"Gehe Peter nicht auf den Leim"

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Keine Rotation bei der Austria

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Karl Daxbacher wirkte noch ein wenig verschlafen, als er um 11:30 Uhr beim Pressetermin erschien.

Nicht weiter verwunderlich. Der Austria-Trainer und seine Kicker hatten zu diesem Zeitpunkt schon ein Training in den Beinen und waren erst in der Nacht aus Alkmaar nach Wien zurückgekehrt.

Zeit zum Ausruhen bleibt aber keine. Denn schon am Sonntag steht der nächste Höhepunkt auf dem Programm: das 299. Wiener Derby.

Da bleibt kaum Zeit, sich über das 2:2 in der Europa League gegen AZ Alkmaar zu freuen.

LAOLA1 kennt die fünf wichtigsten, violetten Brennpunkte:

  • Alkmaar-Analyse

War den Violetten unmittelbar nach dem Spielende noch die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, überwiegt eine Nacht später doch der Stolz. „Ich habe meiner Mannschaft vor dem Training zu ihrer Leistung gratuliert. Mir hat besonders gefallen, dass sie nicht nur gekämpft hat, sondern auch selbstbewusst aufgetreten ist“, sagt Karl Daxbacher. Der Trainer gibt außerdem zu: „Von meiner Seite war vor dem Spiel Skepsis da, dass wir dort bestehen können.“ Einen Kritikpunkt findet der FAK-Coach nach der tollen Vorstellung in den Niederlanden dennoch: Bei so manchem schnellen Gegenstoß sei zu überhastet agiert worden. „Wir hätten bei Kontermöglichkeiten, in denen der Gegner in der Defensive in Überzahl war, abdrehen sollen und versuchen müssen, den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten. Wir haben die Bälle viel zu leicht wieder hergegeben. Das war sicher ein gewisser Routinemangel.“

  • Müdigkeit

Während die Favoritner am Donnerstag über kräftezehrende 90 Minuten gehen mussten, hatte der SK Rapid seit vergangenem Samstag Zeit, um sich auf das 299. Wiener Derby vorzubereiten. Daxbacher sieht darin kein Problem: „Mich stimmt zuversichtlich, dass wir auch am Donnerstag vor dem letzten Derby im Happel-Stadion ein schwieriges Spiel hatten. Trotzdem waren wir an diesem Tag das frischere Team.“ Die Voraussetzungen seien diesmal jenen vor dem 3:0-Triumph ähnlich. Und einen nicht ganz ernst gemeinten Seitenhieb in Richtung Hütteldorf kann sich der Niederösterreicher nicht verkneifen: „Vielleicht hat sich Rapid beim letzten Mal ja zu viel ausgerastet.“

  • Favoritenrolle

Für Peter Schöttel ist die Austria Favorit (Was der Rapid-Trainer vor dem Derby sagt, ist hier nachzulesen!). „Wir waren im Vorfeld der letzten beiden Heimderbys schon Favoriten. Und beide Male ist es schief gegangen. Jetzt wollen wir davon nichts wissen“, wischt Daxbacher derartige Behauptungen sofort vom Tisch. Mit dem Lob seines Gegenübers, dass die Austria eine klare Hierarchie habe und toll eingespielt sei, kann der FAK-Coach umgehen. „Ich gehe Schöttel nicht auf den Leim“, grinst er. Und lobt im Gegenzug die Hütteldorfer: „Auch Rapid hat eine ganz gute Hierarchie – Steffen Hofmann ist der gewachsene Leader. Ich sehe auch bei Rapid gute Qualität.“ Zu viele Gedanken über den Erzrivalen will er sich aber erst gar nicht machen: „Wir wollen unser Spiel durchziehen, uns nicht so sehr nach Rapid richten.“ Wie genau die Grün-Weißen auflaufen werden, wisse er nicht. Das sei aber kein Problem: „Wir können mit dem 4-2-3-1 besser auf andere Mannschaften und Systeme reagieren, als das mit dem 4-4-2 der Fall war.“

  • Sicherheit

10.800 Karten sind bislang abgesetzt, bei der Austria geht man davon aus, dass das Stadion letzten Endes mit 12.500 Zusehern ausverkauft sein wird. 1.250 Tickets davon gingen an den SK Rapid. „Natürlich hätte Andy Marek für seine Leute gerne mehr Karten gehabt. Aber das Regulativ besagt, dass wir zehn Prozent des Kontingents hergeben müssen, daran haben wir uns gehalten“, rechtfertigt sich Markus Kraetschmer. Die Austria habe zuletzt noch einmal 20.000 Euro in den Auswärtssektor investiert, unter anderem die Video-Überwachung ausgebaut, gibt der AG-Vorstand zu verstehen. 700 Sicherheitskräfte werden beim Spiel im Einsatz sein, das Stadion in der Nacht von Hundestaffeln bewacht, damit nichts vorzeitig reingeschmuggelt werden kann. Der SK Rapid stellt 15 bis 20 Fan-Ordner, die gemeinsam mit den szenekundigen Beamten der Exekutive dafür sorgen sollen, dass Personen mit Stadionverbot auch tatsächlich kein Zutritt gewährt wird. Die Sicherheit der Austria-Fans, die neben jenen von Rapid untergebracht sind, scheint gewährleistet – doppelte Netze und Plastikplanen trennen sie. „Ich denke, wir werden am Sonntag ein Fußballfest erleben. Es wird alles sicher ablaufen“, meint Kraetschmer.


Harald Prantl

  • Aufstellung

So mancher Trainer würde die englischen Wochen zum Anlass nehmen, auf das Rotationsprinzip zurückzugreifen, um frischeren Spielern eine Chance zu geben. Nicht so Daxbacher. „Wir haben einen sehr guten Kader. Aber es gibt natürlich immer eine Mannschaft, die ein Trainer für die beste hält. Ich versuche immer, mit dem besten Team zu spielen“, stellt der 58-Jährige fest. Er sagt aber auch: „Es gibt in meinem Kader Spieler, bei denen ich nach Gefühl entscheide: Sind sie in dieser Situation gegen diesen Gegner die bessere Wahl? Bei manchen Spielern überlege ich lange.“ Umstellung ist diesmal jedoch nur eine zu erwarten. Neben Florian Mader wird in der Zentrale wieder der in Alkmaar gesperrte Alexander Grünwald auflaufen, Peter Hlinka nimmt wieder auf der Bank Platz. Roland Linz wird sich unterdessen aller Voraussicht nach zum vierten Mal in Folge nicht in der violetten Startelf wiederfinden. Zlatko Junuzovic hat leichte Adduktorenprobleme. „Ich bin zuversichtlich, dass alle zu 100 Prozent fit werden“, gibt Daxbacher aber Entwarnung.

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