Der LAOLA1-Stammtisch zur Saison 13/14

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Die Saison 2013/14 ist zu Ende. Wir haben Titelträger, wir haben Aufsteiger, wir haben Absteiger, wir hatten Spaß.

Es war schon ein ziemlich witziges Jahr. Wieder einmal haben die Klubs nichts ausgelassen. Da waren Trainer-Wechsel, Skandale und Skandälchen und so manches Fettnäppchen, in das es zu treten galt.

Wir wollen die Ereignisse noch einmal Revue passieren lassen.

Und was bietet sich da mehr an als ein Spezial-Stammtisch? Nichts. Also, auf geht's!

DIE WINNER: RED BULL SALZBURG

Was für eine unglaubliche Saison! Die Salzburger holten mit einem Start-Ziel-Sieg die Meisterschaft, sicherten sich mit 34 Treffern im Cup das Double und sorgten auch international, etwa mit den Auftritten gegen Ajax Amsterdam in der Europa League, für gehörig Aufsehen. Die ungemein attraktive Spielweise war so hierzulande noch nicht zu sehen und beschäftigte mit Fortlauf der Saison mitunter auch die "New York Times". In Österreich wurden Rekorde gebrochen und Meilensteine erreicht. Salzburg machte über die Landesgrenzen hinaus Werbung für den heimischen Fußball. Hut ab vor dieser Truppe!

DER WINNER: ROGER SCHMIDT

Weil es so eine unglaubliche Saison war, darf mit Trainer Roger Schmidt ein Salzburger noch einmal extra hervorgehoben werden. Nach der titellosen Saison 2012/13 war unklar, ob Red Bull mit ihm weitermachen würde. Der Deutsche wurde dann zwar bestätigt, doch ließ der Verein bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung im Winter eine Ausstiegsklausel verankern - zur Sicherheit, sollte es nicht so rund laufen. Die bekam der 47-Jährige im Gegenzug allerdings auch zugesprochen. Und weil es nicht nur rund, sondern sogar sehr rund lief, kaufte ihn Bayer Leverkusen bereits diesen Sommer aus seinem Kontrakt heraus. Der Vater des Salzburger Erfolges hat sich damit selbst zu einem Top-Klub in der Deutschen Bundesliga gearbeitet.

DIE WINNER: SCR ALTACH

Willkommen zurück in der Bundesliga! Endlich stellt Vorarlberg wieder einen Vertreter in der höchsten Spielklasse. Das war ein hochverdienter Aufstieg, liebe Altacher, darüber lässt sich gar nicht streiten. Witzig, dass es Sportdirektor Georg Zellhofer, der ja damals als Trainer mit dem Ländle-Klub abgestiegen ist, vorbehalten war, den Wiederaufstieg zu schaffen. Wir freuen uns auch für Coach Damir Canadi, der bewiesen hat, dass man sich als Trainer ohne Lobby und mit viel harter Arbeit von ganz unten nach oben arbeiten kann. Eine Kleinigkeit sei euch noch ins Stammbuch geschrieben, liebe Altacher: Verzichtet doch diesmal in der Bundesliga auf absurde Experimente a la Ailton.

DER WINNER: ADI HÜTTER

Wie Roger Schmidt hat sich auch Adi Hütter durch diese Saison weiter hinaufgearbeitet. Der 44-Jährige, der mit Grödig vergangene Saison sensationell den Aufstieg schaffte, ließ mit dem Erreichen eines Europacup-Startplatzes eine noch sensationellere Spielzeit folgen. Der Vorarlberger, der noch 2012 im Titelrennen der Ersten Liga vorzeitig den Trainer-Stuhl bei seinem Heimatverein Altach räumen musste, holte in Salzburg auch trotz widriger Umstände - Stichwort: Wettskandal - das absolute Maximum heraus und wurde nun mit dem Job als neuer Cheftrainer von Red Bull Salzburg belohnt. Hütter hat sich zu einer der heißesten Trainer-Aktien Österreichs entwickelt.

