Herbstmeister Austria im Kader-Check

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Die Wiener Austria ist Herbstmeister.

Dass es nach dem verpatzten Frühjahr unter Ivica Vastic im Herbst mit Peter Stöger am Ruder derart gut läuft, überrascht selbst die FAK-Verantwortlichen.

Aber nicht nur der neue Trainer, sondern freilich auch die Spieler sind hauptverantwortlich für die bisher überaus erfolgreiche Saison.

LAOLA1 nimmt alle 21 in der Meisterschaft eingesetzten Veilchen genauer unter die Lupe:

Heinz Lindner: Der Unumstrittene

18 Spiele (1.620 Minuten), 0 Tore/0 Assists

Der 22-Jährige ist die unumstrittene Nummer eins der Violetten. In 18 Spielen hat er nur ein Dutzend Gegentreffer kassiert und zehn Mal zu Null gespielt. Statistisch hat er hinter Sturms Johannes Focher mit 79,7 Prozent gehaltenen Torschüssen den zweitbesten Wert aller Bundesliga-Goalies.

Manuel Ortlechner: Der Kapitän

18 Spiele (1.620 Minuten), 1/1

Der Oberösterreicher ist in der Innenverteidigung gesetzt und hat beim FAK als einziger Feldspieler keine einzige Minute verpasst. Seine Foulquote pro 90 Minuten ist gegenüber der Vorsaison von 2,1 auf 1,4 gesunken, wodurch gefährliche Standards vermieden werden. Als Kapitän die gute Seele im Team.

Markus Suttner: Der Konstante

17 Spiele (1.530 Minuten), 1/5

Der Spieler mit den meisten Ballkontakten der Bundesliga und gemeinsam mit Salzburgs Florian Klein der Verteidiger mit den meisten Torvorlagen (5). Er hat im Herbst schon zwei Länderspiele über 90 Minuten bestritten. Defensiv sehr solide und offensiv brandgefährlich – der beste Linksverteidiger der Liga.

Tomas Jun: Der Assistkönig

17 Spiele (1.455 Minuten), 5/6

Ist im Herbst – abgesehen von kleinen Problemen mit der Zehe – verletzungsfrei geblieben und kann daher zeigen, wie wertvoll er ist. Laufstark und ein ausgezeichneter Kicker. Hat mit sechs die meisten Austria-Tore vorbereitet und ist in der Scorerwertung der Liga auf dem fünften Platz zu finden.

James Holland: Die Überraschung

16 Spiele (1.405 Minuten), 0/0

Im Frühjahr noch enttäuschend, blühte der Australier im Herbst richtig auf. Verrichtet unspektakuläre, aber immens wichtige Arbeit. Umsichtiger Ballverteiler, der sich praktisch keine Fehler leistet und in der Defensive viele entscheidende Zweikämpfe für sich entscheidet.

Tomas Simkovic: Der Standard-Spezialist

16 Spiele (1.163 Minuten), 3/3

Zu Beginn der Saison bärenstark, nach seiner Verletzung aber etwas aus dem Tritt gekommen. Der 25-Jährige hat schon drei Tore durch Standardsituationen vorbereitet – in der Liga steht nur Michael Liendl mit fünf Assists über ihm. Der meistgefoulte Spieler der Austria (39).

Alexander Gorgon: Der Beobachtete

15 Spiele (1.256 Minuten), 5/4

Wenn er fit ist, hat er ein Stammleiberl. „Gogo“ ist ein ständiger Unruheherd in der gegnerischen Defensive, hat seine Stärke in Eins-gegen-Eins-Situationen und hinter Jonathan Soriano (70) mit 53 die zweitmeisten Torschüsse der Liga abgegeben. Einige Klubs haben ihn auf dem Zettel.

Kaja Rogulj: Der Lückenschließer

14 Spiele (1.215 Minuten), 2/1

Wer war nochmal Georg Margreitter? Der Kroate hat die Lücke in der Innenverteidigung mit Bravour geschlossen. Mannschaftsintern führt er die Wertungen bei Boden-Zweikämpfen (67,4% gewonnen) und Kopfballduellen (69,0% gewonnen) an.

Florian Mader: Der Passsichere

14 Spiele (836 Minuten), 1/1

Der Tiroler genießt als einer der passsichersten Spieler der Bundesliga oft das Vertrauen von Trainer Peter Stöger. Spielt taktisch klug, schließt in der Defensive viele Lücken, setzt im Spiel nach vorne allerdings nur selten Akzente.

