LAOLA1 blickt auf die Saison des WAC zurück

Aufmacherbild
 

Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison des Wolfsberger AC zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Plus: Wähle das Tor der Saison der "Wölfe"!

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Michael Liendl (36 Spiele/9 Assists/13 Tore): Bei der Austria nicht unumstritten, blühte der Edeltechniker in Wolfsberg richtig auf. Herr der ruhenden Bälle, Schaltzentrale im Mittelfeld und Vollstrecker in einer Person.

Christian Dobnik (35/0/0): Die Entdeckung auf der Torwart-Position und zurecht schon als Teamkandidat gehandelt. Trotz geringer Körpergröße für einen Keeper überragend. Rettete seinem Klub zahlreiche Spiele. Wer ist eigentlich Marco Knaller?

Michael Sollbauer (34/0/1): In der Innenverteidigung gesetzt, überzeugt der Kapitän mit risikofreier Spieleröffnung und Abgeklärtheit. Mit 23 Jahren Potenzial nach oben.

Manuel Kerhe (34/2/8): Schon zu Regionalliga-Zeiten bei den Kärntnern schlug der Dauerläufer auf der rechten Seite mit 104 die meisten Flanken aller Bundesliga-Akteure. Mit acht Vorlagen Nummer zwei hinter Liendl.

Dario Baldauf (33/2/4): Fixpunkt auf der linken Außenverteidiger-Position, der aufgrund seines starken Kopfballspiels auch offensiv zur Waffe werden kann. Zumeist aber mit Defensiv-Aufgaben hinter seinem "spanischen Partner" voll ausgefüllt.

Jacobo (32/9/5): Das kreative Genie des WAC setzte sich nach hölzernem Beginn auch in der Bundesliga entscheidend in Szene. Beim Höhenflug der Rückrunde eine stete Torgefahr. Manchmal ein wenig launisch.

David De Paula (32/1/8): Im Schatten Jacobos, aber gemeinsam mit Kerhe zweitbester Vorbereiter seines Teams. Feiner Techniker und universell einsetzbarer Teamplayer.

Mihret Topcagic (31/10/1): Nach einem durchwachsenen Frühjahr profitierte der Stürmer von der Verletzung von Goalgetter Falk. Als Solospitze im Wolfsberger System mit seinen Fähigkeiten, den Ball abzuschirmen, Idealbesetzung.

Michele Polverino (30/0/2): Der Liechtensteiner hält den Offensivspielern im Mittelfeld den Rücken frei. Muss extreme Löcher stopfen und dafür auch öfters zu unlauteren Mitteln greifen. 13 Gelbe und eine Rote Karte eine logische und seine Note trübende Konsequenz.

Ruben Rivera (30/3/2): Bekam nur elf Mal von Beginn an Bjelicas  Vertrauen geschenkt und ließ bei allen Einsätzen Kaltschnäuzigkeit vermissen. Gute Ansätze mischten sich mit teils unbeholfen wirkenden Bewegungen.

Nenad Jovanovic (28/0/0): Solider Abwehrspieler, der seinen Part humorlos erledigt. Der Serbe verlor seinen Startplatz kurzzeitig an Solano, ließ sich nach dessen Verletzung aber nicht mehr verdrängen.

Christian Thonhofer (25/1/3): Der Wiener spielte sich auf der rechten Abwehrsseite in die Startelf und rief nicht nur gegen Ex-Klub Rapid gute Leistungen ab. Manövrierte sich durch eine Disziplinlosigkeit (oder mehr?) dann allerdings selbst ins Abseits.

Roland Putsche (20/1/0): Nach seiner Debütminute im Jahr 2010 durfte der 22-Jährige regelmäßig Bundesliga-Luft schnuppern. Als unauffälliger Arbeiter im defensiven Mittelfeld konnte er sich zwar nicht groß profilieren, immerhin aber weiterentwickeln.

Stephan Stückler (20/1/4): In der Aufstiegssaison mit zehn Toren Leistungsträger, blieb dem Offensiv-Spieler in dieser Saison zumeist nur die Joker-Rolle. Einsatz und Agilität stimmen, an der qualitativ höher gehandelten internen Konkurrenz führte aber kein Weg vorbei.

Christian Falk (19/10/0): Nach torlosen ersten sieben Spielen platzte in Runde acht gegen Neustadt (3 Tore) so richtig der Knoten. Der Erste-Liga-Torschützenkönig des letzten Jahres führt das interne Ranking mit zehn Treffern an, obwohl er das ganze Frühjahr wegen einer Schambeinentzündung passen musste.