DIE WINNER: FC ADMIRA WACKER MÖDLING

Die Saison hätte chaotischer nicht beginnen können. Toni Polster sollte Didi Kühbauer vergessen machen. Tatsächlich sprach schon bald niemand mehr über jenen Mann, der die Südstädter zum Aufstieg, in den Europacup und zum Klassenerhalt geführt hatte. Aber auch über Polster sprach schon bald niemand mehr. Es folgte die Verwirrung um die Trainerlizenz von Oliver Lederer - ein Streit, der immer noch öffentlich ausgetragen wird. Dann Walter Knaller, dann der Punkte-Abzug, dann eine teilweise Rücknahme des Punkte-Abzugs. Dennoch gelang es der Mannschaft, nicht zuletzt dank des Trainer-Duos Knaller/Lederer, sich auf den Sport zu konzentrieren. Der Klassenerhalt wurde geschafft, die Lizenz in zweiter Instanz erteilt. Letztlich war es eine gute Saison.

DER LOSER: FC WACKER INNSBRUCK

War wohl nichts, liebe Innsbrucker. Der FC Wacker muss den Gang in die Erste Liga antreten. Und sagen wir, wie es ist: Angesichts der über 36 Runden gezeigten Leistungen darf sich wirklich niemand darüber beschweren. Das war schlichtweg viel zu wenig. Und was da an den Nebenschauplätzen passiert ist, wollen wir gar nicht mehr groß aufrollen - Stichwörter: Co-Trainer, Sportdirektoren, etc. Viel lieber sehen wir, und sicher auch die Innsbrucker, das Positive: Die Lizenz wurde, doch ein wenig überraschend, im ersten Anlauf erteilt. Wirtschaftlich dürfte es also aufwärts gehen. Kommt bald wieder!

DER LOSER: FK AUSTRIA WIEN

Wer hätte gedacht, dass man eine Saison, in der man sich erstmals in der Klub-Geschichte für die Champions League qualifiziert, dermaßen negativ abschließen kann. Vom durchaus respektablen Auftreten in der Königsklasse spricht längst keiner mehr. Vielmehr wird ein neuer Trainer gesucht und im Kader der Umbruch eingeleitet. Die erfolgreiche Titelverteidigung war schon bald kein Thema mehr, nun muss sogar der Europacup im TV beobachtet werden. Nenad Bjelica entpuppte sich als - sagen wir mal - nicht geeignet für diese Truppe. Nachfolger Herbert Gager konnte auch nicht restlos überzeugen. Der Neustart folgt...

DER LOSER: DOMINIQUE TABOGA

Tja, eigentlich hatten wir uns auf eine Bundesliga-Saison gefreut, in der das Sportliche im Vordergrund steht. Aber dank Dominique Taboga und Co. wurde nichts daraus. Der Grödiger brachte nicht nur die Liga in Verruf, sondern schadete in erster Linie auch seinem Verein und sich selbst. Zudem gingen die Schagzeilen rund um den Wettskandal um die Welt, die Wogen gingen hoch. Leider sieht man Spiele nun aus einem etwas anderen Blickwinkel: War die Aktion tatsächlich nur ein Fehler, Zufall oder doch beabsichtigt? Natürlich wissen wir auch, dass der Skandal weit über die Person Taboga hinaus geht, aber genau das bereitet uns ja Angst. Hoffen wir, dass der Fußball auch das überlebt.

DER LOSER: FIRST VIENNA FC

Nicht mehr, zweite Liga, nicht mehr, nicht mehr, nicht mehr... Das hat sich die Vienna in erster Linie selbst zuzuschreiben. Wirtschaftlich ist ohnehin seit langer Zeit guter Rat teuer, trotzdem dürfen noch immer die gleichen Personen an der Vereinsspitze werkeln. Das Lizenz-Thema ist schon so etwas wie ein "Running-Gag" auf der Hohen Warte, den Fans, Spieler und Trainer aber alles andere als lustig finden. Punkteabzüge zu Beginn und am Ende der Saison waren zudem nicht gerade förderlich und motivierend. Und sportlich war das einmal mehr zu wenig, daran konnten auch drei Trainerwechsel (Tatar–Fellner–Garger–Posch) nichts ändern. Der Wiener Sportklub wird sich freuen: In der Regionalliga gibt es endlich wieder das traditionelle Derby!

