Verein verlassen musste und durch Murat Yakin ersetzt wurde. Ein Engagement des Salzburgers wäre für die Austria natürlich mit einem Risiko verbunden, aber zugleich die Chance, ein Teil des Basler Erfolgspuzzle zu bekommen.

 

DIDI CONSTANTINI

Der Tiroler ist auch ohne Trainer-Job voll ausgelastet. Wenn die Austria am 17. Juni in die Vorbereitung startet, sollte der Ex-Teamchef, der seit seinem Rücktritt beim ÖFB ohne Job ist, eigentlich im beschaulichen Ernsthofen sein Fußball-Camp leiten. Danach geht es weiter nach Mittersill, Gmunden oder Radstadt.

Sollte Constantini wirklich Austria-Trainer werden, wäre es bereits seine dritte Amtszeit am Verteilerkreis nach 2002, wo er die Violetten aus dem Tabellenkeller noch in den UEFA-Cup führte, und 2008, wo er als „Feuerwehrmann“ einsprang.

Der Fußball-Experte des Privatsenders ATV ist aber nach wie vor noch als Sportdirektor bei Wacker Innsbruck im Gespräch.

 

Harald Prantl/Stephan Schwabl

 

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