LAOLA1 blickt auf Mattersburgs Saison zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison des SV Mattersburg zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Plus: Wähle das Tor der Saison der Burgenländer!

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Thomas Borenitsch (35 Spiele/0 Tore/0 Assists):  War in der Vergangenheit nur selten so klare Nummer eins beim SVM. Viele Einsätze, aber auch viele Patzer und 67 Gegentore - eindeutig zu viele.

Patrick Farkas (35/0/5): Mit seinen 20 Jahren ist der sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld einsetzbare Nachwuchs-Teamspieler eine heiße Aktie. Konnte zudem zusammen mit Borenitsch die meisten Einsätze verbuchen.

Thorsten Röcher (34/2/4): Machte einen großen Schritt nach vorne und entwickelte sich weiter. Steigerte seine Einsatzzeit und machte sich mit guten Leistungen sogar für Meister Austria interessant.

Patrick Bürger (33/9/5): Noch der torgefährlichste Mattersburger, allerdings in punkto Tore und Assists deutlich hinter den Ergebnissen der vergangengen Jahre. Eine mittelmäßige Saison für den Stürmer.

Alois Höller (33/5/3): Solide in der Defensive und immer für ein Tor gut. Fünf Volltreffer und drei Assists können sich sehen lassen, allerdings ist noch Verbesserungspotenzial vorhanden.

Manuel Prietl (33/0/1): Der 21-jährige Staubsauger im defensiven Mittelfeld schlug bei den Mattersburgern ein. Mit 33 Einsätzen und guten Vorstellungen empfahl er sich für höhere Aufgaben.

Florin Lovin (32/2/3): Der 31-jährige Routinier wurde aus Kapfenberg geholt und brauchte Zeit, um sich bei Mattersburg zurecht zu finden. Stand meist im Schatten von Nebenspieler Prietl.

Adnan Mravac (30/0/2): Der Abwehrchef überzeugte mit Engagement, allerdings brachte er es nicht zusammen, die Viererkette zu stabilisieren. 67 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache.

Ilco Naumoski (28/4/2): Der Mazedonier war in dieser Saison nicht immer erste Wahl, wenn dann meist hinter der Solospitze. Nur vier Tore und 22 Auswechslungen sprechen gegen den Stürmer.

Manuel Seidl (22/3/3): Mit dem Mittelfeldspieler zog sich einer der wenigen Kreativspieler im Frühjahr einen Kreuzbandriss zu und musste daraufhin passen. Bis dahin eine ordentliche, aber nicht spektakuläre Saison.

Martin Rodler (21/2/0): Konnte mehr Einsätze als in der Vorsaison aufweisen und sprang ein, wenn Not am Mann war. Durch die Verpflichtung von Majstorovic im Winter jedoch kalt gestellt.

Michael Mörz (21/1/0): Die Mattersburg-Legende hat weiterhin an Glanz verloren. Dem 33-Jährigen kommt keine entscheidende Rolle mehr zu. Zehn Ein- und neun Auswechslungen sagen alles.

Christian Gartner (17/1/0): Auf das 19-jährige Top-Talent sind schon mehrere Top-Klubs aufmerksam geworden, unter anderem Rapid. In dieser Saison durfte er sich 17 Mal präsentieren.

Ivica Majstorovic (16/0/0): Schlüpfte nach seiner Verpflichtung im Winter in die Innenverteidigerrolle. Gleicher Vorwurf wie bei Mravac: Zu viele Gegentore, zu wenig Gegenwehr.

Lukas Rath (15/0/1): Der Herbst war für den 21-jährigen ÖFB-Nachwuchsspieler noch in Ordnung. Das Frühjahr verpasste der Defensivspieler nach einem Kreuzbandriss vollständig.

Alexander Pöllhuber (14/1/0): Der 28-jährige Routinier ist und bleibt nicht mehr als ein Notnagel. Wenn wer ausfällt, war er zur Stelle. Meist aber mehr schlecht als recht, inklusive zwei Rot-Sperren.

Marvin Potzmann (14/3/1): Der 19-jährige Youngster wird so wie Gartner seinen Weg gehen. Großes Potenzial, dass er diese Saison nur 14 Mal ausschöpfen durfte. Allerdings: Drei Tore und ein Assist.

Ingo Klemen (14/3/1): Tümpelte bisher in der Regionalliga oder tiefer herum, ehe ihm mit 26 Jahren der Durchbruch gelang. Stelle mit drei Toren in nur 14 Einsätzen seine Gefährlichkeit unter Beweis.

Philipp Steiner (11/0/0): Fand in dieser Saison nie richtig in die Mannschaft. Nach anfänglichen Rückenproblemen reichte es meist nur für Kurzeinsätze.

