Eine Frage der Nerven

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Wessen Nervenkostüm hält dem Druck stand?

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Das große Nervenflattern?

In der Begegnung Admira gegen Austria (16 Uhr im LAOLA1-Ticker) zählt für beide Mannschaften eigentlich nur ein Sieg.

Während die Südstädter im Kampf gegen den Abstieg jeden Punkt benötigen, brauchen die Veilchen im Fernduell mit RB Salzburg ebenfalls jeden Zähler.

Für Brisanz ist also gesorgt.

Doch wer geht mit der Anspannung besser um, bei wem hält das Nervenkostüm dem Druck stand?

Didi Kühbauer versucht, positive Stimmung zu verbreiten.

„Die Austria ist klarer Favorit“

„Wir werden alles daran setzen, um der Austria Punkte wegzunehmen. Wir müssen mit Leidenschaft, Begeisterung und Kampfeskraft gegen ihre spielerische Überlegenheit arbeiten.  Die Violetten brauchen einen Dreier, sollte es nur ein X werden, fangen bei ihnen so richtig die Nerven zu flattern an. Es ist eine dankbare Aufgabe. Die Austria ist klarer Favorit, wir können nur überraschen“, veranschaulicht der Admira-Coach die Ausgangslage.

Kapitän Richard Windbichler sieht es ähnlich: „Es könnte uns entgegen kommen, dass die Austria bereits als sicherer Sieger gewertet wird. Der Druck ist nicht so groß, wenn du gegen die Favoriten spielst.“

Admira angespannt

Dass die Anspannung aufgrund der akuten Abstiegsgefahr dennoch  spürbar ist, will der 22-Jährige erst gar nicht abstreiten.

„Wenn ich Nein sage, müsste ich lügen. Wenn du es nicht in den Europacup schaffst, passiert eigentlich nicht so viel. Es ist etwas total anderes, als wenn du die Liga nicht hältst. Wir versuchen uns von außen nichts anmerken zu lassen und denken nur von Spiel zu Spiel. Wir glauben an uns, werden die Klasse halten. Wir wissen um was es geht, jeder Einzelne wird sich den Arsch aufreißen“, vergleicht der 12-fache U21-Spieler die Situation mit letzter Saison, als die Niederösterreicher anstatt gegen den Abstieg um die Europa-Cup-Teilnahme kämpften.

Austria-Mastermind Peter Stöger kann Windbichlers Aussagen nur zu gut nachvollziehen. „Auch wenn mich manche jetzt  prügeln werden: Es ist für uns wichtig und interessant, Meister zu werden, aber es passiert nicht wahnsinnig viel, wenn man Erster oder Zweiter wird. Die Geschichte unten ist bitterer. Es ist einfach unangenehm für den ganzen Verein, wenn man sich aus der Liga verabschieden muss. Die nervliche Belastung ist wesentlich größer.“

„Salzburg spielt jetzt so, wie es zu erwarten war“

Was nicht heißen soll, dass man im Falle des verpassten Titels nicht maßlos enttäuscht wäre. Daran und an den aktuellen Lauf der Salzburger denkt der Wiener aber erst gar nicht.

„Salzburg spielt jetzt so, wie es zu erwarten war, aber wir haben immer noch unseren Polster. Es war doch klar, dass es nicht mit einem 13-Punkte-Vorsprung weitergeht, der vielleicht auch noch Woche für Woche ausgebaut wird. Dann wären wir irgendwann 20 Punkte vor Salzburg und dann müsste man in der Mozartstadt überlegen, ob man nicht besser zusperrt.“

Dass sein Team von den letzten sechs Spielen nur eines gewinnen konnte, will der Ex-Internationale ebenfalls nicht überbewerten.

„Wir hatten zuletzt mit Salzburg, WAC, Sturm und Rapid ein schwieriges Programm. Es gibt am Papier leichtere Aufgaben.“

Stöger optimistisch

Zudem verweist Stöger auf den immer noch recht komfortablen Vorsprung von sechs Punkten. Das Wort Krise sei daher in Zusammenhang mit seiner Truppe unangebracht.

„Wenn man bedenkt, dass wir aus den letzten sechs Spielen nur einen Sieg geholt haben und dennoch sechs Punkte vor Salzburg liegen, muss ich mir denken, dass Salzburg irgendwann eine Wahnsinns-Krise hatte, denn sonst würde wir ja jetzt nicht noch immer so dastehen.“

Da der FAK-Chefcoach mit Ausnahme der ersten Hälfte in Graz mit der Leistung und dem Auftreten seiner Elf zufrieden war, blickt er auch optimistisch auf das Meisterschafts-Finale.

„Wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen, können wir jeden Gegner schlagen. Ist dies nicht der Fall, dann ist es auch so, dass wir nicht im Stehen die Spiele gewinnen werden.  Sind wir kompakt und konzentriert, dann werden wir die nächsten Spiele auch gewinnen.“

„Du darfst die Nerven nicht weghauen“

Große Nervosität mache sich in Wien-Favoriten nicht breit. „Einige im Haus sind ruhiger, einige aufgeregter, da gehöre ich jedenfalls nicht dazu. Ich merke, dass die Spieler das große Ziel erreichen wollen.“

Und dieses heißt im Falle der Violetten der 24. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Admira wäre hingegen schon mit Platz neun überglücklich.

Kühbauers abschließender Appell: „Du darfst in dieser Phase einfach nicht die Nerven weghauen. Wenn ich im Vorfeld schon mit einem faden Gesicht herumlaufe oder nicht mehr an die Mannschaft glauben würde, wäre es der falsche Weg.“

Mal sehen, wem es am Sonntag besser gelingt…

 

Martin Wechtl

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