Sandro Zakany (14/0/0): Schon in der ersten Liga nur Ergänzungsspieler wurde dem Mittelfeldmann in der obersten Spielklasse Österreichs noch weniger Protagonismus zuteil. Ein Stimmungsmacher im Team, auf dem Feld aber eher mit traurigen Vorstellungen.

Jose Solano (13/2/0): Eine Verletzung zur Winterpause trübt die Bewertung der Debüt-Saison des Andalusiers. Konnte bei seinen wenigen Einsätzen durch Zweikampfstärke und Torgefährlichkeit durch gutes Kopfballspiel überzeugen.

Boris Hüttenbrenner (13/0/0): Kam in der Winterpause aus Klagenfurt und fand sich in der Bundesliga sofort wieder zurecht. Durch seine Robustheit sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung eingesetzt, die gezeigten Leistungen durchaus ansprechend.

Mario Kröpfl (12/0/1): In der Hinrunde zumeist nur auf der Tribüne, bekam der 23-Jährige im Frühjahr zumindest regelmäßig Spielpraxis. Wirklich hängen geblieben ist von seinen Einsätzen aber herzlich wenig.

Gernot Suppan (6/0/0): Der Grazer hat mit Baldauf einen (für seine Verhältnisse) übermächtigen Mitspieler vor sich. Mehr Arbeiter als Fußballspieler und daher zurecht nur Backup.

Gernot Messner (4/0/0): Der etatmäßige Kapitän der Wolfsberger blickt aufgrund seiner Verletzungen auf eine Saison zum Vergessen zurück.

Max Friesacher (1/0/0): Nach Knallers Suspendierung zur Nummer zwei aufgestiegen, schlug im Spiel gegen die Admira seine große Stunde. Darf sich seit dem 0:0 Bundesliga-Spieler und Elfer-Killer nennen.

Maximilian Ritscher (1/0/0): Mit 19 Jahren liegt seine Zukunft noch vor ihm. Debütierte 14 Minuten beim 2:6 gegen Salzburg.


FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Einer mehr als respektablen Debüt-Saison in der Bundesliga blieb das "I-Tüpfelchen" (O-Ton: Christian Dobnik) namens Europacup verwehrt. Angesichts der bevorstehenden zweiten Saison im Oberhaus muss man sich im Lavanttal allerdings wenig Sorgen machen. Anders als bei der Admira droht kein Ausverkauf der Schlüsselspieler, sämtliche Leistungsträger (Jacobo, Kerhe, Topcagic, etc.) konnten früh gebunden werden. Gelingt es den Verantwortlichen um Trainer Nenad Bjelica, die Qualität des Kaders in der Breite zu heben, darf man sich auf die Spielzeit 2013/14 freuen. Spielerische Qualität ist schließlich jetzt schon ausreichend vorhanden.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE DER WAC GEGEN...

 

AUSTRIA WIEN

Punkte:

 

 

RED BULL SALZBURG

Punkte:

 

 

SK RAPID

Punkte:



STURM GRAZ

Punkte:



SV RIED

Punkte:



SV MATTERSBURG

Punkte:

 


ADMIRA

Punkte:



SC WIENER NEUSTADT

Punkte:



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte:



LAOLA1-BILANZ

Was kurz nach Ende der Saison in erster Linie hängen bleibt, ist die verpasste Chance, sich für die Europa League zu qualifizieren. Mit ein wenig Abstand ist den Fans (siehe Bild!) aber vorbehaltslos zuzustimmen. Der WAC erwies sich als Bereicherung für die Liga und ist auf dem Weg, sich seines Status als Provinz-Verein zu entledigen. Die Lavanttal-Arena wurde aufgerüstet und entspricht in seiner Naturbelassenheit und Größe durchaus der Fanbasis (Schnitt 5.360). Eine Rasenheizung stünde dem Stadion aber dennoch gut zu Gesicht.

Sportlich gibt es ohnehin keine zwei Meinungen. Die Kärntner sind - abgesehen von den etwas blutleeren Auftritten zu Saisonende - ein Team, das spielerisch Lösungen sucht und unter der Ägide von Nenad Bjelica diesem System auch treu bleiben wird. "Wir haben gute Spiele in dieser Saison abgeliefert und das wird auch nächste Saison so sein", befand Obmann Dietmar Riegler. Die kommende Saison ohne Europacup hat in diesem Sinne auch etwas Positives, kann die Mannschaft doch weiter gesund wachsen. Von spekulativen Investitionen wird Riegler absehen und stattdessen punktuell auf die Wünsche seines Trainers eingehen. Und wer weiß, vielleicht klappt es dann ja mit dem internationalen Geschäft im nächsten Jahr...


Christian Eberle

Zum Seitenanfang» Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen