LAOLA1 blickt auf die Saison von RB Salzburg zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison von RB Salzburg zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Peter Gulacsi (34 Spiele/0 Tore/0 Assists): Der Ungar verlor den Rang als "Bester Keeper der Saison" an seinen möglichen Nachfolger im RBS-Tor, Cican Stankovic. Der Ungar hielt seinen Level, doch die wenigen Patzer wie gegen den WAC überschatteten dies. Sein Wechsel nach Leipzig ist laut deutschen Medien bereits fix.

Marcel Sabitzer (33/19/16): Kam im Sommer von Rapid und die wenigsten trauten ihm diese Saison zu. Explodierte im Frühjahr an der Seite von Jonatan Soriano und darf sich nun unter Trainer Ralf Rangnick in Leipzig beweisen - außer Sabitzer setzt doch seinen Willen durch...

Jonatan Soriano (32/31/13): Der Kapitän hat sein unglaubliches Level gehalten und ist völlig zurecht wieder "Spieler der Saison" geworden. Der Spanier traf wie 2013/14 wieder 31 Mal ins Netz - und das obwohl ihm das Trio Sadio Mane, Alan und Kevin Kampl abhanden kam. Ein Vorbild auf und nebem dem Platz.

Andre Ramalho (31/1/0): Konnte nicht an seine Breakout-Season der vergangenen Spielzeit anschließen, war ein Unsicherheitsfaktor als Innenverteidiger und auch als Mittelfeldmann für einen Bock immer wieder gut. Keiner traut ihm bei Bayer Leverkusen nun Großartiges zu, umso spannender, was Roger Schmidt da herausholen kann.

Stefan Ilsanker (31/0/0): Pfeil nach oben, weil der Teamspieler seine Leistungen aus dem Vorjahr wiederholen konnte und das eine halbe Saison lang auf seiner Zweitposition in der Innenverteidigung. Zur Erinnerung: Als Sechser war der Local Hero in der Vorsaison gesetzt. Könnte nun nach Leipzig wechseln.

Martin Hinteregger (31/1/2): Der Fels in der Salzburger Brandung. Am Platz im Zweikampf so kompromisslos erfolgreich und dabei cool, nur eine ungerechtfertigte Rote Karte bringt den Teamspieler (zurecht) aus der Fassung. Für das Ausland längst überfällig, fühlt sich der heimatverbundene Kärntner mit dem Klub emotional verbunden.

Naby Keita (30/5/2): Apropos cool. So spielte auch der Neuzugang vom französischen Zweitliga-Absteiger Istres seine Debüt-Saison in Salzburg herunter. Im Herbst noch am Herantasten, im Frühjahr eine absolute Bank sowie Augenweide. Bei entsprechender Entwicklung klopft nach der kommenden Saison ein Klub einer großen Liga an.

Valentino Lazaro (25/4/6): Hat in dieser Saison so oft wie noch nie zuvor für Salzburg gespielt und hatte dabei auch seine besonderen Momente. Aber bei seinem Talent geht noch mehr. Wirkt teilweise zurückhaltend, wohl auch wegen seiner leidigen Verletzungsgeschichte, die mit einer Oberschenkel-Verletzung wieder um ein Kapitel reicher wurde.

Massimo Bruno (24/6/5): Der Belgier kam mit dem Druck eines 5-Mio.-Aufwärts-Investments von Leipzig leihweise nach Salzburg und konnte der Erwartungshaltung noch nicht gerecht werden. Mit dem Ball oftmals tadellos, gegen den Ball mit Problemen. In diesem Spiel ist das aber unerlässlich. Interessant: Viertbester RBS-Torschütze der Saison.

Peter Ankersen (21/1/3): Wirkte im Spiel oftmals wie ein Fremdkörper und fiel auch mit Stellungsfehlern auf. Hatte dank der Verletzungen von Ulmer und Schwegler zwar viele Einsätze, konnte sie aber kaum für sich nützen - nämlich vor allem im Hinblick auf eine Ablösesumme von 2,5 Mio. Euro. Stefan Lainer kommt - für ihn?

Benno Schmitz (21/0/3): Der Deutsche bahnte sich seinen Weg zum Quasi-Stammspieler. Erst noch bei Liefering nützte der Ex-Bayern-Kicker die Ausfallzeiten von Ulmer und Schwegler besser als eben Ankersen. War im Frühjahr schon für die Standards zuständig. Gehört die Zukunft.

