Schicker: "Möchte einfach nur am Spielfeld stehen"

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Rene Schicker zählt nicht gerade zum Stammpersonal der Admira.

Der 27-Jährige absolvierte in dieser Saison bislang erst sechs Bundesliga-Spiele.

Gerade einmal bei der Hälfte davon stand er auch Startformation.

Dennoch liest sich seine Scorer-Statistik mit einem Treffer und fünf Torvorlagen ordentlich.

„Ich habe an mir gearbeitet, nie aufgegeben und habe die Kritiken und auch die Empfehlungen des Trainers und von anderen Leuten angenommen und probiert, es umzusetzen“, beweist der Offensivspieler, dass er ein Kämpfertyp ist.

Startelf-Comeback nach fünf Monaten

Nach zwei Einwechslungen im Nachtrag gegen Kapfenberg (3:1) und beim Gastspiel bei der Wiener Austria (1:2) belohnte ihn Trainer Didi Kühbauer am vergangenen Wochenende gegen Sturm Graz mit einem Einsatz von Beginn an.

Zum ersten Mal seit Oktober wurde Schicker dieses Vergnügen zuteil. Dass der Admira-Coach mit seinem Vertrauen richtig lag, bewies der gebürtige Leobener mit seinem 2:0-Siegtreffer, dem ersten Bundesliga-Tor seiner Karriere.

„Ich habe mir gedacht, ich nehme mir den Ball, weil Patrik verletzt ist und nicht schießen kann. Dann habe ich ihn reingehaut“, beschreibt „Schicki“ den Elfmeter-Treffer trocken.

Zwischen Sturm und Mittelfeld

Bevor und nachdem der ehemalige St.Gallen-Legionär anstelle des abwesenden Jezek Verantwortung übernahm, war er überall auf dem Rasen der Trenkwalder-Arena zu finden.

Als hängende Spitze wechselte er sich immer wieder mit den Kollegen Stefan Schwab und Rene Seebacher ab und stellte so mit guter Laufarbeit die gegnerische Defensive vor Probleme.

Auf welcher Position der gelernte Flügel zum Einsatz kommt, ist ihm „eigentlich relativ egal“. „Ich bin hauptsächlich froh, wenn ich spielen kann. Das ist für mich das Wichtigste. Für mich ist das nichts, wenn ich am Wochenende zuschauen muss.“

Spielen für den Vertrag

Angesichts des im Juni 2012 auslaufenden Vertrages kommt jede Einsatzminute gerade recht.

„Ich werde mich in jedem Spiel, wo ich die Chance bekomme, präsentieren“, erklärt Schicker, für den die „Admira natürlich erster Ansprechpartner“ bleibt.

Nach 101 Ligaspielen in den obersten zwei Spielklassen für die Niederösterreicher könnte aber auch ein Tapetenwechsel anstehen.

„Ich mache mir da jetzt noch keinen Kopf, ich schaue von Spiel zu Spiel und probiere meine Leistungen zu bringen. Wenn es dann soweit ist, dass ich vielleicht bleibe, werde ich weiter bleiben. Wenn es nicht so ist, wird es schwer sein, dann bin ich halt nicht mehr da.“

„Einfach am Spielfeld stehen“

Zwar lässt sich Schicker ein „Mein Herz schlägt für die Admira“ entlocken, die mangelnde Match-Praxis scheint aber ihre Spuren hinterlassen zu haben.

In erster Linie werden also die kommenden Spiele entscheiden. Knüpft er an die jüngsten Leistungen an, steht erstens einer Vertragsverlängerung von Seiten des Vereins wohl nichts im Wege.

Und zweitens wäre das innerste Bedürfnis des Fußballers dadurch gestillt:

„Ich möchte einfach am Spielfeld stehen, das ist für mich das Schönste.“

Christian Eberle/Peter Altmann

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