Transferanalyse 2012: Was war? Was kann kommen?

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Nach Weihnachten ist bekanntlich vor Silvester.

Und das bedeutet, dass sich das Transferfenster bald öffnen wird. Vom 1. Jänner weg bis zum 31. Jänner um Mitternacht hat dieses offen.

Nach der Herbstsaison werfen wir einen Blick zurück: Wie haben sich die Transfers bei den zehn Bundesligisten ausgewirkt? Welche Note haben sie sich für ihre Aktivitäten verdient?

Zudem blicken wir auch nach vorne: Wie könnten die Vereine in der Wintertransferzeit agieren?

LAOLA1 mit der Transferanalyse 2012, Teil 1:

 

FK AUSTRIA WIEN


RÜCKBLICK

Nein, Dare Vrsic hat nicht das gebracht, was sich die Violetten von ihm erhofft haben. Das mag einerseits an verletzungsbedingten Problemen, andererseits aber auch an den vielleicht etwas zu hohen Erwartungen gelegen haben. Bis jetzt hat sich Investition jedenfalls noch nicht ausgezahlt, aber das kann sich durchaus noch ändern. Ganz anders sieht die Sache mit Philipp Hosiner aus. Der Führende der Torschützenliste ist zweifellos DER Mann der Herbstsaison und ein echter Goldgriff. Sebastian Wimmer und Thomas Murg wurden als Perspektivspieler geholt, zumindest Zweiterer ließ sein großes Potenzial auch schon in der Bundesliga aufblitzen. Und Rückkehrer Lukas Rotpuller ist ein solider Verteidiger, der stets fehlerfrei eingesprungen ist, wenn eine Stammkraft passen musste. Alles in allem war es ein gelungener Transfer-Sommer der Austria, einzig Vrsic trübt die Bilanz.

NOTE 2

 

AUSBLICK

Die Führungsetage der Violetten betont seit Tagen, dass im Winter keine Transfers geplant sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man im Poker um Marcel Sabitzer den Kürzeren gezogen hat und sich auch Manuel Weber nicht für die Veilchen entscheiden wird. Tatsächlich haben die Wiener keinen Handlungsbedarf, allerdings ist nicht auszuschließen, dass hinsichtlich der bevorstehenden Europacup-Saison doch im Winter schon Neue kommen, um sich ein halbes Jahr an ihr neues Team gewöhnen zu können. Und außerdem wurde ja auch schon ein Transfer getätigt: Mit Valentin Grubeck kommt ein U18-Teamspieler aus der Linzer Akademie – ein Mann für die Zukunft, nicht für die Gegenwart. In Sachen Abgängen ist Roland Linz eine heiße Aktie, ein Wechsel ins Ausland liegt im Bereich des Möglichen.

RED BULL SALZBURG

 

RÜCKBLICK

In Salzburg gab es unter Neo-Sportchef Ralf Rangnick den nächsten radikalen Umbau der Red-Bull-Ära. Dieses Mal könnte aber der Nagel wirklich auf dem Kopf getroffen worden sein: Alle Spieler, die der Deutsche holte (Sadio Mane, Kevin Kampl, Valon Berisha, Isaac Vorsah etc.) gehören der Kategorie "jung, gut, willig" an und zeigten das auch. Es scheint, als würden die Salzburger endlich den richtigen Weg gehen. Bereits im Herbst beeindruckte die Qualität der Neuen die gesamte Liga, viele (u.a. Rapid-Kapitän Hofmann) sprachen von den besten Spielern, die je in Salzburg spielten. Einzig Christopher Dibon könnte als "Fehlbesetzung" abgetan werden, doch dessen Verpflichtung fällt erstens nicht in Rangnicks Ära und zweitens bewies er etwa im Schlager gegen die Austria sein Können. Man darf sich nach der ersten gemeinsamen Vorbereitung des neuen Teams richtig auf das Frühjahr freuen.

NOTE 1

 

AUSBLICK

In erster Linie geht es darum, die im Herbst aussortierten Spieler an den Mann zu bekommen: Bei Douglas, Cristiano und Rasmus Lindgren ist das schon passiert. Auf der To-Do-Liste steht diesbezüglich noch Joaquin Boghossian. Stefan Maierhofer soll zudem folgen. Leitgeb könnte der Sprung ins Ausland gelingen. Auf der Habenseite steht bereits seit längerer Zeit der erst 16-jährige Zymer Bytyqi. Nicht auszuschließen, dass Salzburg noch den einen oder anderen bisherigen No Name aus dem Hut zaubert. Tendenziell werden kaum neue Spieler kommen, zudem die rekonvaleszenten Alan und Svento wieder am Start sind. Und Namen wie Owen Hargreaves, die in der Gerüchteküche herumschwirren, gehören eher der Kategorie "sehr unwahrscheinlich" an...

SK RAPID WIEN


RÜCKBLICK

Im Sommer war es an der Zeit, Schlussstriche zu ziehen. Sowohl Helge Payer als auch Rene Gartler, den man aufgrund seiner Explosion in Ried nicht ziehen lassen hätte sollen, mussten nach vielen Jahren den Verein verlassen. Dafür verstärkte man sich gezielt. Gerson wurde in der Abwehr zur Fixgröße, Terrence Boyd stellte seine Wichtigkeit trotz mancher Schwankungen unter Beweis und Muhammed Ildiz wusste nach seiner Rückkehr aus Innsbruck zu überraschen, konnte sich im zentralen Mittelfeld festsetzen. Keeper Thomas Dau gehört indes die Zukunft. Summa summarum hat sich Rapid sicherlich nicht schlecht verstärkt, ob der Konkurrenz aus der eigenen Stadt (Niederlage im Transfer-Poker um Hosiner) und Salzburg aber auch offensichtlich nicht gut genug. Für die Ansprüche des Rekordmeisters schlicht zu wenig.

NOTE 3


AUSBLICK

Da Neo-Sportdirektor Helmut Schulte erst mit 1. Jänner seinen Dienst antritt, liegt noch viel in der Schwebe. Marcel Sabitzer ist aber Rapid nicht mehr zu nehmen. Die Frage bleibt, ob er wie geplant im Winter oder doch erst im Sommer kommt. Das hängt wohl auch damit zusammen, ob Christopher Drazan die Hütteldorfer (womöglich gen Kaiserslautern) verlässt. In der Gerüchteküche fallen Namen wie Ex-Schützling Branko Boskovic, Mikkel Diskerud (Rosenborg) oder Sturms Manuel Weber, um das zentrale Mittelfeld zu stärken. Fix ist wohl nur, dass sich bei den Wienern im Winter etwas tun wird. Muss es auch, wollen die Hütteldorfer ernsthaft um einen CL-Quali-Platz mitspielen.

SK STURM GRAZ


RÜCKBLICK

Gleich sieben neue Gesichter tauchten in Graz auf. Innenverteidiger Nikola Vujadinovic hat nach anfänglicher Unsicherheit für viel Stabilität sorgen können. Vor der Abwehr hat sich Michael Madl mehr als nur eingelebt. Ursprünglich als Innenverteidiger geholt, avancierte der Steirer zum unverzichtbaren Aufräumer und schließlich zum Kapitän. Neben Madl fand Heimkehrer Tobias Kainz seinen Platz am Feld und im Herzen von Trainer Peter Hyballa. Heimgekehrt ist auch Leonhard Kaufmann, der die rechte Außenbahn im Rahmen seiner Möglichkeiten beackerte. Im Angriff sorgte Richard Sukuta-Pasu für Aufsehen. Der bullige Deutsche glänzte nicht nur mit neun Treffern, sondern auch mit Ballsicherheit und Übersicht. Im Tor hat der von Dortmund gekommene Johannes Focher voerst Christian Gratzei abgelöst. Einzig Neuzugang Serkan Ciftci gehörte der Kategorie überflüssig an, war allerdings auch lange verletzt. Ein nicht unwesentlicher Umbruch, der sich aber umgemünzt auf das Feld bislang sehen lassen kann.

NOTE 2

 

AUSBLICK

Der Fokus muss bei Sturm in erster Linie auf der Verlängerung von Verträgen liegen. Mit Christian Klem, der bis 2016 unterschrieben hat, ist ein Anfang gemacht. Gerade im Angriff tun sich aber noch viele Fragezeichen auf. Rubin Okotie und Richard Sukuta-Pasu könnten im Sommer schneller weg sein, als  Hyballa „Umschalten“ sagen kann. Im Winter wird es wohl nur Neuzugänge geben, wenn sich Spieler verabschieden. Das könnte aber dank Manuel Weber und Darko Bodul der Fall sein. Bei beiden scheint eine Zukunft bei Sturm kaum vorstellbar, auch wenn Bodul zuletzt wissen ließ, dass er gerne in Graz bleiben würde. Wo die Schwarz-Weißen nachbessern wollen? Sportdirektor Ayhan Tumani sieht die Defensive als Achillesferse. Die Gerüchte um den Lustenauer Innenverteidiger Stipe Vucur kommen nicht von ungefähr.

SV RIED

RÜCKBLICK

Mit Rene Gartler haben die Innviertler einen absoluten Volltreffer gelandet. Das Vertrauen in seine Fähigkeiten hat der Ex-Rapidler mit elf Treffern zurückgezahlt. Weiters haben die Oberösterreicher mit Andreas Schicker einen guten Griff getan, Clemens Walch hat seine Zeit gebraucht, ist aber gegen Ende des Herbstes aufgetaut und wird wohl im Frühjahr so richtig aufblühen. Der zum Schluss verletzte Mario Reiter hat noch Luft nach oben. Größter Respekt gebührt Ried für die Verpflichtung von Gernot Trauner, der zuvor ein Jahr beim LASK in Liga zwei wegen Verletzung nicht spielte und nun in der Bundesliga aufläuft. Markus Grössinger hat sein Talent bewiesen. Einziges, im Laufe der Herbstmeisterschaft aber gravierendes Problem: In der Abwehr waren die Innviertler ob Verletzungen einfach zu dünn besetzt.

NOTE 3

 

AUSBLICK

Im Winter wird sich bei den Innviertlern traditionell nicht allzu viel tun. Wenn, dann wird die Defensive (Innenverteidigung) verstärkt. Andreas Pfingstner (Rostock) und Florian Neuhold (Sturm) sind Kandidaten. Manager Stefan Reiter hat wissen lassen, dass es mehr darum geht, die Spieler für die nächste Saison zu halten. Allen voran läuft der Vertrag von Anel Hadzic aus. Die Innviertler versuchen den Kopf der Mannschaft zu binden, ein Wechsel ist allerdings nicht ausgeschlossen. Es könnte mitunter ein harter Poker werden. Will Hadzic nicht verlängern, könnten ihn die Rieder aus finanziellen Gründen noch im Winter ziehen lassen.

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