DER LOSER: SV MATTERSBURG

Der Abstieg geht unaufhaltsam weiter! Vergangenes Jahr hatten wir nicht damit gerechnet, dass der SV Mattersburg aus der Bundesliga absteigt, und schon gar nicht, dass die Vastic-Elf nun am Ende der Ersten-Liga-Tabelle herumkrebst. Selbst den Kampf gegen die Relegation konnten die Burgenländer noch nicht für sich entscheiden. Dabei muss man festhalten, dass der Stamm der Mannschaft den Schritt in die Zweitklassigkeit gemacht hat und kein großer Aderlass vorhanden war. Unter der neuen Führung wurde allerdings kein Schritt zurück in Richtung Oberhaus, sondern eher in die andere Richtung gemacht. Enttäuschend!

SCHMANKERL DER SAISON

  • DER MISTER "CUP": 14 Cupspiele ohne Niederlage sind eine lange Zeit. Einer darf diese stolze Serie sein Eigen nennen: Gerald Baumgartner. Mit der 2:4-Finalniederlage gegen Salzburg ging die Unbesiegbarkeit dem Ende zu, trotzdem setzte der 49-Jährige in dieser Saison mit St. Pölten jene Heldentaten fort, wie in der vergangenen Spielzeit mit dem FC Pasching. In der Ersten Liga blieb ihm der Aufstieg zwar verwehrt, die Leistungen im Frühjahr stimmen jedoch positiv. Wenn, ja wenn, Baumgartner dann noch Trainer von St. Pölten ist. Denn die Interessenten stehen bzw. standen aufgrund seiner imposanten Erfolgswelle Schlange. Wie Grödig, wie Ried, wie Austria - der Mister "Cup" wird seinen Weg gehen, davon sind wir überzeugt.

BILD DER SAISON


HALLO EUROPA!

ZAHLENSPIELE

5 - Terrence Boyd war mit fünf Aluminium-Treffern der Pechvogel der Saison.

11 - So oft trafen die Salzburger ins - vom Schützen aus gesehen - linke Kreuzeck des gegnerischen Tores. Im rechten landeten indes nur vier Bälle.

14 - Adi Hütter war der Trainer mit dem "goldenen Händchen". 14 Tore erzielten von ihm eingewechselte Spieler.

15 - Die 87. Spielminute war mit 15 erzielten Treffern die torreichste der Saison.

21 - Kein anderer Spieler wurde öfter ausgewechselt als Rapids Steffen Hofmann.

22 - Soviele Tore hat der SK Rapid in der Schluss-Viertelstunde erzielt. Das ist Liga-Spitzenwert.

24 - Kein anderer Spieler wurde öfter eingewechselt als Rieds Sandro.

33 - Stefan Nutz erzielte im Februar beim Spiel zwischen Grödig und Ried das schnellste Tor der Saison. Er benötigte etwas mehr als eine halbe Minute.

54 - Sturms Daniel Offenbacher gab 54 Torschussvorlagen aus Standardsituationen - weit mehr als jeder andere Bundesliga-Kicker.

110 - Salzburg hat mehr Tore in einer Saison erzielt als je eine Bundesliga-Mannschaft zuvor.

149 - So oft schnappte die Abseitsfalle der Admira zu - Top-Wert.

595 - Diese stolze Anzahl an Toren ist in dieser Saison gefallen. Das ergibt den sensationellen Schnitt von 3,31 Treffern pro Spiel.

656 - Soviele Fouls hat der FC Wacker Innsbruck begangen. Bestraft wurden die Tiroler mit vielen Karten, Ausschlüssen und dem Abstieg.

3240 - Heinz Lindner war der einzige Spieler, der keine einzige Minute verpasste.

Torschüsse, Torschuss-Vorlagen, Zweikämpfe, Pässe, Ballkontakte - die Arbeitsnachweise aller eingesetzten Spieler findest du hier im Stat-Check!

