Zeugnis für die Ried-Kicker

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LAOLA1 blickt auf die Saison der SV Ried zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison der SV Ried zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

DAS SPIELER-ZEUGNIS

Dieter Elsneg (36 Spiele/1 Tor/4 Assists): Kam vor Saisonbeginn aus Grödig und als einziger Rieder in jedem Bundesliga-Spiel zum Einsatz. Mit fünf Scorer-Punkten hat er sicherlich noch Luft nach oben. Zumal der 25-Jährige zuvor auf fast das Dreifache - 14 (8/6) - kam.

Thomas Gebauer (35/0/0): Die langjährige Nummer 1 der SV Ried spielte abermals eine solide Saison. Mit seiner Mannschaft kassierte der Kapitän immerhin 15 Tore weniger als 2013/14.

Stefan Lainer (34/1/3): Kam vor der Saison aus der Ersten Liga (Liefering) und etablierte sich auf Anhieb zum Stammspieler in der Bundesliga. Salzburg holt ihn per Rückkaufklausel (um kolportierte 200.000 Euro) zurück. Das sagt alles.

Thomas Fröschl (33/7/3): Neuzugang aus Wr. Neustadt verbuchte zwar 33 Einsätze, kam aber 25 Mal als Joker. Diesen Job erledigte der Stürmer allerdings brav und kam immerhin auf sieben Treffer. Empfahl sich mit Hattrick (in 16 Minuten) gegen Altach für die Zukunft.

Oliver Kragl (32/0/0): Erzielte in dieser Saison zwar fünf Tore weniger (3), aber bereitete sechs mehr vor (10) und damit fast jedes fünfte der Innviertler. Mittlerweile so etwas wie das Gesicht der Wikinger.

Clemens Walch (29/5/1): Beim Tiroler hat man einfach immer das Gefühl, es ginge noch mehr, zumal vergangene Saison das Doppelte an Scorer-Punkte zu Buche stand. Wir halten ihm zu Gute: Da waren mit Robert Zulj (bis Winter) und Rene Gartler auch noch echte Kaliber da.

Gernot Trauner (29/1/1): Hat sich nach verletzungsreicher Historie in der Rieder Abwehr festgesetzt, zumal er dort auch variabel einsetzbar ist. Zwei Mal fasste der Oberösterreicher aber in dieser Saison Rot aus.

Denis Thomalla (29/10/7): Einmal mehr ein Goldgriff von Manager Stefan Reiter. Die Leipzig-Leihgabe schlug ein, ist mit 17 Punkten der Top-Scorer der Oberösterreicher, die hoffen, ihn noch eine Saison behalten zu dürfen. Diese Entscheidung wird noch fallen.

Thomas Murg (29/3/2): Für ihn gilt Ähnliches wie für Walch, wobei man bei Murg mit 20 Jahren sicher mehr Nachsicht haben darf. Das Talent ist augenscheinlich. Der Offensivspieler agierte auf vielen Positionen, auch ein Grund, warum er sich wohl noch nicht ganz zu Hause fühlt.

Marcel Ziegl (27/0/4): Fiel fast die Hälfte der Vorsaison aus, in dieser Spielzeit weniger vom Pech verfolgt und deswegen auch wieder Stammspieler. Entwickelt sich mehr und mehr zum Rieder Urgestein.

Harald Pichler (26/2/0): War in der Abwehr der Innviertler wie vergangene Saison de facto gesetzt und wird sich im Sommer verabschieden. Möglicherweise sogar ins Ausland.

Bernhard Janeczek (26/1/1): Hätte mehr Spiele gemacht, wenn er nicht sieben Spiele mit einem Bänderriss außer Gefecht gewesen wäre. Ried zog verständlicherweise die Option auf den guten Verteidiger.

Julius Perstaller (24/5/1): Kam wie Fröschl nie wirklich über eine Joker-Rolle hinaus. Erzielte zwar ein Tor mehr als vergangene Saison, doch sein ganzes Potenzial konnte der Stürmer noch nicht ausschöpfen.

Denis Streker (24/1/2): Zwar flexibel einsetzbar, hatte aber seine Verletzungsprobleme und fiel vor allem für einen Legionär in Summe zu wenig auf.

Patrick Möschl (23/3/3): War de facto das gesamte letzte Viertel mit Adduktorenproblemen außer Gefecht. Ansonsten war keine große Steigerung zu seiner ersten vollen Bundesliga-Saison auszumachen.

Thomas Reifeltshammer (17/1/1): War im Herbst schon absolut weg vom Fenster, kämpfte sich im Frühjahr aber wieder heran. Noch geht der Pfeil nach unten, weil der Verteidiger schon ganz woanders war.