Dare Vrsic: Die Enttäuschung

13 Spiele (765 Minuten), 0/2

Als großer Hoffnungsträger gekommen, konnte der Slowene die Erwartungen bisher überhaupt nicht erfüllen. Anfangs nicht ganz fit, körperlich offenbar ein wenig im Rückstand und oft ein Fremdkörper im Kombinationsspiel der Veilchen. Noch viel Luft nach oben.

Roman Kienast: Der Ersatzmann

13 Spiele (423 Minuten), 3/2

Seit der Verpflichtung von Philipp Hosiner ist dem 28-Jährigen die Rolle des Jokers zugedacht. Diese füllt er gut, wenn auch nicht grandios aus. Immerhin ist er im Durchschnitt alle 84,6 Spielminuten an einem Treffer beteiligt.

Philipp Hosiner: Der Goldgriff

12 Spiele (962 Minuten), 12/3

Der 23-Jährige hat richtig eingeschlagen. Zwölf Spiele, zwölf Tore und dazu auch noch drei Assists – der Burgenländer hat einen unfassbaren Herbst gespielt. Durchschnittlich braucht er 80,1 Minuten und 3,5 Torschüsse für einen Volltreffer.

Emir Dilaver: Der Kämpfer

12 Spiele (857 Minuten), 0/0

Anfangs als Rechtsverteidiger gesetzt, dann wegen einer Verletzung den Stammplatz an Fabian Koch verloren, hat es der 21-Jährige mit dem Kämpferherz derzeit nicht so leicht. Im defensiven Mittelfeld ist er aktuell nur die zweite oder dritte Option.

Marko Stankovic: Der Einspringer

12 Spiele (620 Minuten), 2/1

Auf welcher Offensiv-Position auch immer einer ausfällt, zumeist ist „Stanko“ die erste Wahl, wenn nach Ersatz gesucht wird. Der Steirer ist am Feld stets bemüht, was durchschnittlich sechs Torschuss-Beteiligungen pro 90 Minuten beweisen, aber oft auch glücklos.

Alexander Grünwald: Der Superjoker

12 Spiele (446 Minuten), 2/5

Von seinen zwölf Spielen wurde der Blondschopf gleich zehn Mal eingewechselt. Umso beeindruckender seine Bilanz: Wenn der 23-Jährige als Joker auf dem Feld steht, ist er alle 51,8 Minuten an einem Treffer beteiligt.

Fabian Koch: Der Aufsteiger

9 Spiele (777 Minuten), 0/0

Nach über eineinhalb Jahren in der Hauptstadt ist der Tiroler endlich angekommen. In der elften Runde erstmals als Rechtsverteidiger in der Startelf gibt der 23-Jährige seinen Platz seither nicht mehr her. Das Selbstvertrauen steigt von Runde zu Runde, die Formkurve zeigt steil nach oben.

Roland Linz: Der Absteiger

7 Spiele (220 Minuten), 1/1

Ein Torjäger auf dem Abstellgleis. Nur drei Einsätze von Beginn an, mittlerweile praktisch überhaupt kein Thema mehr. Lediglich sechs Torschüsse durfte der Steirer in der ganzen Saison abgeben. Immerhin landete einer davon auch im Netz.

Thomas Murg: Die Zukunftshoffnung

7 Spiele (91 Minuten), 0/0

Trainer Stöger führt den 18-Jährigen, den eine Fersenverletzung zwischenzeitlich stoppte, vorsichtig an den Profi-Fußball heran. Der pfeilschnelle Offensivgeist ließ sein Potenzial hin und wieder aufblitzen. Eine heiße Aktie für die Zukunft.

Lukas Rotpuller: Der Rückkehrer

4 Spiele (196 Minuten), 0/0

Seit seiner Rückkehr aus Ried hat es der 21-Jährige nicht gerade leicht. Aber wenn er gebraucht wird, ist er zur Stelle. Etwa in der 18. Runde gegen Salzburg, als er bei seinem Startelf-Debüt in der Innenverteidigung eine tadellose Leistung gebracht hat.

Marin Leovac: Der Backup

1 Spiel (90 Minuten), 0/0

Der 24-Jährige sieht auf der Linksverteidiger-Position gegen Suttner kein Land. Nur ein einziges Mal durfte er ran – als sein Konkurrent gegen Wr. Neustadt eine Sperre absitzen musste. Es ist wohl sein letztes Jahr in Wien-Favoriten.

Srdan Spiridonovic: Der Verspielte

1 Spiel (1 Minute), 0/0

Im Derby gegen Rapid feierte der 19-Jährige in der zwölften Runde für eine Minute sein Liga-Debüt. Der technisch überaus beschlagene Offensivspieler muss im Training mehr tun, um sich für längere Einsatzzeiten zu empfehlen.


Harald Prantl

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