Michael Novak (10/0/0): Der 22-jährige Außenverteidiger kam von den Austria Amateuren und schnupperte im Frühjahr Bundesliga-Luft. Machte bei seinen zehn Einsätzen keine schlechte Figur.

Wilfried Domoraud (10/0/1): Verletzungspech warf den einstigen Flankenflitzer immer wieder aus der Bahn. Insgesamt stand der 24-Jährige sogar nur 14 Mal im Kader der Kampfmannschaft.

Nedeljko Malic (9/0/0): Der abgebrühte Abwehrspieler fehlte den Mattersburgern an allen Ecken und Enden. Nach einem Kreuzbandriss im Herbst war die Saison für ihn gelaufen.

Christian Ressler (5/0/0): Der 21-jährige Stürmer wurde von den Amateuren hochgezogen und durfte fünf Mal Bundesliga-Luft schnuppern. Mehr als 35 Spielminuten schauten jedoch nicht heraus.

Ronald Spuller (3/0/0): Der Abstieg des 31-Jährigen nahm seine Fortsetzung. Bestritt lediglich drei Einsätze für die Profis und war sonst in der Regionalliga aktiv.

Markus Böcskör (1/0/0): Konnte Borentisch trotz Abstiegssaison nie den Platz als Nummer eins streitig machen. Kam zu einem Einsatz, ansonsten hinter Thomas Dau nur mehr Nummer drei.


FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Die zehnte Saison im Fußball-Oberhaus war gleichzeitig die Letzte für den SV Mattersburg. Der Abstieg konnte trotz aussichtsreicher Position vor dem letzten Spieltag nicht verhindert werden. Somit stellen sich bei den Burgenländern viele Fragen. Hält Obmann Martin Pucher an Trainer Franz Lederer fest, der acht Jahre die Burgenländer coachte? Sind die Leistungsträger tatsächlich mit wasserdichten Verträgen ausgestattet, die sie auch in der ersten Liga an den Verein binden oder droht ein Ausverkauf? Mattersburg ist nicht nur einmal dem Abstieg von der Schippe gesprungen, diesmal hat es den Dorfverein erwischt. Obwohl im Hintergrund gar nicht einmal so schlecht gearbeitet wurde. Durch die Akademie wurden immer mehr junge Spieler integriert, die verdienstvollen Akteuren wie Michael Mörz oder Ilco Naumoski den Rang ablaufen. Talente wie Gartner, Potzmann, Farkas oder Spieler der Qualität von Patrick Bürger werden entweder den Burgenländern in Zukunft noch Freude bereiten oder aber einem potenziellen Abnehmer, von denen es mehrere geben würde. Für Pucher ist der Gang in die Zweitklassigkeit kein Beinbruch, das ist auch verständlich. Schließlich haben die Burgenländer immer kleine Brötchen gebacken und daraus gar nicht so wenig gemacht.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE MATTERSBURG GEGEN...

 

FK AUSTRIA WIEN

Punkte: Keine

 

 


RB SALZBURG

Punkte: Keine




SK RAPID

Punkte:



SK STURM

Punkte:



WOLFSBERGER AC

Punkte:



SV RIED

Punkte:



SC WIENER NEUSTADT

Punkte:



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte: Keine

 



ADMIRA

Punkte:

LAOLA1-BILANZ

Fakt ist: Die Mattersburger haben sich zehn Jahre tapfer in der Bundesliga geschlagen. Doch nun gehen im Fußball-Oberhaus die Lichter aus. Man muss ehrlich sagen, dass nicht viel für einen Abstieg der Mattersburger gesprochen hat, zu schwach agierten anfangs etwas Wacker Innsbruck oder Wiener Neustadt. Dass es die Lederer-Truppe trotz fünf Punkten Vorsprung am vorletzten Spieltag erwischen würde, kam dann doch überraschend. Teilnahmen im UEFA-Cup und ÖFB-Cup-Finale werden unvergesslich bleiben, doch die Realität heißt Erste Liga. Der Ruf der "Tretertruppe" blieb immer am SVM haften, auch wenn sich der Spielstil, vor allem in den letzten Jahren, doch zum Guten änderte. Vor allem das Nachwuchsmodell, mit dem die Mattersburger punkten konnten, imponiert. Denn wenn fehlende Qualität im Kader wett gemacht wurde, dann mit Eigenbauspielern. Geld für große Sprünge war im Burgendland in all den Jahren nie übermäßig vorhanden. Doch der Absteiger ist gut aufgestellt und wird auch in der Ersten Liga eine gute Rolle spielen können, sollten wichtige Leistungsträger und Zukunfts-Hoffnungen gehalten werden können. Ob es dann auch irgendwann einmal für ein Comeback in der Bundesliga reicht, bleibt abzuwarten.

 

Alexander Karper

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