Petar Filipovic (14/2/0): Kam im Winter und machte seine Sache ganz gut.

Toni Vastic (11/1/0): Ried und Toni - das hat einfach nicht gepasst. Wechselte im Winter zur Admira.

Michele Polverino (10/0/1): Kam zum Frühjahr und hat sicher noch Luft nach oben.

Thomas Burghuber (6/0/0): Wurde im Frühjahr an Regionalligist Union Vöcklamarkt verliehen.

Jakob Kreuzer (4/0/0): Entweder nicht im Kader oder verletzt oder nun bei der U20-WM. Hatte vergangene Saison den Fuß schon öfter drin.

Lorenz Höbarth (2/0/0): Vertrat den Einser-Tormann Gebauer zwei Mal wegen einer Roten Karte.

Luca Mayr-Fälten (1/0/0): Spielte diese Saison ein Mal öfter als in der vergangenen Spielzeit.

Julian Baumgartner (1/0/0): Fiel wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs die gesamte Saison über aus.

 

FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Die Tabelle lügt nicht, Rang sechs ist Durchschnitt und so verhielt es sich auch mit dem Großteil der Leistungen der Ried-Kicker. Oliver Glasner verpasste den Innviertlern einen neuen Spielstil, der seine üblichen Probleme mit sich und mitunter den letzten Platz einbrachte. Doch die Mannschaft nahm den Stil mehr und mehr an, kletterte auf den respektablen sechsten Platz, immerhin vor einer gewissen Wiener Austria. Der Trainer ist weg, aber der Weg soll weitergegangen werden und der eine oder andere Neuzugang dieser Saison hat sicher noch Luft nach oben. Für den Abgang von Stefan Lainer hat man sich schon gewappnet (Thomas Bergmann), so auch für einen möglichen von Denis Thomalla (Manuel Gavilan). Ansonsten wird sich im Innviertel am Spielersektor nicht allzuviel tun, wichtiger ist, einen Trainer zu finden, der den Glasner'schen Weg weitergeht. Dann könnte nächste Saison eine Steigerung drin sein.

 
*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE RIED GEGEN...

 

RB SALZBURG

Punkte:




SK RAPID

Punkte:





SCR ALTACH

Punkte:





SK STURM GRAZ

Punkte:





WOLFSBERGER AC

Punkte:





AUSTRIA WIEN

Punkte:



 

 

SV GRÖDIG

Punkte:





FC ADMIRA WACKER MÖDLING

Punkte:





SC WIENER NEUSTADT

Punkte:




LAOLA1-BILANZ

Es war eine turbulente Saison für die SV Ried, die mit einem richtigen Paukenschlag endete. Nachdem vor Beginn der Spielzeit Adi Hütter de facto schon Trainer der Innviertler war, kam Salzburg und holte den Vorarlberger zu sich. So engagierte Manager Stefan Reiter Klub-Legende Oliver Glasner, der spät in der Saison mit seinem Wechsel zum LASK die Rieder noch bitter enttäuschen sollte. Glasner installierte im Innviertel jenen Spielstil, den er zuvor mit Roger Schmidt in Salzburg geprägt hatte. Damit hatten die Oberösterreicher zu kämpfen und waren nach einem Saisonviertel Letzter. Doch Reiter hielt Glasner ohne mit der Wimper zu zucken die Stange und wie so oft zahlte sich das auch aus. Im zweiten Saisonviertel verschafften vier Siege Luft, im Frühjahr kletterten die Wikinger auf Rang sechs und hielten diesen Platz mit einer Ausnahme (Runde 31) bis zum Saisonschluss. Nun heißt es aber einmal mehr, einen neuen Trainer zu finden. Idealerweise führt dieser den Weg Glasners fort, denn das Schwierigste läge eigentlich hinter den Riedern. Der Abgang der nächsten Legende könnte aber wieder einen Neustart zu Folge haben. Warum sich Glasner für den LASK, Liga zwei, für den Erzrivalen und gegen den Lebensklub entschieden hat, sollte Ried zum Überlegen anregen. Der Klub gilt als Vorzeigeverein für Vereine in diesen Dimensionen, hat auch schon seine zehnte Saison seit dem Wiederaufstieg hinter sich, ist etabliert. Doch vielleicht ist die Entwicklung einer Mannschaft als einzig ausgegebenes Ziel nicht reizvoll genug. Andere Ziele - mitunter Visionen - verkaufen sich auch besser.


Bernhard Kastler

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