Und jetzt?

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Violette Fragen und Antworten nach Stögers Abgang

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Peter Stöger ist nicht mehr Trainer der Wiener Austria.

Das Tauziehen fand mit der endgültigen Einigung beider Parteien am Mittwoch-Vormittag ein Ende (Alle Infos).

Doch damit ist die Arbeit für die Violetten freilich noch lange nicht getan. Es gilt, einen neuen Trainer zu finden und weiter am Kader zu basteln.

LAOLA1 hat mit den AG-Vorständen Markus Kraetschmer und Thomas Parits über die wichtigsten Fragen gesprochen:

 

Wie ging der Deal über die Bühne?

„Wir haben sehr hart verhandelt“, versichert Markus Kraetschmer. Angesichts des Hin und Her der vergangenen Tage darf man ihm Glauben schenken. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart, dementsprechend zugeknöpft gibt sich Austrias Wirtschaftsvorstand bei diesem Thema auch. Er sagt nur: „Es ist am Dienstag-Nachmittag ein revidiertes, stark verbessertes Angebot der Kölner eingegangen.“ Dem Vernehmen nach sollen es 700.000 Euro plus die Einnahmen aus einem Freundschaftsspiel sein. Jedenfalls war das Angebot hoch genug, um vom violetten Aufsichtsrat einstimmig angenommen zu werden. Fakt ist auch, dass der FAK Stöger zuletzt ein neues Dreijahres-Angebot zu stark verbesserten Bezügen vorgelegt hat. Das konnte den Wiener aber nicht mehr umstimmen. „Er hatte die Sorge und Angst, dass der Zug für ihn abgefahren ist, wenn er das Kölner Angebot nicht annimmt“, so Kraetschmer.

Wer wird neuer Trainer?

„Wir werden einen guten Trainer finden“, beruhigt Kraetschmer die Austria-Fans. Angeboten haben sich jedenfalls schon jede Menge Leute: „Sobald im Gespräch ist, dass ein Trainerwechsel stattfinden könnte, rattert sofort das Fax. Der Ordner von Thomas Parits ist dieser Tage sehr dick geworden. Es sind schon viele Bewerbungen eingegangen.“ Parits bestätigt: „Da waren einige internationale Namen dabei, die sagen, dass sie zu uns wollen. Aber das ist ja immer so.“ Das Anforderungsprofil der Klub-Führung sieht so aus: „Der neue Trainer muss vor allem mit jungen Spielern arbeiten können. Und er soll die österreichische Liga kennen. Es gehört eine Affinität mit der Philosophie der Austria dazu – diese muss er mittragen und mitentwickeln wollen. Es ist aber keine Anforderung, dass er schon für die Austria gespielt hat oder hier Trainer war.“ Kraetschmer erklärt, dass es eine Liste von nationalen und internationalen Kandidaten gibt. „Die werden wir möglichst rasch abarbeiten.“ Dass es ein Mann wird, der einen laufenden Vertrag hat, also Ablöse kostet, schließt er nicht aus. Zu einem Namen nimmt Kraetschmer mit einem Augenzwinkern dann doch noch Stellung: „Ich kann bestätigen, dass Didi Kühbauer auf der Kandidatenliste nicht ganz oben dabei ist.“ Geht es nach der Austria, soll der neue Coach schon beim Trainingsauftakt am Montag dabei sein. Sollte dem nicht so sein, wäre es aber auch kein Beinbruch.

 

Was passiert mit Manfred Schmid?

