Austrias Haussegen hängt schief

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Bei der Austria hängt wenige Tage vor dem Start ins Frühjahr der Haussegen schief.

Nach der Nicht-Berücksichtigung von Ex-Kapitän Roland Linz im abschließenden Vorbereitungsspiel gegen Ruzomberok holte der in der Stürmer-Hierarchie nur als Nummer vier rangierende Internationale in einem Zeitungsinterview zum Gegenschlag aus.

Ivica Vastic sieht sich mit seiner ersten Bewährungsprobe als Trainer der Profis konfrontiert.

Kein Platz im Kader

Sportlich zeigte sich die Austria zuletzt gerüstet. Beim 2:0 gegen den slowakischen Club drängte sich erneut Dario Tadic als echte Alternative zur deutlich prominenteren internen Konkurrenz auf.

Der 21-Jährige, der den Treffer zum 1:0 erzielte, erhielt als Solo-Spitze von Beginn weg den Vorzug vor Neuzugang Roman Kienast. Für Linz gab es überhaupt keinen Platz im Kader.

Eine Situation, die den bereits unter Ex-Austria-Trainer Karl Daxbacher ins Abseits gerutschten Steirer natürlich missfällt.

Aussage gegen die Kollegen

Gegenüber der Tageszeitung "Österreich" erklärte Linz daraufhin, "eiskalt abserviert" worden zu sein. Vastic habe seine Entscheidung ihm gegenüber nicht einmal erklärt.

Auf seinen Lebenswandel als Grund für seine aktuelle Situation angesprochen, ließ sich der Stürmer allerdings zu einer Aussage gegen seine Teamkollegen hinreißen.

"Ich gehe zwar gerne am Abend gut Essen. Das lasse ich mir auch von niemanden verbieten. Bei uns gibt es aber Spieler, die nicht einmal wissen, wo der Stephansdom steht", erklärte Linz.

"Er tut sich selber nichts Gutes"

Eine Äußerung, für die Vastic kein Verständnis hat. Er stellte den Torschützenkönig der vergangenen Saison, der sein Kapitänsamt im Jänner aus freien Stücken zurückgelegt hatte, laut Medienberichten vor versammelter Mannschaft zur Rede.

"Linz muss lernen, mit der Situation umzugehen. Er tut sich selber nichts Gutes", erklärte der am Montag auf dem Trainerseminar weilende Vastic in der "Kronen Zeitung".

Und weiter: "Wenn er Opfer statt Kämpfer sein will, dann ist das seine Wahl." Im Dreikampf um die Position als vorderste Spitze scheint Linz nun jedenfalls schlechte Karten zu besitzen.

Tadic steht hoch im Kurs

Der unter Daxbacher nicht über Kurzeinsätze hinausgekommene Tadic steht bei Vastic hoch im Kurs.

Nachdem Kienast erst kurz bei der Mannschaft weilt, besitzt er gute Karten, auch am Samstag im Heimspiel gegen die SV Ried von Beginn an einzulaufen. "Er arbeitet viel für die Mannschaft, ich kann im Moment nicht an ihm vorbeisehen", sagte der Austria-Trainer.

Der Tscheche Tomas Jun scheint als hängende Spitze ohnedies gesetzt.

Lindner die Nummer eins

Die Tormannfrage scheint geklärt zu sein. Heinz Lindner wird vorerst als Nummer eins in die Saison gehen, der neugeholte Kroate Ivan Kardum auf der Bank sitzen. "Er hat einen Vorteil, Ivan ist ja erst kurz da", sagte Vastic.

Das Abschlusstraining vor dem Bundesliga-Startschuss am Freitag bestreitet die Austria jedenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Danach ist eine Kasernierung geplant.

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