Alars deutliches Zeichen an Trainer Schöttel

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Der steile Aufstieg von Deni Alar nahm Jahr für Jahr Formen an.

In seiner Premierensaison 2008/09 verbuchte der Steirer drei Einsätze und durfte sein erstes Tor bejubeln, ein Jahr später waren es schon 28 Einsätze und sechs Treffer.

Das bisherige Highlight war die Spielzeit 2010/11 als er in Diensten des SV Kapfenberg die „Falken“ mit 14 Treffern praktisch im Alleingang vor dem Abstieg bewahrte. Sein Wechsel zu Rapid war der verdiente Lohn.

Doch gerade bei den Grün-Weißen begann der Motor erstmals zu stocken. Trotz des Pendelns zwischen Tribüne, Bank und Feld geht der 21-Jährige nach seinem Siegtor gegen Admira mit einem guten Gefühl in die Winterpause.

„Der Trainer hat die Qual der Wahl“

„Das Tor ist für mich persönlich sehr wichtig gewesen. Ich habe zuletzt nicht viele Spiele bestritten, habe aber nie aufgegeben und auf meine Chance gewartet“, ist Alar im Gespräch mit LAOLA1 überglücklich.

Die für ihn ungewohnte Situation beim Rekordmeister setzte dem Neuzugang sichtlich zu. Während er zu Beginn der Saison noch vorrangig als Stürmer seine Chance bekam, wurde er mit Fortlauf immer mehr zum Flankenspieler umfunktioniert.

„Als ich zu Rapid gegangen bin, war klar, dass ich nicht der einzige Stürmer bin. Es sind vier, fünf Superstürmer hier. Der Trainer hat die Qual der Wahl, entscheidet sich und das muss ich akzeptieren.“

Im Endspurt der Saison betonte Peter Schöttel immer wieder, dass der Youngster aktuell nicht in der Verfassung sei, mit den anderen Stürmern mitzuhalten. Trotzdem strich er immer wieder hervor, dass Alar dem Verein noch viel Freude bereiten wird.

Situation war für Alar schwer zu verarbeiten

„Das 2:1 war eine sehr schöne Einzelaktion von Deni. Es freut mich besonders für ihn, weil er keine leichte Zeit gehabt hat. Ich halte sehr viel von ihm, aber er kann noch viel mehr. Heute war er sehr gut, das war ein klarer Hinweis an den Trainer“, freute sich der Chefbetreuer mit seinem Schützling.

Dass er trotz der hervorragenden Leistungen in der Vorsaison bei den Wienern plötzlich nicht einmal mehr im 18-Mann-Kader Berücksichtigung fand, war für ihn eine Kopfsache.

„Es ist natürlich schwer, das zu verarbeiten. Aber mit dem muss man umgehen können, wenn man im Fußball etwas erreichen will. Es gibt immer Höhen und Tiefen“, blickt der ÖFB-U21-Teamspieler auf die vergangenen Wochen zurück.

„Es war schon eine gewisse Ungewissheit da, aber es hilft ja nichts. Ich kann mich ja nicht aufregen, sondern muss weiter hart trainieren.“

„Es war eine unglaubliche Erleichterung“

In der Meisterschaft durfte er bisher zwölf Mal das grün-weiße Trikot überstreifen, vier Mal wurde er ein-, fünf Mal ausgewechselt. Bei 363 Spielminuten stehen nun zwei Treffer zu Buche.

Beim Goldtor gegen die Admira spielte er die ihn prägenden Attribute aus: Schnelligkeit, Technik, Übersicht und Torriecher.

„Das Tor war das beste Zeichen vor Weihnachten. Es war eine unglaubliche Erleichterung nach der heurigen Saison, die nicht einfach war. Da ist mir ein Stein von Herzen gefallen“, gibt Alar zu.

Trotzdem kann und will sich der ehrgeizige Sportsmann nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Schließlich war es nur ein Schritt in die richtige Richtung.

Mannschaftlicher Erfolg im Vordergrund

„Mit dem Spiel kann ich persönlich zufrieden sein, aber mit der Herbstsaison nicht so, das ist klar. Das Wichtige ist aber, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Wir sind Erster, das zählt.“

Der Platz an der Sonne ist für die Spieler eine Genugtuung, nach allem, was sie seit den Derby-Vorfällen einstecken mussten. Die Ereignisse haben das Team auch zusammengeschweißt.

„Vor zwei, drei Monaten hat noch jeder gesagt, dass wir nicht mehr als Mittelmaß sind. Danach haben wir bewiesen, dass wir doch eine sehr gute Mannschaft haben“,  schaut der Offensivspieler gerne auf die aktuelle Tabelle.

Wie bei ihm persönlich gibt es aber auch die Mannschaft betreffend einiges an Verbesserungspotenzial. „Wir müssen zu Hause eine Macht werden. Wir haben zu viele Unentschieden gegen die sogennanten ‚Kleinen‘.“

„Der Trainer hat mich nie fallen gelassen“

Mit Alar in Topform soll dieses Ziel im Frühjahr realisiert werden. Ob er, wie von Schöttel angemerkt, bei Rapid eine Rolle wie Arjen Robben einnehmen kann, steht momentan noch auf einem anderen Blatt.

Wenn die nötigen Einsätze dabei herausschauen, wird es dem Linksfuß nichts ausmachen, ob er an vorderster Front oder auf der Seite aufgeboten wird.

Fakt ist, dass die Grün-Weißen nie den Glauben an das Talent verloren haben. „Der Trainer hat mich nie fallen gelassen, sondern immer betont, dass ich was verändern soll.“

An das hat sich Alar bisher gehalten. Sein Einsatz und sein Tor gegen die Admira waren der erste Fingerzeig in Richtung Trainer.


Alexander Karper

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