"Haben uns alle mehr erwartet"

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Alex Friedls Blick in die Zukunft der Admira

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Langweilig waren die letzten Wochen für ihn sicher nicht.

Admira-Manager Alexander Friedl hatte auch in der abgelaufenen Transferzeit allerhand zu tun. Neben vier, für österreichische Verhältnisse, prominenten Neuzugängen, hat man sich auch noch einen neuen Sponsor an Land gezogen und bereitete sich auf das Lizenzierungsverfahren vor. Das Auftaktspiel gegen Aufsteiger Altach ging dagegen verloren.

Zum Auftakt der Frühjahrssaison nahm sich Alexander Friedl die Zeit, mit LAOLA1 über die Geschehnisse der letzten Wochen zu plaudern und spricht auch über berühmt berüchtigten „Plan B“.

Qualität und Quantität

Im Herbst blieb den Admiraner das Verletzungspech über weite Strecken treu, Zeitweise stieß man personell an die Grenzen. Für Alex Friedl blieb also keine andere Wahl als den Kader weiter aufzustocken.

Mit Lukas Grozurek von Rapid, Toni Vastic von Ried, Konstantin Kerschbaumer von St. Pölten und Markus Blutsch vom LASK (leihweise mit Kaufoption) sorgten die Südstädter aber nicht nur für Quantität, sondern auch für jede Menge Qualität im Kader.

„Wir haben alle vier Spieler verpflichten können, die wir auch tatsächlich verpflichten wollten“, freut sich Friedl über die Transferzeit.

Keine Trauer über Thürauer-Abgang

Christoph Knasmüllner tut sich auch in der Südstadt schwer

„Wir haben uns alle, auch der Spieler selbst, mehr erwartet und erhofft, aber wie man sieht ist es nicht so leicht. Oft kommen Spieler nach Österreich zurück und glauben es ist einfacher, als es dann tatsächlich ist“, übt Friedl bereits erste Kritik am „Königstransfer“.

Wie Knasmüllner wurden auch Grozurek und Vastic früh hochgelobt, der endgültige Durchbruch blieb ihnen bislang verwehrt. Einen Vergleich zwischen den Spielern lässt Friedl aber nicht zu

Christoph Knasmüllner war schon ein Projekt, der hat lange Zeit nicht gespielt bei seinen Vereinen davor. Das war bei Vastic nicht so und auch bei Grozurek nicht. In gewisser Weise kann man sie schon vergleichen, aber die beiden Spieler, die wir nun geholt haben, haben doch mehr Spielpraxis in der Vergangenheit gehabt.“

Zuversicht vor Lizenzvergabe

Neben den Neuverpflichtungen am Spielersektor, konnte die Admira mit Wettanbieter Admiral auch noch einen großen Partner ans Land ziehen. „Wir sind sehr froh, dass wir den nächsten Partner aus der Region mit an Bord haben“, ist Friedl zufrieden.

Dass man nicht nur vier Wunschspieler holen konnte, sondern auch einen Leistungsträger abgeben musste, ist aber auch bekannt. Lukas Thürauer, der acht Torbeteiligungen im Herbst hatte, zog es zurück nach St. Pölten. Gerüchten zufolge für das doppelte Gehalt als in der Südstadt.

Die finanzielle Unterlegenheit gegen einen Erste-Liga-Klub ärgert Friedl nicht: „Gar nicht. Da freue ich mich mehr für den Spieler, wenn St. Pölten das Potenzial hat mehr zu zahlen als die Admira in der Bundesliga. Das ist schön für den Lukas, er hat einen langfristigen Vertrag bekommen, da freu ich mich für ihn.“

Auch die sportliche Trauer hält sich beim Manager in Grenzen: „Die Situation hat es dann ergeben, dass man Konstantin Kerschbaumer bekommen kann.  Er ist allein vom Alter her ein Spieler, der noch mehr Potenzial nach oben hat und deswegen waren wir nicht unglücklich, dass der Deal so über die Bühne gegangen ist.“

Kritik an Knasmüllner

Im Sommer geriet die Admira speziell durch die Verpflichtung von Christoph Knasmüllner in die Schlagzeilen. Der ehemalige Bayern-, Inter- und Ingolstadt-Legionär sollte unter dem Trainer-Duo Knaller/Lederer endlich den Durchbruch schaffen. Davon war er im Herbst aber noch weit entfernt.

Ebenfalls zufrieden blickt Alexander Friedl der Lizenzvergabe entgegen. In den letzten Jahren wurde in der Südstadt meist gezittert, auch wenn er das etwas relativiert: „Es waren auch in der Vergangenheit eher Kleinigkeiten, die für die Bundesliga den Ausschlag gegeben haben, die Lizenz nicht zu erteilen. Wir haben sie im Endeffekt aber immer bekommen.“

Dieses Jahr sollte es dank der neuen Klub-Struktur dann aber endgültig reibungslos ablaufen: „Natürlich erhoffen wir uns heuer, aufgrund der „Gruppe neu“ und dem Rückenwind des neuen Vorstandes ein wesentlich leichteres und entspannteres Lizenzierungsverfahren.“

„Plan B“ möchte man vermeiden

Dass sich die Admira ob eines schwachen Herbstes voll im Abstiegskampf befindet, ist allgemein bekannt. Für die Truppe von Coach Walter Knaller könnte jedes Spiel im Frühjahr ein Endspiel sein.

Sollte es nach 36 Runden tatsächlich nicht für den Klassenerhalt reichen und der neunfachen Meister nach vier Jahren Erstklassigkeit wieder in die zweite Liga absteigen müssen, würden die Lichter an der Südstadt keineswegs ausgehen. „Man wäre sicherlich gerüstet. Die Akademie im Rücken bietet Möglichkeiten, im Falle eines Abstiegs, noch mehr auf den eigenen Nachwuchs zu setzen“, beruhigt Friedl die Fans.

Mit dem Szenario „Sky Go Erste Liga“ will man sich aber gar nicht groß auseinandersetzen: „In der aktuellen Situation, in der sich die Admira befindet, muss man sich Gedanken über dieses Szenario machen. Die Planungen laufen aktuell aber voll auf Bundesliga, dann hat man immer noch genug Zeit den kurzfristigen Switch zum Plan B zu machen.“

Alexander Friedl hat sein Möglichstes jedenfalls unternommen, dass die Admira Bundesliga-Bestandteil bleibt.

Ob die nächsten Monate ähnlich stressig werden wie der vergangene, entscheidet sich nun auf dem Platz.

 

Julian Saxer

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