LAOLA1 blickt auf Salzburgs Saison zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison von Red Bull Salzburg zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Plus: Wähle das Tor der Saison der "Bullen"!

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Jonatan Soriano (33 Spiele/26 Tore/9 Assists): Nach einem halben Jahr Eingewöhnungsphase 2012 zeigte der Spanier in dieser Saison seine enormen Offensiv-Qualitäten. Neben Hosiner bester Liga-Stürmer.

Georg Teigl (33/5/7): Der 22-Jährige stand jedes Spiel im Kader, aber nur acht Mal in der Startelf, in der Kampl meilenweit die Nase vorne hat. Herbst war klar besser als Frühjahr, in dem nächster Schritt ausblieb.

Alexander Walke (30/0/0): Ging als Nr. 1 in die Saison und verlor im letzten Viertel Stammplatz wegen mangelnder Konstanz. Einer der besten Liga-Goalies, aber Rennen um Leiberl für die neue Saison offen.

Valon Berisha (30/6/12): Eine der größten Bereicherungen in dieser Bundesliga-Spielzeit. Mit 20 Jahren schon sehr weit. Exzellenter Techniker, der mit zwölf Vorlagen die Salzburg-Rangliste anführt.

Franz Schiemer (27/4/6): Nach Seuchensaison 11/12 folgte Spielzeit mit weniger Verletzungen, stand drei Viertel der Saison in der Startelf. Sollte kommende Saison als Innenverteidiger gesetzt sein.

Andreas Ulmer (26/0/5): Spielte im Herbst nach Svento-Verletzung de facto durch. Im Frühjahr musste der defensivere Linksverteidiger dem Slowaken öfter den Vortritt lassen. Wird sich 13/14 ähnlich gestalten.

Sadio Mane (26/16/10): Einer der Liga-Stars! Ein Scorerpunkt pro Einsatz spricht Bände. Der 21-jährige Senegalese muss Verspieltheit in den Griff bekommen, dann kommt die internationale Bühne gerade recht.

Stefan Ilsanker (26/0/0): Für den Rückkehrer gab es heiß-kalt. Hatte im Herbst gegen Ende Stammplatz als Abräumer sicher, den er nach mäßiger Vorbereitung verlor. Bekam aber seine Einsatzzeiten.

Martin Hinteregger (24/2/3): Just im besten RBS-Saisonviertel out. Wechselte zwischen Innenverteidigung und Mittelfeld, wo er bessere Karten hat. Sein Vertrag wurde bis 2018 verlängert.

Havard Nielsen (24/3/2): Nur einmal konnte der Norweger ein Glanzlicht setzen, per Triplepack in der Südstadt. Im Herbst ging ihm die Luft aus, kam im Frühjahr - egal wo am Feld - nicht auf Touren.

Kevin Kampl (23/4/10): Sein Debüt gegen Ried wird trotz 1:1 noch lange in Erinnerung bleiben. Kämpfte mit Verletzungen, ansonsten wie Mane und Berisha: Ein neuer Liga-Star, dem man gerne zusieht.

Christoph Leitgeb (22/4/2): Im Herbst Stammspieler, im Frühjahr dann nur noch Tribünengast. Sein Vertrag läuft aus, es scheint trotz Angebots auf einen Abschied des Teamspielers hinauszulaufen.

Florian Klein (20/0/6): Nach schwerem Einstieg ab Runde 6 gesetzt, im Frühjahr lief ihm der wiedergenesene Schwegler den Rang klar ab. Für einen Nationalspieler nicht zufriedenstellend.

Stefan Hierländer (20/1/5): Im Herbst noch wegen Meniskusverletzung lange out. Profitierte 2013 vom Loch, in das Leitgeb fiel und war im besten Saisonviertel gesetzt. Auf einem guten Weg.

Christian Schwegler (17/0/3): Nach Herbst zum Vergessen kämpfte sich der Schweizer eindrucksvoll zurück und setzte sich gegen Klein im Kampf um den Stammplatz als Außenverteidiger klar durch.

Ibrahim Sekagya (17/1/0): War schon weg vom Fenster, kam aber in der Not zurück und machte seine Sache am Ende gut. Nach Vorsah-Verletzung könnte Vertrag doch noch verlängert werden.

Rodnei (15/0/0): Hatte nach seiner Verpflichtung Probleme mit Verletzungen. Danach aber in der Abwehrmitte gesetzt. Wird mit Schiemer das IV-Duo zu Beginn der kommenden Saison bilden.

Isaac Vorsah (15/1/0): Unvergessenes Debüt mit Rot in Minute 5. Herbst war noch solide, doch nach Afrika-Cup war Ghanaer nicht wieder zu erkennen. Erlitt bei Pasching-Blamage Kreuzbandriss.

Alan (14/11/4): Unglaubliches Comeback! Der Brasilianer erzielte nach 18 Monaten Pause in nur 14 Spielen elf Tore. Diese Leistung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und er hat noch Potenzial!

Dusan Svento (11/1/1): Ähnliches gilt für Svento, der bei der Düdelingen-Blamage einen Kreuzbandriss erlitt und den Rest des Herbstes zusah. Wird nach weiterer Vorbereitung noch stärker sein.