Andreas Ulmer (21/2/5): Verletzungen stoppten ihn immer wieder, hielt aber sein Level und erzielte zwei seiner sechs Bundesliga-Tore in dieser Saison.

Christian Schwegler (21/2/2): Für ihn gilt dasselbe wie für Ulmer, nur dass der Schweizer in dieser Saison zwei seiner drei (!) Bundesliga-Tore erzielte. Mit Mittelfußknochenbruch sechs Wochen out.

Christoph Leitgeb (18/0/3): Und wiederum ein Patient, der diese Saison gar nur die Hälfte der Spiele zum Einsatz kam. Das Knie macht weiterhin Probleme. Wenn fit, dann der beste Achter der Liga.

Kevin Kampl (18/5/7): Wechselte im Winter von Salzburg nach Dortmund. Nach dem Champions-League-Aus zeichnete sich dieser Transfer ab, der Slowene war im Herbst der beste Spieler der "Bullen".

Alan (16/9/3): Entschied sich gegen Ruhm und Ehre in einer größeren Liga in Europa und wechselte für ein fürstliches Gehalt nach China. Eine Entscheidung, die es zu respektieren gilt. Riss sich dort früh das Kreuzband. Kurios: Alan wurde EL-Torschützenkönig (8 Tore).

Valon Berisha (14/4/3): Kam im Frühjahr nach seinem Kreuzbandriss zurück und spielte auf einer nicht gerade idealen Position für ihn gefällig.

Takumi Minamino (14/3/3): Galt als einer der Gewinner der Frühjahrs-Vorbereitung, nachdem er aus Japan zu Salzburg wechselte. Es folgte die Realität, aber auch die Gewissheit, dass der 20-Jährige bereit ist, die Situation anzunehmen. Wurde hinten raus besser.

Marco Djuricin (13/2/0): Er hat doppeltes Pech: Zum einen, weil er hinter Soriano und Sabitzer logischerweise kein Land sah. Zum anderen, weil Stürmer eben an Toren gemessen werden. Zwei sind in Salzburg wenig. Der "Zulj-Effekt" (Wechsel nach halbem Jahr) dürfte aber ausbleiben.

Nils Quaschner (10/0/3): Kam im Sommer aus Liefering, wurde im Winter von Leipzig hin- und zurück nach Salzburg transferiert. Kein Wunder, dass der Deutsche noch auf seinen ersten Treffer warten muss.

Konrad Laimer (8/0/1): Debütierte mit 17 Jahren in der Bundesliga und machte dabei einen sehr guten Eindruck, vor allem was die körperliche Seite betrifft. Dortmund will ihn, Salzburg will ihn aber bei sich weiterentwickeln. Aktuell bei der U20-WM in Neuseeland im Einsatz.

Duje Caleta-Car (7/0/0): Hatte seine guten Zeiten sowie seine schlechten Zeiten - in jedem Fall aber die Anlage, sich bei Salzburg durchzusetzen. Das dürfte vor allem eine Kopfsache sein.

Felipe Pires (7/1/0): Schönes Tor gegen Ried, dazu gab er gewisse Talentproben ab. Seine Schnelligkeit ist zweifelsohne ein Trumpf.

Franz Schiemer (6/1/0): Beendete nach dem Herbst seine Karriere - fiel pikanterweise für sein Abschiedsspiel aus. Die Liga verlor einen Typen.

Sadio Mane (4/2/4): War in dieser Saison nur noch bis Ende August da, auch ob des leidigen Tohuwabohus von Malmö. Ging nach England, sorgte für einen Premier-League-Hattrick historischer Natur und wird irgendwann bei einem Spitzenklub landen. Und das von Salzburg aus.

Alexander Walke (3/0/0): Im Normalfall würde hier wohl ein Pfeil nach unten stehen, aber einen besseren Ersatzkeeper kann man sich wohl nicht wünschen: Zieht nicht ansatzweise ein Gesicht und ist da, wenn er gebraucht wird. Gehalt hin oder her, das ist Professionalität.

Lukas Gugganig (1/0/0): Durfte vor 26.800 Zuschauern im Happel-Stadion gegen Rapid debütieren und machte seine Sache sehr gut.