DIE LISTE DER "NULLEN"


Das wird ja immer besser! Wir verneigen uns vor den Bundesliga-Klubs. In der gesamten Saison haben sie uns lediglich neun torlose Unentschieden beschert, eines weniger als noch in der Vorsaison. Das ist mehr als nur in Ordnung. Es fielen also in gerade einmal 5 Prozent der 180 Spiele keine Treffer. Nächste Saison bitte wieder!

TOP-5-LISTEN:

Höhepunkte jagten Höhepunkte!

Die Fußball-Redaktion hat ein paar Listen zusammengestellt:


Salzburg-Schützenfeste:

  • 8:1 gegen Wiener Neustadt
  • 6:0 gegen Wacker Innsbruck
  • 6:0 gegen Grödig
  • 6:1 gegen Admira

 

Trainer-Missverständnisse:

  • Toni Polster
  • Nenad Bjelica
  • Roland Kirchler
  • Slobodan Grubor
  • Michael Angerschmid

 

Von Salzburg angepresste Spieler:

  • Tormann
  • Linker Innenverteidiger
  • Rechter Innenverteidiger
  • Abgekippter Sechser
  • Linksverteidiger

 

Winter-Abgänge:

  • Dare Vrsic
  • Matus Mikus
  • Furkan Aydogdu
  • Florian Sittsam
  • Marin Leovac

 

Teenager:

  • Valentino Lazaro
  • Louis Schaub
  • Sascha Horvath
  • Andreas Kuen
  • Marc Andre Schmerböck

 

Oldies:

  • Thomas Pfeilstöcker
  • Szabolcs Safar
  • Peter Hlinka
  • Markus Katzer
  • Thomas Parits

 

Du hast wohin gewechselt!?:

  • Tomas Simkovic - Tobol Kostanay
  •  Mihret Topcagic - Karagandy
  •  Matus Mikus - FC Nitra

 

Tor-Verhältnisse:

  • 110:35
  • 43:84
  • 68:71
  • 55:55
  • 55:66

 

Zuschauer-Magnete:

  • 21. Runde: Grödig-Admira 974 Zuschauer
  • 19. Runde: Grödig-Ried 1014 Zuschauer
  • 21. Runde: Wr. Neustadt-WAC 1050 Zuschauer
  • 23. Runde: Grödig-WAC 1084 Zuschauer
  • 29. Runde: Grödig-Sturm 1169 Zuschauer

Klub gesamt pro Spiel
SK Rapid 248.260 13.792
RB Salzburg 181.916 10.106
FK Austria Wien 147.800 8.211
SK Sturm Graz 135.540 7.530
FC Wacker Innsbruck 106.118 5.895
Wolfsberger AC 82.481 4.582
SV Ried 78.735 4.374
Admira 52.881 2.938
SC Wiener Neustadt 40.759 2.264
SV Grödig 35.241 1.958

DER BLICK INS ARCHIV:

Jonatan Soriano drückte der Saison den Stempel auf, stach seine Konkurrenten aus und erntete verdientermaßen die Torjäger-Krone sowie die Auszeichnung zum Spieler der Saison. Der Spanier ist gereift, wie man auf dem Bild erkennen kann. Links jubelte der Stürmer als gerade noch 22-Jähriger im Jahre 2007 für Espanyol Barcelona, rechts sieht man seine aktuelle Jubelpose bei RB Salzburg, die in dieser Bundesliga-Saison 31 Mal zum Einsatz kam. Für die österreichische Bundesliga ist der mittlerweile 28-Jährige auf jeden Fall eine Bereicherung. Demnach ziehen auch wir den Hut - eine eindrucksvolle Saison.

Runde Paarung Ergebnis
1 Grödig - Ried 0:0
4 Rapid - Austria 0:0
11 Neustadt - Rapid 0:0
20 Rapid - Neustadt 0:0
24 WAC - Austria 0:0
24 Rapid - Grödig 0:0
29 Wacker - Admira 0:0
30 Salzburg - Wacker 0:0
32 Rapid - Admira 0:0
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