„Es ist kein Geheimnis, dass  Stöger in Köln einen Co-Trainer seiner Wahl mitbringen kann“, erklärt Kraetschmer. Geht es nach der Austria, ist das aber nicht Manfred Schmid. Parits sagt: „Ich habe Stöger am Dienstag gesagt, dass ich möchte, dass Schmid hier bleibt. Er hat das akzeptiert.“  Der 42-Jährige, der noch einen laufenden Vertrag hat, befindet sich derzeit im Urlaub in Italien, hat nach Stögers festehendem Abgang aber schon mit Parits telefoniert. Am Montag sollen weitere Gespräche stattfinden. Der Sportchef hat ihm aber bereits mitgeteilt, dass er nicht zum Cheftrainer befördert werden wird: „Ich will ihn in dieser Richtung nicht verheizen. Von der fachlichen Qualität habe ich keine Bedenken, aber er ist mir zu wertvoll. Er soll in seiner Position bleiben und nicht an vorderster Stelle stehen. Man weiß ja, wie das ist: Da werden zwei schlechte Partien gespielt und dann geht es schon wieder los…“ Schmid wird ein langfristiger Vertrag vorgelegt. „Er hatte bis jetzt nicht nur den Status eine Co-Trainers, sondern den eines gleichwertigen Trainers. Ich will, dass er vom neuen Trainer genauso akzeptiert wird, wie er das von Stöger wurde“, so Parits. Kraetschmer ergänzt: „Es ist kein Automatismus, dass der neue Trainer seinen Co-Trainer mitnehmen kann. Wir haben ein gutes Team und wollen das auch halten.“

 

Wird es noch Abgänge geben?

„Das Ziel, die Mannschaft zusammenzuhalten, ist nach wie vor gegeben. Uns ist aber auch klar, dass Erfolg sexy macht. Es kommen Leute, die Angebote abgeben. Und aus finanziellen Dimensionen ist die deutsche Bundesliga natürlich für jeden ein großer Anreiz“, meint Kraetschmer und fügt hinzu, „Wir führen unsere Gespräche, sowohl was Verkäufe, als auch Zugänge betrifft.“ Vor allem in Sachen Philipp Hosiner könnte es Gerüchten zufolge sehr schnell gehen. Parits sieht das nicht so: „Bei Hosiner ist es noch ein weiter Weg. Es gibt Anfragen, aber kein konkretes Angebot.“

 

Bleibt Nacer Barazite?

Die Austria hat bekanntlich die Frist, in der ihr die exklusive Kaufoption zugesagt war, verstreichen lassen. Dennoch sieht es gut aus. „In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben wir von Barazites Manager gehört, dass er bei Monaco endlich einen Termin bekommen hat. Er hat ein Abstimmungsgespräch geführt, ist einen Schritt weiter gekommen“, berichtet Kraetschmer. Bis Freitag werde ein konkreter Vorschlag aus Monaco erwartet. Fakt ist: „Er will bei uns bleiben. Und das Ziel ist, ihn unter gewissen Rahmenbedingungen zu halten.“ Parits dazu: „Monaco sagt natürlich, dass wir nicht die einzigen sind, die ihn wollen. Aber das gehört zum Geschäft dazu. Ich glaube, dass wir eine Lösung mit Monaco finden, wenn sich Nacer für uns entscheidet.“

 

Kommt Marco Meilinger?

„Er ist einer, der dem Profil der Austria entsprechen würde“, macht Kraetschmer keinen Hehl aus dem Interesse am 21-Jährigen. Der Offensivspieler war zuletzt von Salzburg an die SV Ried verliehen und hat beim Vizemeister noch ein Jahr Vertrag. „Wenn Red Bull bereit ist, eine vernünftige Lösung zu finden, setzen wir uns sehr gerne zusammen. Am Mittwoch-Nachmittag ist eine Bundesliga-Sitzung. Vielleicht ergibt sich dort die Möglichkeit, das Thema anzudiskutieren“, so der Wirtschaftsvorstand. Parits hat aber keinen Stress: „Nächstes Jahr wäre er dann ja kostenlos frei.“ Außerdem ist dem Sportchef bewusst: „Ich muss die Kaderplanung ein bisschen zurückstellen. Ich muss die Neuzugänge ja mit dem neuen Trainer abstimmen.“

Harald Prantl

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