So sehr rotiert die Bundesliga

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Rotation, oder nicht? Diese Frage müssen sich die Bundesliga-Trainer stellen.

Denn für einige Teams stehen neben der Meisterschaft auch noch Cup und Europacup auf dem Programm.

Während Salzburg-Coach Ricardo Moniz seine erste Elf immer wieder komplett umkrempelt, setzt Austria-Trainer Karl Daxbacher auf Konstanz.

Aber wie machen das die anderen Mannschaften? LAOLA1 hat sich die Entwicklung angesehen:

Bei der Admira läuft es in der Aufstiegssaison richtig rund. Dementsprechend wenig Gründe hat Didi Kühbauer, großartige Veränderungen vorzunehmen. Der Stamm der Mannschaft steht, lediglich im Sturm werden immer wieder - teils auch verletzungsbedingt - Wechsel vorgenommen. Im Durchschnitt wechseln die Niederösterreicher von einer auf die andere Runde in ihrer Startelf eineinhalb Spieler aus - der zweitniedrigste Wert der Liga. Zwei Mal wurde übrigens überhaupt kein Wechsel vorgenommen.

 

Meisterschaft, Cup, Europa League - die Violetten waren bisher vielbeschäftigt. Hinzu kommt auch noch, dass zahlreiche Austrianer im Nationalteam vertreten waren und sind. Dennoch hält Trainer Karl Daxbacher nichts von Rotation. Mit neun Spielern stand fast eine komplette Mannschaft zehn Mal oder öfter in der Startelf der Favoritner. Zudem hat der FAK in der Meisterschaft nicht nur die wenigsten Wechsel vorgenommen, sondern mit 19 Spielern auch die wenigsten eingesetzt. Von der neunten bis zur elften Runde lief sogar drei Mal en suite die idente Elf auf.

 

So richtig scheint Peter Schöttel seinen Stamm noch nicht gefunden zu haben. Der Rapid-Coach hatte bislang aber auch keine einfache Aufgabe zu meistern. Einige Neuzugänge mussten integriert werden, viele Spieler mussten verletzungsbedingt passen und außerdem müssen fünf Stürmer bei Laune gehalten werden. So ist es auch zu erklären, dass sich die Startelf der Hütteldorfer von Woche zu Woche ändert. Kein einziger Rapid-Spieler durfte bzw. konnte 13 Mal von beginn an auflaufen.

 

In der Mozartstadt herrscht das Rotationsprinzip. Trainer Ricardo Moniz wechselt, was das Zeug hält. Im Gegensatz zur vorangegangenen Startelf ändern sich durchschnittlich fast vier Positionen, nicht weniger als 27 Kicker kamen bereits zum Einsatz. Als Beispiele seien die Veränderungen vom vierten auf den fünften und dann auf den sechsten Spieltag genannt - da standen zwei Mal in Folge gleich acht neue Spieler in der ersten Elf. Entsprechend wenige Dauerbrenner gibt es auch im Kader der "Bullen", neben Goalie Eddie Gustafsson, der immer spielte, stand nur Dusan Svento öfter als zehn Mal in der Startelf - nämlich zwölf Mal.

 

Grundsätzlich herrscht in Ried ja Konstanz. Trainer Paul Gludovatz ist keiner, der Spiel für Spiel etliche Veränderungen vornimmt. Dennoch war er bisher schon zu einigen gezwungen. Mit Oliver Glasner, Florian Mader und Daniel Royer spielten in der zweiten Runde etwa noch drei Spieler, die mittlerweile nicht mehr im Innviertel kicken. Am 13. Spieltag waren wiederum Lukas Rotpuller, Marco Meilinger und Joker Daniel Beichler im Einsatz - sie kamen allesamt erst im Laufe der Saison zu den "Wikingern".

 

26 eingesetzte Spieler, 47 Veränderungen in der ersten Elf - beim SK Sturm geht es in dieser Saison ordentlich rund. Das hat jedoch hauptsächlich damit zu tun, dass Franco Foda immer wieder zu Umstellungen gezwungen ist. Der Titelverteidiger hat nämlich in fast schon unheimlicher Regelmäßigkeit neue Verletzte zu beklagen. Zwei Mal in Folge mit derselben Startelf? Das kam bei den Grazern in der laufenden Saison noch nie vor.

 

Walter Kogler hält augenscheinlich nicht viel von Experimenten. Der Wacker-Coach setzt vielmehr auf sein Stammpersonal. Kapitän Tomas Abraham ist - wie schon in der Vorsaison - der Dauerbrenner schlechthin. Zudem dürfen sich auch noch Inaki Bea, Miran Burgic, Alex Hauser, Julius Perstaller, Szabolcs Safar, Carlos Merino und Daniel Schütz Stammspieler nennen. Die wenigen Wechsel - im Durschnitt sind es gegenüber der Vorwoche nicht ganz zwei - sind durch Sperren und Verletzungen zu erklären.

 

In Wiener Neustadt wird nur selten etwas verändert. Zwei Mal hielt Peter Stöger in dieser Saison bereits an seiner Startelf fest (1./2. und 5./6. Runde). Verwunderlich ist das allerdings nicht. Denn die Niederösterreicher haben keinen besonders großen Kader, viele Alternativen stehen nicht zur Verfügung. Mit Michi Madl, Mario Pollhammer, Mario Reiter, Andi Schicker, Wolfgang Klapf, Michael Stanislaw gehören immerhin sechs Spieler zum festen Stamm.

 

In Sachen Rotation ist Mattersburg Bundesliga-Durchschnitt. Die erste Elf wird hin und wieder punktuell verändert, völlig umgekrempelt wird die Mannschaft aber praktisch nie. Patrick Bürger, Alois Höller, Adnan Mravac waren bisher noch in jeder Partie gesetzt. Die Anzahl von 22 bisher eingesetzten Spielern ist eher niedrig, was angesichts des kleinen Kaders aber auch nicht überrascht.

 

Der Kader der Kapfenberger ist riesig. Und Trainer Werner Gregoritsch offenbar bemüht, auch wirklich allen Spielern eine Chance zu geben. Anders ist es kaum zu erklären, dass die "Falken" bisher 27 verschiedene Spieler eingesetzt haben - Spitzenwert der Bundesliga. Dabei setzen die Steirer sonst eher auf Beständigkeit. Von der zweiten bis zur vierten Runde wurde an der ersten Elf nicht verändert, auch vom neunten auf den zehnten Spieltag wurde nicht umgestellt.


Harald Prantl

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