Deni Alar: Bei Rapid im Wechselbad der Gefühle

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Es war ein Wechselbad der Gefühle.

Von der Tribüne zurück in den Kader und plötzlich zum Matchwinner – Deni Alar war zuletzt wahrlich nicht zu beneiden.

Der 25-jährige Offensivspieler war über weite Strecken abgemeldet, bekam aber gegen den SV Grödig nach langem wieder einmal die Chance, sich über 90 Minuten zu beweisen.

Der Steirer zahlte dieses Vertrauen mit einer guten Leistung und dem vorentscheidenden zweiten Tor beim 3:0-Heimerfolg zurück.

Zu wenig für Alars Ansprüche

„Das Tor tut natürlich sehr gut. Jetzt habe ich lange nicht gespielt, bin sonst nur kurz hineingekommen. Es freut mich, dass ich endlich wieder mal gespielt, gleich ein Tor gemacht habe und wir drei Punkte geholt haben“, gibt sich Alar im Gespräch mit LAOLA1 bescheiden.

Die Einsatzzeiten vor der 6. Bundesliga-Runde waren überschaubar. 16 Minuten gegen die Austria, zwei Minuten in Amsterdam und sechs daheim gegen Shakhtar Donetsk.

Eindeutig zu wenig für die Ansprüche des gelernten Stürmers, der schon in der Vorsaison Probleme hatte, in die Mannschaft zu finden.

In den letzten Jahren warfen ihn ein Achillessehnenriss sowie ein Mittelfußbruch aus dem Rhythmus. Verletzungen, die nicht gerade förderlich für die Entwicklung bei den Grün-Weißen waren.

„Habe gezeigt, dass ich es noch immer kann“

Diese Zeiten sind jedoch längst überstanden, trotzdem wollte es auf dem Weg zurück zu alter Stärke nicht wirklich klappen.

„Für mich persönlich gab es eigentlich keine Gründe. Es war eine Trainerentscheidung, die ich akzeptieren muss“, nimmt Alar zu seiner Situation Stellung.

Plötzlich zwischen Tribüne, Ersatzbank und Spielfeld zu pendeln, war für Alar eine neue Situation, mit der er erst umzugehen lernen musste.

„Ich habe aber nie aufgegeben, im Training immer Gas gegeben und heute gezeigt, dass ich es noch immer kann. Man darf nie den Kopf hängen lassen. Wenn ich die Chance kriege, will ich sie einfach nützen.“

Grödig-Spezialist mit „erstem Schritt“

Gegen Grödig klappte das schon ganz gut – aber kein Wunder. Schließlich mausert sich der Angreifer immer mehr zum Spezialisten für die Salzburger.

Am 27. Mai stand Alar zum letzten Mal über 90 Minuten auf dem Platz und erzielte sein bis dahin letztes Tor, auch am 22. November des Vorjahres traf er gegen die Grödiger.

Außerdem erzielte er bei Peter Schöttels letzter Amtshandlung als Rapid-Trainer beim 2:0 gegen Wiener Neustadt am 13. April 2013 einen Treffer. Der Trainer kehrte diesmal als Chefbetreuer Grödigs nach Wien zurück.

„Das war heute der erste Schritt, jetzt muss ich weiter Gas geben.“

Dank an Pavelic

Die starke Leistung wurde vom Trainerteam mit Sicherheit registriert. Als offensiver Mittelfeldspieler in der Zentrale traf er einmal die Latte und netzte in Minute 74. Allerdings gibt er selbst zu, dass er nur noch den Fuß hinhalten musste.

„Das war ein richtig schöner Pass von Mario Pavelic, ich habe mich schon bei ihm bedankt. Es hat mich gefreut, dass er zu mir gespielt hat. Dort gehöre ich hin“, konstatierte Alar.

Auf seiner Lieblingsposition an vorderster Front durfte er aufgrund der Überform von Robert Beric und den Einsätzen von Philipp Prosenik zuletzt selten ran.

Der ehemalige Kapfenberger sieht darin kein Problem, da er universell einsetzbar ist und verweist auf die Stärke der Konkurrenz.

Rotation in Alars Situation positiv

Genau diese lässt auch keine wirkliche Besserung für Alars Zukunft erkennen. Im Offensivbereich ist Rapid qualitativ und doppelt besetzt.

Irgendwie sucht der einstige Goalgetter noch nach seinem Platz. In dieser Hinsicht kann die aktuelle Rotation bei den Hütteldorfern nur positiv für ihn sein, um sich wieder präsentieren zu können.

„Natürlich ist das auch gut für mich. Man kann nicht immer jeden dritten Tag spielen, das geht nicht. Wir haben einen großen Kader und richtig gute Spieler. Das haben jene, die in letzter Zeit nicht so oft gespielt haben, gegen Grödig gezeigt.“

Im Rückspiel gegen Shakhtar Donetsk wird die Aufstellung aber schon wieder ganz anders aussehen – voraussichtlich ohne Alar.

Zukunft bei Rapid offen

Dementsprechend bedeckt gibt sich der Techniker, wenn er auf seine Zukunft bei Rapid angesprochen wird.

Alar zählt zu den wenigen Spielern im Kader, deren Verträge im Sommer 2016 auslaufen. Bisher bekannte er sich zu Rapid, doch im Laufe des Jahres scheint alles möglich zu sein.

„Jetzt habe ich noch ein Jahr Vertrag, das lasse ich alles auf mich zukommen. Jetzt schauen wir mal, was am Dienstag ist, hoffentlich steigen wir auf. Dann schauen wir weiter.“

Die Perspektiven müssten sich schon deutlich verbessern, damit eine weitere Zusammenarbeit Sinn macht. Den ersten Schritt dazu hat Alar gegen Grödig gemacht.


Alexander Karper

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