Ante Roguljic (1/0/0): Spielte eine Hälfte gegen die Admira. Sollte schön langsam mehr auf sich aufmerksam machen.

Smail Prevljak (1/0/0): Traf in der Ersten Liga so oft, dass er kommende Saison in Salzburg spielen wird.

Asger Sörensen (1/0/0): Einer der am häufigsten gefallenen Namen bei Pressekonferenzen, obwohl der Däne erst im letzten Spiel gegen die Austria debütierte. Ja, der Mangel an Innenverteidigern... Sörensen hatte viel Verletzungspech, machte aber in Wien seine Sache gut.


FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Diese Saison war ein gutes Indiz dafür, wie die Zukunft von Salzburg aussieht. Jene Spieler, die sich ins Rampenlicht gespielt haben, wechseln in die großen Ligen - etwa Sadio Mane oder Kevin Kampl. Die nächsten Talente rücken nach. Etwa Valentino Lazaro oder Naby Keita. Und hinter denen rücken jene aus Liefering oder der Akademie nach. Etwa Duje Caleta-Car oder Konrad Laimer. In Österreich reicht das locker, um vorne mitzuspielen und im Idealfall den Titel zu holen. International reicht es bisweilen für überzeugende Auftritte in der Europa-League-Gruppenphase. Der Kader wird sich freilich weiterhin stets verändern. So auch nach dieser Saison. Stefan llsanker fühlt sich für den nächsten Schritt bereit. Peter Gulacsis Wechsel zum Schwestern-Klub nach Leipzig soll schon fix sein, wohin die Leihgaben Marcel Sabitzer und Massimo Bruno zurückkehren. Vielleicht kommt dafür Omer Damari. Peter Ankersen könnte nach einer Saison wieder gehen, dafür kommen Cican Stankovic und Stefan Lainer. UND: Es wird ein (oder mehr) Innenverteidiger kommen. Zweifelsohne eine Baustelle im Kader der vergangenen Saison. Es darf davon ausgegangen werden, dass Neo-Sportchef Christoph Freund mit seinem Team einen Kader zusammenstellt, der in Österreich Favorit auf den Titel ist sowie einen neuerlichen Anlauf auf die erstmalige CL-Teilnahme unternimmt. Vielleicht am Ende von Erfolg gekrönt.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE SALZBURG GEGEN...

 


SK RAPID

Punkte:




SCR ALTACH

Punkte:




STURM GRAZ

Punkte:




WOLFSBERGER AC

Punkte:




SV RIED

Punkte:




AUSTRIA WIEN

Punkte:

 



SV GRÖDIG

Punkte:




FC ADMIRA WACKER

Punkte:

 

 

 

SC WIENER NEUSTADT

Punkte:


LAOLA1-Bilanz

Salzburg ist seiner Favoritenrolle gerecht und zum sechsten Mal in der Red-Bull-Ära Meister geworden. In seiner ersten Saison hat Trainer Adi Hütter das Schiff auf Kurs gehalten und sich wie schon in Grödig als Krisen-Manager hervorgetan. Dem sensationellen Saisonstart - sechs Siege, 29:1 Tore - folgte das CL-Drama von Malmö, das vielerlei Gründe hatte (2:1 statt 3:0 im Hinspiel, Theater Sadio Mane, riskante Aufstellung, schlechtestes Spiel der Saison). Nach der "K.o."-Phase mit drei Niederlagen en suite kämpfte sich Salzburg zurück und spielte eine tolle Europa-League-Gruppenphase. Im Frühjahr wurden die Abgänge von Kevin Kampl und Alan verkraftet. Salzburg musste in Wahrheit nie wegen der Meisterschaft zittern. Am Mittwoch könnte sogar erstmals in der Salzburger Geschichte das Double verteidigt werden, das gelang zuvor nur Rapid (1920) und Austria Wien (1963). Bereits rund um die Meisterfeier war zu vernehmen, dass Salzburg im Kontext der CL-Quali leisere Töne anschlägt. Daran tut man sicherlich sehr gut. Denn die "Bullen" haben in der Quali, in der sie wieder in beiden Runden gesetzt sein werden, das Zeug zum Weiterkommen. Auch mit jener Mannschaft, die letztlich die Saison 2015/16 bestreiten wird.

 

Bernhard Kastler

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