"Wenn der Glaube fehlt, wirst du es nicht erreichen“

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„Es war nicht das Meisterstück, aber die Gesellenarbeit!“

Das 3:1 in Unterzahl gegen Sturm Graz war quasi ein Spiegelbild der bisherigen Saison der Wiener Austria.

„Alles, was uns im Herbst ausgezeichnet hat, haben wir in diesem Spiel zum Vorschein gebracht. Die Moral, die Gemeinschaft, an einem Ziel zu arbeiten und den inneren Schweinehund zu überwinden – all das war in dieser Partie notwendig“, strahlte der FAK-Chefcoach.

Manuel Ortlechner verweist bei LAOLA1 zusätzlich auf den starken Kader.  „Man sieht immer wieder, wie wichtig die Wechselspieler sind. Auch das zeichnet uns aus. Nicht nur die ersten Elf sind wichtig, sondern alle 26 – darüber hinaus alle Betreuer, die täglich mit uns arbeiten.“

Bereit für den Titel

Der violette Trainerfuchs macht kein Hehl daraus, dass seine Mannschaft den unbedingten Willen besitzt, heuer etwas Großes zu erreichen.

„Um Meister zu werden, muss eine Mannschaft im Kopf, in der Einstellung und in der Arbeit bereit dafür sein. Das sind die Jungs. Der Glaube, das große Ziel zu erreichen, steckt im Team. Das ist viel Wert. Denn wenn du nicht daran glaubst und es nicht aussprichst, wirst du es nicht erreichen.“

Eine Aussage die der FAK-Kapitän unterstreicht: „Das Wichtigste ist, dass man Woche für Woche gierig und geil auf Siege ist. Das zeichnet erfolgreiche Teams aus. Wir haben diese Einstellung im Herbst eindrucksvoll demonstriert und sind auf einem guten Weg.“

„Der ganze Herbst war meisterlich“

Die bisherige Saison verlief jedenfalls schon meisterlich: 48 Punkte, sieben Zähler Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Salzburg, bestes Heim- und Auswärtsteam und mit Philipp Hosiner den besten Torschützen (21) in den eigenen Reihen.

 Werte, die kaum zu toppen sind, wie auch Marko Stankovic gesteht:

„Die ganze Hinrunde war meisterlich, da brauchen wir kein Understatement betreiben. Besser geht’s nicht. Doch jeder muss über die Pause intensiv weiter an sich arbeiten. Das erste Spiel im neuen Jahr ist mit dem Derby gegen Rapid gleich ein Schlüsselspiel.“

Stöger erwartet schwieriges Frühjahr

Und Stöger erwartet ein schwieriges Frühjahr. Einen ähnlichen Spaziergang wie bisher kann er sich nicht vorstellen.

„Wir werden uns im Frühjahr neu aufstellen müssen. Die Gegner werden sich auf uns einstellen, wie wir unser Spiel umsetzen wollen. Sie werden versuchen, uns die Stärken zu nehmen.“

Deshalb warnt der 46-Jährige vorweg vor möglichen Provokationen. „Wenn man um die Meisterschaft spielt, muss man damit rechnen, dass die anderen sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Da dürfen solche Aussetzer wie jener von Jun nicht mehr passieren. Uns muss bewusst sein, dass es da von Partie zu Partie härter wird, denn wir sind der große Gejagte.“

„Möchte Rapid und Sturm nicht abschreiben“

Von einem Titel-Zweikampf mit Salzburg möchte der Ex-Internationale nicht sprechen. „Ich traue uns zu, mit Salzburg um die Meisterschaft zu fighten. Sie haben  unheimliche Qualität. Wir verstecken uns auch nicht davor. Ich möchte aber auch Rapid und Sturm noch nicht abschreiben. Rapid startet mit dem Derby, dann geht es gegen Salzburg und Sturm. Wenn sie da drüber kommen, sind sie wieder dabei.“

Seine Schützlinge nehmen die Rolle des Gejagten gerne an. „Wir sind ganz vorne, wollen den Spitzenplatz natürlich halten. Wir haben sieben Punkte Vorsprung auf Salzburg, zehn auf Rapid. Sie können kommen“, meint Markus Suttner.

Statistik spricht für Austria

Ob die Reise bis hin zum 24. Meistertitel führt, will noch keiner sagen. „Dieses Wort wollen wir noch nicht in den Mund nehmen. Aber diese Austria ist geil auf den Titel“, verspricht der Linksverteidiger.

Die Statistik spricht für einen violetten Triumph in der Endabrechnung. Noch nie seit Einführung der Bundesliga 1974 hat ein "Winterkönig" einen dermaßen großen Vorsprung bis Saisonende noch verspielt - nicht einmal vor Umstellung auf die Drei-Punkte-Regel in der Spielzeit 1995/96. In den bisher 38 Bundesliga-Saisonen holte der Tabellenführer zum Jahreswechsel in weiterer Folge 23-Mal auch den Titel.

„Es schaut gut aus. Man muss aber konzentriert und demütig bleiben. Es kann unter Umständen zu etwas Besonderem reichen“, gibt Ortlechner zu Protokoll.

Und Stöger abschließend: „Wer mit einem derartigen Vorsprung überwintert, darf ruhig daran glauben.“

Martin Wechtl

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