Admiras Kader-Fragezeichen

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Kühbauer: "Jezek kostet sehr, sehr viel Geld"

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Bei der Admira kann man getrost schon einen Blick auf die kommende Spielzeit werfen.

Mit dem längst besiegelten Klassenerhalt hat man das Saisonziel bravourös gemeistert, alles andere wäre nur noch Draufgabe.

Wie etwa ein Europa-League-Quali-Platz, der mit dem derzeitigen vierten Rang in Reichweite liegt.

Im Hintergrund mahlen bei den Südstädtern aber schon die Mühlen, um das bekanntlich schwierigere zweite Jahr gut vorbereitet in Angriff zu nehmen. Zumindest auf dem Personalsektor gibt es noch einige Fragezeichen.

„Jezek kostet sehr, sehr viel Geld“

Höchste Priorität genießt bei Trainer Dietmar Kühbauer und seinem Team die Akte Patrik Jezek. Der mittlerweile 35-jährige Tscheche hat diese Saison einmal mehr trotz seines fortgeschrittenen Alters seine Klasse unter Beweis gestellt.

„Ich finde, Patrik spielt eine sehr gute Saison, was die Assists und Treffer anbelangt. Aber er kostet sehr, sehr viel Geld, was ich jetzt mitbekommen habe. Ob wir das stemmen, ist eine andere Frage“, grübelt Kühbauer im Gespräch mit LAOLA1.

Ginge es rein um die sportlichen und menschlichen Qualitäten, würde der ehemalige Profi keine Sekunde zögern, um Jezeks im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern.

„Patrik hat für uns sehr, sehr viel geleistet. Er hat in den letzten zwei Jahren ungefähr 40 Tore geschossen. Das ist schon eine gewaltige Quote, auch wenn man bedenkt, in welchem Alter er ist. Aber es liegt nicht in meiner Hand. Ich bezahle ihn nicht, das ist Sache des Klubs.“

Admira will kein Risiko eingehen

Zuletzt wurde darüber spekuliert, ob ein zusätzlicher Sponsor einen weiteren Verbleib des Mittelfeld-Strategen möglich machen könnte.

Kühbauer hat finanziell gesehen aber Prinzipien, die er auch für einen Spieler wie Jezek nicht über Bord werfen würde.

„Wir wollen schon eine Mannschaft haben, bei der das Budget ausfinanziert ist. Das ist mir wichtiger, als wenn wir vielleicht auf Zahlungen warten müssten. Das war bis jetzt nicht der Fall und das wollen wir auch nächste Saison nicht so haben.“

Definitiv verlassen wird den Klub Christopher Dibon. Der zur Zeit verletzte Kapitän und Abwehrchef unterschrieb erst vor kurzem einen Vertrag bei RB Salzburg. Der Admira-Coach hätte den 21-Jährigen gerne noch länger unter seinen Fittichen gehabt, gönnt diesem aber die Beförderung.

Kühbauer kann Dibons Entscheidung nachvollziehen

„Natürlich habe ich immer wieder betont, dass ich Dibon gerne bei mir gehabt hätte. Aber man muss junge Burschen, die noch mehr erreichen wollen, ziehen lassen – auch wenn es mir schwer fällt.“

Bei den Niederösterreichern habe sich der Verteidiger stets professionell verhalten und sowohl sportlich, als auch menschlich seine Visitenkarte hinterlassen.

„Dibon hat in Wahrheit alles für den Klub getan. Es ist nun einmal so, dass ein vertragsfreier Spieler dorthin wechseln kann, wohin er will. Salzburg kann sich auf ihn freuen."

Einen Abschiedsauftritt im Admira-Dress wird es jedoch aller Voraussicht nicht mehr geben. Sowohl bei Dibon, als auch bei Stefan Schwab und Emin Sulimani schließt Kühbauer ein Comeback vor der Sommerpause aus.

Bayern-Leihgabe Burusic spielt vor

„Sie sind absolut kein Thema mehr. Es hilft nichts, wenn sie sich für die fünf Spiele noch fit machen würden. Mir ist wichtig, dass sie in der nächsten Saison wieder da sind“, so der 41-Jährige.

Zuletzt durfte er für zwei Tage Dominik Burusic im Training begrüßen. Das 19-jährige Talent gehört noch der Admira, sammelte zuletzt aber Erfahrungen im Bayern-Nachwuchs. Allerdings könnten die Südstädter die Option ziehen, um den Stürmer zurückzuholen.

„Er bemüht sich und zeigt auf, aber ich glaube, dass die Zeit zu kurz ist, um einen Schnellschuss zu machen. Er ist ein junger Spieler, der uns reinpassen würde.“ Die restliche Woche bleibt dem Trainerteam noch, um sich von Burusic‘ Stärken zu überzeugen.

Auch Spieler von den Amateuren drängen laut Kühbauer nach und könnten eine Chance bekommen, da der Tabellenvierte ja bekanntlich sehr viel Wert auf junge Spieler legt.

„Das Perfekte gibt es im Fußball nicht“

In punkto Verpflichtungen hält sich das Mastermind hinter dem Admira-Erfolgslauf noch zurück. Vor allem auch, weil die finanziellen Mittel begrenzt sind.

„Geld wächst bekanntlich nicht am Baum. Wir müssen schon schauen, dass wir kostengünstige Spieler kriegen, was aber nicht bedeutet, dass es schlechte Spieler sind. Die Planungen sind im Laufen, aber bei weitem noch nicht abgeschlossen.“

Zuletzt geisterte der Name von Austria Lustenaus Peter Pöllhuber herum. Prinzipiell sieht Kühbauer die Admira aber auf dem Weg in die richtige Richtung und ist mit der Entwicklung zufrieden.

„Eigentlich wünscht man sich immer noch mehr, aber das Perfekte gibt es im Fußball nicht. Das hat man am Dienstag leider bei Barcelona gegen Chelsea gesehen. Der Perfektionismus konnte den biederen Handwerksfußball nicht schlagen.“

Sollte es tatsächlich noch für den dritten Platz reichen, der zur Europa-League-Quali berechtigt, wird die Kaderplanung mit Sicherheit noch einen anderen Verlauf nehmen. „Wenn es so kommt, werden wir uns schon Gedanken machen.“


Alexander Karper

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