Stefan Maierhofer (10/1/1): Torschützenkönig und Topscorer fiel Änderung der Spielphilosophie zum Opfer. Trennung war nur mehr eine Frage der Zeit, im Winter war dann der Wechsel nach Köln perfekt.

Jakob Jantscher (7/1/1): Fühlte sich nach Moniz-Abgang nicht mehr wohl in Salzburg und erbat Wechsel zu Dynamo Moskau. Leihe endet im Sommer, doch der Schlüsselspieler des Meisterjahres will nicht zurück.

David Mendes da Silva (6/0/2): War lange Zeit mit Zehenbruch außer Gefecht. Auch sein Abschied entwickelte sich im Herbst und wurde schließlich im neuen Jahr publik. Hatte im Frühjahr keinen Verein.

Christopher Dibon (6/0/0): Ein verlorenes Jahr nach einem Wechsel als Missverständis. Im Herbst bekam er kaum eine Chance, zu Beginn des Frühjahrs konnte er sie nicht nutzen. Rapid will ihn haben.

Edward Gustafsson (5/0/0): Verlor in der vergangenen Saison den Stammplatz und erkämpfte sich ihn in dieser zurück. Der Team-Papa  macht es Walke für die Vorbereitung alles andere als leicht.

Gonzalo Zarate (5/1/0): Wechselte noch in der Sommer-Transferzeit zurück in die Schweiz. Aus Sicht beider Parteien nachvollziehbar.

Valentino Lazaro (5/0/0): Feierte als 16-Jähriger Bundesliga-Debüt und hätte noch viel mehr gespielt, wenn ihn nicht ein Mittelfußbruch zurückgeworfen hätte. Er kam zurück und führte ÖFB-U17 zur EM. Am besten Weg, wenn er mit seiner Entwicklung so weitermacht!

Douglas da Silva (2/0/0): Auch nach neuerlichem Umbruch kein Platz für den Brasilianer, der im Winter an Figueirense verliehen wurde.

Thomas Dähne (1/0/0): Durfte im letzten Spiel aufgrund von Verletzungen ins Tor. Nach nervösem Beginn hielt er den Kasten gegen den neuen Meister Austria sauber.

Yusuf Otubanjo (1/0/0): 14 Minuten verhalfem dem Stürmer zu Red-Bull-Klub Pasching, wo er keine Rolle spielt.

Bright Edomwonyi (1/0/0): Dem 18-Jährigen ging es so wie Otubanjo, nur heißt sein Pasching FC Liefering.


FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Der (neuerliche und im Sinne aller hoffentlich letzte) Umbruch ist geglückt. Wäre nicht die Austria mit ihrer historischen Saison gewesen, Salzburg hätte trotz der Zusammenstellung einer neuen Mannschaft samt Philosophie-Wechsel den Titel geholt. Das Glück: In der Saison 12/13 reichte auch der zweite Platz für die CL-Quali. Sollten die, wie von Sportdirektor Ralf Rangnick angekündigt, wenigen und gezielten Veränderungen - ein Sechser mit internationalem Format wäre etwa erstrebenswert - kommen und die Stars an Bord bleiben, dann kann der Meister 2014 nur Salzburg heißen. Der erste Anzug sitzt national perfekt, ob es international reicht, bleibt abzuwarten. In jedem Fall sollte in der kommenden Transferperiode "Weniger ist mehr" das neue Salzburger Motto sein. 


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE SALZBURG GEGEN...

 

AUSTRIA WIEN

Punkte:

   


SK RAPID

Punkte:



SK STURM

Punkte:

  


WOLFSBERGER AC

Punkte:



SV RIED

Punkte:



SC WIENER NEUSTADT

Punkte:



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte:



ADMIRA

Punkte:



SV MATTERSBURG

Punkte:

     

LAOLA1-BILANZ

Red Bull Salzburg hat keinen Titel geholt und es kann dennoch zufrieden Bilanz gezogen werden. Klingt komisch, ist aber so. Denn diese Saison war - bis auf vermeidbare Blamagen - außergewöhnlich gut. Nachdem zum x-ten Mal das Schiff in eine andere Richtung gelenkt wurde, haben Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Roger Schmidt es trotz Umbruchs noch während der Saison geschafft, eine Mannschaft zu formen. Und zwar eine, die nicht nur durch ihre Qualität, sondern auch durch ihren Teamgeist besticht. Noch selten konnte beides nach einer Red-Bull-Saison in Salzburg festgehalten werden. Zudem stimmt die (Spiel-)Philosophie samt der Protagonisten erstmals mit der vom Konzern ausgehenden Marketingstrategie überein. Damit sollte Fuschl dieses Jahr einmal nicht zum Ausgangspunkt weiterer Umstürze werden. Kurzum: Lässt man die Verantwortlichen Rangnick und Schmidt weiterarbeiten, wird sich das national, aber auch früher oder später international bezahlt machen. Der Anfang ist gemacht - auch ohne Titel.

 

Bernhard Kastler

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