Alars Neustart nach der zweiten Leidenszeit in Folge

Aufmacherbild
 

Fußball-Profi zu werden, ist für viele die Erfüllung aller Träume.

Die Leidenschaft zum Beruf zu machen und somit Hobby mit Arbeit zu verbinden, ist für die meisten die Wunschvorstellung.

Danach warten im besten Fall rund 15 Jahre, um sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Die Zeit ist kostbar, schließlich gilt es auch vorzusorgen.

Vor allem aber will man spielen. Wenn die Leidenschaft, jedoch Leiden schafft, dann ist man wie zuletzt Deni Alar wochenlang zum Zuschauen verdammt – ein Horror-Szenario.

Unheil nahm vor eineinhalb Jahren seinen Lauf

Der mittlerweile 24-jährige Steirer hat in den vergangenen eineinhalb Jahren seit dem 11. Mai 2013 gerade einmal 16 Bundesliga-Einsätze bestritten.

Ein Achillessehnenriss kostete den Offensivspieler ein Dreivierteljahr, in Spielen gerechnet insgesamt 36.

Es war nicht Alars erste Verletzung, schon davor zwangen ihn vor allem Muskelverletzungen immer wieder einmal zu kurzen Pausen.

Nach der bis dato schwersten Verletzung seiner Karriere konnte er aber nicht ohne Eingewöhnungszeit zur Normalität übergehen.

Verletzungen veränderten den Spieler Alar

Langsam, mit Kurzeinsätzen wurde er ans Team herangeführt, doch es fehlte die Selbstverständlichkeit vergangener Tage.

Nach gänzlich absolvierter Sommer-Vorbereitung war die Zeit reif für einen Neuanfang, Barisic zählte wieder vermehrt auf den technisch versierten Akteur.

Allerdings musste für ihn - nicht zum ersten Mal in seiner Rapid-Zeit – wieder eine freie Position gefunden werden.

Die Lieblingsposition im Sturm hatte nach dem Abgang von Terrence Boyd nun Robert Beric inne, Louis Schaub und Steffen Hofmann waren dahinter weitestgehend gesetzt, womit er sich um den letzten freien Platz in der offensiven Dreierkette bewarb.

Mentale Herausforderung nach Mittelfußbruch

Doch nach vier Einsätzen nahm das Unglück erneut seinen Lauf. Eigentlich kämpfte Alar noch mit den Folgen seines Achillessehnenrisses.

Doch der mehrfache Nachwuchs-Teamspieler blieb weiter vom Pech verfolgt und zog sich einen Anbruch der Basis des zweiten Mittelfußknochens sowie des Keilbeins zu.

Die nächste Hiobsbotschaft, die nächste unvermeidbare Leidenszeit. Alar war am Boden zerstört, schließlich sollte er 81 Tage pausieren und insgesamt 13 Spiele verpassen.

Nicht nur physisch sondern vor allem mental eine Herausforderung für einen ambitionierten Spieler wie ihn, der stets die Weiterentwicklung und das Streben nach Höherem vor Augen hatte.

Gastspiel in Altach als weiterer Neustart

Rapids Auswärtsspiel in Altach in der 14. Bundesliga-Runde bedeutet für ihn nun einen neuerlichen Lichtblick.

Nach zwei Schicksalsschlägen in Folge steht Alar gegen die Vorarlberger erstmals wieder im Kader der Grün-Weißen.

Der Alte wird der Stürmer aber noch lange nicht sein, deshalb steigt Barisic in Bezug auf seinen Schützling bewusst auf die Bremse.

"Jetzt ist es einmal schön, dass er wieder zurück ist. Wir werden ihn Schritt für Schritt weiter heranführen", ist Alar für den Chefbetreuer noch kein Thema für die Startelf.

Neue Alternative kommt gelegen

Die Tatsache, wieder eine neue Alternative zur Verfügung zu haben, kommt jedoch genau zur richtigen Zeit.

Der Ausfall von Stefan Schwab nach seinem im Cup-Achtelfinale gegen Sturm erlittenen doppelten Bänderriss im rechten Knöchel wiegt schwer.

Zudem fehlen mit Dominik Wydra, Stefan Stangl, Brian Behrendt, Andreas Kuen und Michael Schimpelsberger weitere Möglichkeiten. Letzterer kann mit einem Seitenbandanriss, Achillessehnenriss und Kreuzbandriss seit August 2012 beinahe als noch größerer Pechvogel als Alar bezeichnet werden.

Für diesen zählt jetzt aber nur die Zukunft. Alar darf ab dem Gastspiel in Altach wieder seiner Leidenschaft nachgehen. Auch wenn die Leidenschaft in seinem Fall oft Leiden schafft.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen