LAOLA1 blickt auf Rapids Saison zurück

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Es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

LAOLA1 blickt auf die Saison von SK Rapid Wien zurück: Feedback für jeden eingesetzten Spieler, die Punkteausbeute gegen alle Gegner, ein Fazit dieser und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

DAS SPIELER-ZEUGNIS


Jan Novota (34 Spiele/0 Tore/0 Assists): Entwickelte sich zur unumstrittenen Nummer eins, was so nicht absehbar war. Leistete sich keinen Patzer, hielt den Hütteldorfern en einen oder anderen Punkt fest und strahlte stets die nötige Ruhe aus.

Christopher Trimmel (34/4/5): Der Dauerbrenner auf der rechten Verteidiger-Position spielte eine makellose Saison. Stellte seine Torgefährlichkeit mit vier Treffern und fünf Assists unter Beweis. Empfahl sich für ein Engagement bei Union Berlin.

Louis Schaub (34/3/6): Die Saison verlief für den Youngster mit Ups and Downs, einem starken Herbst folgte ein mittelmäßiger Frühling. Bei 34 Einsätzen neun Mal ein- und 14 Mal ausgewechselt. Konnte nicht immer sein großes Potenzial ausschöpfen, was ihm mit 19 Jahren aber verziehen werden sollte.

Mario Sonnleitner (33/4/1): 36 Mal im Kader, 33 Einsätze und nur eine Gelbe Karte - der Innenverteidiger spielte eine überragende Saison. Das bestätigt auch die Statistik: Mit 69,9 Prozent gewonnenen Boden-Zweikämpfen ist er mit Abstand der Beste der Liga und kam noch dazu auf vier Treffer.

Steffen Hofmann (32/5/13): Der Kapitän mag zwar nicht mehr jene spielbestimmende Persönlichkeit vergangener Tage sein, die Zahlen sind trotzdem beeindruckend: 32 Einsätze, fünf Tore, 13 Assists. Im Alter von 33 Jahren nicht zu unterschätzen.

Brian Behrendt (30/1/0): Der deutsche Shootingstar spielte sich in seiner Premieren-Saison 30 Mal ins Team. Ob als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler ein Versprechen für die Zukunft. Sein Hammerschuss ist zudem eine Waffe. Vertrag wurde bis 2016 verlängert.

Guido Burgstaller (30/11/5): Wenn der Kärntner zur Verfügung stand, zählte er fast immer zum Stamm. Lief im Jahr 2014 bis zum letzten Spieltag einem Tor nach, wurde jedoch belohnt. Brachte es insgesamt immerhin auf elf Volltreffer.

Thomas Schrammel (29/0/5): Im Gegensatz zu den Jahren davor führte dieses Jahr kaum ein Weg am Linksverteidiger vorbei. Ordentliche Saison ohne großen Ausreißer nach unten. Solide, auch wenn sich der eine oder andere Fehler einschlich.

Marcel Sabitzer (29/7/4): Stellte sein Talent eindrucksvoll unter Beweis und ließ auch den lange vermissten Torriecher folgen. Mitunter einer der Besten im Frühjahr. Spielte sich dadurch in die Notizblöcke anderer Vereine und besitzt bei Rapid eine Ausstiegsklausel.

Terrence Boyd (29/15/2): Rapids Top-Torschütze zeigte es seinen Kritikern. Trotz Anfälligkeiten im Kombinationsspiel immer für einen Treffer gut. Insgesamt landeten dank tollem Endspurt 15 Tore am Konto. Löste damit das Ticket für vorläufigen WM-Kader der USA.

Christopher Dibon (27/0/0): Salzburg-Leihgabe stellte mit Leistung unter Beweis, dass er unbedingt bei Rapid bleiben will. Kompromisslos im Zweikampf, gutes Auge in der Spieleröffnung. Zusammen mit Mario Sonnleitner ein schlagkräftiges Innenverteidiger-Duo.

Thanos Petsos (27/3/2): Ex-Sportdirektor Helmut Schulte sei Dank, dass der Deutsch-Grieche seine Fußballschuhe bei Rapid schnürt. Überzeugte in seiner Rolle als Sechser und steuerte mit unnachahmlicher Schusstechnik drei Tore und zwei Assists bei.

Lukas Grozurek (22/0/1): Der 22-Jährige kam auch in dieser Saison nicht über seine Rolle als Ergänzungsspieler hinaus. Trotz guter Ansätze brachte er es nur auf 660 Spielminuten bei 16 Ein- und fünf Auswechslungen.

Dominik Wydra (20/1/4): Der 20-jährige defensive Mittelfeldspieler kann Rapid noch viel Freude bereiten. Verletzungen verhinderten in dieser Saison einen geregelten Rhythmus. Stellte allerdings seine guten Anlagen unter Beweis.

Branko Boskovic (19/3/0): Zu wenig für die Ansprüche des 33-jährigen Routiniers. Oft unauffällig mit vielen Alibi-Pässen, anstatt das Spiel in die Hand zu nehmen. Wenn er wollte, ließ er jedoch aufblitzen, was er drauf hätte - leider zu selten. Deshalb folgte der Abschied.

Dominik Starkl (17/2/4): Bekam seine Chancen, es reichte allerdings nur für sechs Spiele von Beginn an. Ergänzungsspieler, der es aber immerhin auf zwei Tore und vier Assists bei nur 732 Minuten Einsatzzeit brachte.

Deni Alar (12/2/1): Ein vergangene Saison erlittener Achillessehnenriss kostete ihm den kompletten Herbst. Nach seinem Comeback machte er Schritt für Schritt vorwärts, von seiner Top-Form war er allerdings verständlicherweise noch entfernt.

Harald Pichler (11/0/0): War diese Saison nicht mehr als ein Lückenfüller für den elf Einsätze herausschauten. Gegen Ende des Herbstes kaum mehr berücksichtigt. Sein Wechsel zu Ried war die logische Konsequenz.

Mario Pavelic (10/0/0): Rapid hält große Stücke auf den 20-jährigen Youngster, der allerdings erst Schritt für Schritt herangeführt wird. Wurde bereits als rechter Verteidiger, rechts in der Mitte oder im defensiven Mittelfeld probiert.

Stephan Palla (7/0/0): Hatte sich seine Rückkehr von der Admira sicherlich anders vorgestellt. Verspielte sich seine Chancen oft leichtfertig, wie etwa durch eine unnötige gelb-rote Karte im Derby oder einem beim Snowboarden erlittenen Schlüsselbeinbruch.

Maximilian Hofmann (5/0/0): 20-jähriger Innenverteidiger, der einsprang, wenn er gebraucht wurde. Zog seine Lehren aus erstem Spiel von Beginn an, dass mit Rot in der zweiten Minute endete. Ansonsten zweikampfstark und durchaus ein Spieler für die Zukunft.

Lukas Denner (3/0/0): Der Linksverteidiger schnupperte zu Beginn der Saison hinein, hatte dann aber hinter Schrammel und Palla kaum eine Chance auf Einsätze. Könnte nach einem halben Jahr auf Leihbasis in Wiener Neustadt wieder zurückkehren, aber auch dort bleiben.

Michael Schimpelsberger (3/0/2): Neben Alar der zweite Langzeitverletzte, der nach einem Achillessehnenriss erst wieder im Frühjahr ins Geschehen eingreifen konnte. Bekam aufgrund der Ausnahmestellung von Trimmel nur drei Einsätze zugesprochen. Dafür wurde aber sein Vertrag bis 2016 verlängert, spricht für ihn.

Samuel Radlinger (1/0/0): Kam auf Leihbasis von Hannover 96 und sollte Novota einen Kampf um die Nummer eins liefern. Seine Chance bekam er nur einmal, ehe sein deutscher Arbeitgeber die Reißleine zog und ihn aufgrund fehlender Spielpraxis vorzeitig zurückbeorderte.

Marko Maric (1/0/0): Gilt als riesiges Torwart-Talent, das sich seinen Platz in Kroatiens U17, u.a. auch bei der WM, verdient hatte. Diese Saison kam noch zu früh. Mit seinem Einsatz im letzten Spiel stellte man ihm für kommende Saison jedoch mehr Zeit in Aussicht.

Eldis Bajrami (1/0/0): Der 21-jährige Wiener füllte sechs Mal den Profikader auf und wurde ein einziges Mal für die Schlussminuten eingewechselt. Ansonsten 20 Mal für die Amateure in der Regionalliga Ost im Einsatz.



FAZIT UND KADERPERSPEKTIVE: Nur die wenigsten Optimisten hatten Rapid in dieser Spielzeit etwas zugetraut. Die Bekanntgabe, nur mit geringen finanziellen Mitteln und hauptsächlich Verstärkungen aus dem eigenen Nachwuchs in die Saison zu gehen, ist noch gut in Erinnerung. Altstars wie Katzer, Kulovits und Co. wurden aussortiert, mit den Verpflichtungen von Thanos Petsos (Greuther Fürth), Christopher Dibon (leihweise von Red Bull Salzburg) sowie der Rückholaktion von Brian Behrendt (zurück von Horn) bewies man gutes Händchen. Das Trainerteam unter Zoran Barisic formte eine Mannschaft, die zwar oftmals Konstanz vermissen ließ, jedoch mit der Europa-League-Gruppenphase sowie dem zweiten Endrang in der Bundesliga alle Erwartungen übertraf. Neo-Sportdirektor Andreas Müller steht auch in der bereits laufenden Transferphase Arbeit bevor. Abschiede von Trimmel, Boskovic und Co. wurden besiegelt, Leistungsträger wie Burgstaller verlängert. Im Großen und Ganzen will man den Kader zusammenhalten, allerdings könnte nicht nur Marcel Sabitzer aufgrund seiner Ausstiegsklausel einem anderen Angebot erliegen. Zudem ist gefordert, dass die jungen, aufstrebenden Talente auch kommende Saison einen ähnlichen Schritt nach vorne machen, wie in dieser Spielzeit.


*) Anmerkung: Die Pfeile symbolisieren, ob die Saison für einen Spieler nach Kritierien wie Leistung, Einsatzzeit und Standing innerhalb eines Vereins ein Fort- oder Rückschritt war, oder ob er sein Level gehalten hat.

SO VIELE PUNKTE HOLTE RAPID GEGEN...

 

RED BULL SALZBURG

Punkte:

 

 

 

SV GRÖDIG

Punkte:

 

 

 

AUSTRIA WIEN

Punkte:

 

 

 

 

 SK STURM

Punkte:





SV RIED

Punkte:





WOLFSBERGER AC

Punkte:




SC WIENER NEUSTADT

Punkte:




ADMIRA

Punkte:


 



FC WACKER INNSBRUCK

Punkte:

LAOLA1-BILANZ

Die Zielsetzung wurde bei den Grün-Weißen im Laufe der Saison immer weiter nach oben korrigiert. War anfangs nicht einmal ein internationaler Startplatz ein Muss, wollte man zu Saisonende nicht nur in den Europacup, sondern auch die Nummer eins von Wien sein. Das wurde erfüllt. Zudem wollte man die Lücke zur Austria schließen. Waren es vergangene Saison 25 Punkte Rückstand auf den damaligen Meister, weist man nun einen Vorsprung von neun Punkten auf. Mehr war in dieser Saison nicht drin, da Salzburg in einer eigenen Liga spielte. Aufgrund des Umbruchs im vergangenen Sommer kann man die erbrachten Leistungen gar nicht hoch genug einschätzen. In Zeiten der Belastungen einer Europa-League-Gruppenphase konnte festgestellt werden, dass der Mannschaft noch die nötige Routine und Konstanz fehlt. Doch auch in dieser Phase feilte Zoran Barisic daran, Linie ins Spiel zu bringen. Diese ist mittlerweile gut zu erkennen, wenn auch nicht in jedem Spiel. Spielerisch ist sicherlich noch viel Luft nach oben, die Mannschaft stellte aber unter Beweis, dass sie für höhere Aufgaben bereit ist. Das wurde mit dem starken Endspurt bestätigt, als man zu Saisonende elf Spiele in Folge ungeschlagen blieb. Positiv hervorzustreichen ist die Unterstützung der Fan-Base, die nach dem Umbruch ihre volle Unterstützung zusagte und bis zuletzt an ihrem Versprechen festhielt. Entscheidend wird sein, dass Rapid das Positive aus dieser Saison in die kommende Spielzeit hinüberrettet. Abgänge sind zwar nicht auszuschließen, das Gros des Kaders sollte jedoch jenem der vergangenen Monate gleichen. Kontinuität wird groß geschrieben und ein Saisonziel für 2014/15 ist schon bekannt: Den Rückstand auf RB Salzburg reduzieren. Um dies zu erreichen, muss die Mannschaft allerdings noch einmal eine große Steigerung hinlegen.

 

Alexander Karper

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