Herbst 2013: Gewinner und Verlierer (Ried/Sturm)

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Bis zur Winterpause kamen die Fans in den Genuss einer spannenden Meisterschaft.

Sensationen, Überraschungen, Spitzenspiele, Skandale - die Bundesliga trug in diesem Herbst zur Unterhaltung bei.

Einige Spieler konnten die Gelegenheit nützen, um sich ins Rampenlicht zu spielen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Andere wiederum sehen derzeit kein Land oder haben sich in den vergangenen 21 Runden selbst ins Abseits gestellt.

LAOLA1 kennt die Gewinner und Verlierer der zehn Bundesligisten - Teil 3 mit der SV Ried und Sturm Graz.

SV RIED


ROBERT ZULJ

Der 21-Jährige hat gegenüber dem vorangegangenen Herbst noch einen draufgesetzt und ist mit neun Treffern und fünf Assists gleich gefährlich wie Stürmerspitze Rene Gartler. Seine Weiterentwicklung führt dazu, dass der offensive Mittelfeldspieler nun aus Angeboten aus dem In- und Ausland frei auswählen kann. Er ist für den nächsten Schritt bereit.

 

CLEMENS WALCH

Auch der Tiroler hat in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Gemeinsam mt Zulj und Gartler bildete der 26-Jährige das Innviertler Dreieck, das gemeinsam 38 Scorerpunkte verzeichnete. Wurde am Ende wegen Verletzung und Gelbsperre etwas aus dem Tritt gebracht, doch sein Herbst macht sicherlich Lust auf mehr.

 

OLIVER KRAGL

Die Geschichte ist bekannt: Eigentlich beobachtete Manager Stefan Reiter einen anderen Spieler, doch der Deutsche stach ihm ins Auge. Der Linksfuß war der einflussreichste Neuzugang der Innviertler in diesem Herbst. Auf der Seite oder defensiv im Mittelfeld - Kragl machte seine Sache ausgezeichnet und traf auch dank seines Hammers drei Mal.

 

ANDREAS SCHICKER

So gut Kragl sich bei Ried macht, umso schwerer hat es folglich sein Konkurrent auf der linken Seite. Zwar hat der 27-Jährige sein erstes Bundesliga-Tor erzielt, doch in den ersten zehn Runden der Saison sah Schicker kein Land. Auch durch das Verletzungspech kam er schließlich noch auf seine fast 1000 Minuten (973), 2012 waren es mehr.

 

TONI VASTIC

Armer Toni! Alle wünschen dem 20-Jährigen ein Herbst oder Frühjahr, in dem der Offensivspieler einmal verletzungsfrei bleibt. Das wirft den Stürmer immer wieder zurück. Auf der anderen Seite ist es allerdings auch so, dass der Nachwuchs-Internationale seine bisherigen Chancen nicht wirklich nutzen konnte. Doch es sollte nur eine Frage der Zeit sein, ihn weiter oben zu sehen - wenn er verletzungsfrei bleibt!

 

FURKAN AYDOGDU

Das war ein kuzes Vergnügen. Erst im Sommer kam der offensive Mittelfeldspieler vom FC Lustenau nach Oberösterreich. In den zehn Einsätzen, die der 25-Jährige für die Rieder absolvierte, konnte er allerdings nicht überzeugen und verlässt den Klub nun zu Jahresende mit 70 Minuten Bundesliga-Erfahrung.

SK STURM GRAZ


BENEDIKT PLIQUETT

Benedikt Wer? Das Staunen am letzten Transfertag war durchaus groß, als Sturm das Urgestein des FC St. Pauli als Nachfolger von Johannes Focher präsentierte. Inzwischen ist diese Frage längst beantwortet und der 1,99-Meter-Hüne hat sich in Graz einen Namen gemacht. Aufgrund eines Ausschlusses von Christian Gratzei durfte er schon Mitte September erstmals ran und etablierte sich folglich als Nummer eins. Die viertbeste Fangquote aller Liga-Goalies (71,4 Prozent) spricht für sich. Aber auch abseits des Platzes hat er sich mit Intelligenz, Witz und norddeutschem Charme etabliert. Taugt als Integrationsfigur.

 

DANIEL BEICHLER

Die Rückkehr begann wie eine "typische" Beichler-Saison, also mit Pech. Gleich zum Trainingsauftakt fiel die Offensivkraft mit einer Gehirnhautentzündung aus. Auch wenn ihm gegen Ende ein wenig die Luft ausging, kann der 25-Jährige dennoch auf einen ordentlichen Herbst zurückblicken. Einerseits blieb er fit und konnte somit einen Rhythmus entwickeln, andererseits gehörte er über weite Strecken zu den belebenden Elementen des Sturm-Spiels.

 

PATRICK WOLF

Patrick Wolf als Gewinner zu nominieren, wird tendenziell nicht überall auf Gegenliebe stoßen. Auf persönlicher Ebene kann man es jedoch durchaus so sehen. 2012 aus Graz verjagt und ein Jahr in Kapfenberg geparkt, galt er bei seiner Rückkehr im Sommer öffentlich als Kader-Anhängsel. Der 32-Jährige überzeugte Trainer Darko Milanic jedoch und bekam von Anfang an Einsatzzeit. Seit Runde neun stand er in jeder Partie in der Startformation. Ganz okay für ein vermeintliches Auslaufmodell.

 

CHRISTIAN GRATZEI

Wo ein Gewinner Pliquett, da ein Verlierer Gratzei. In der zweiten Saison in Folge wurde der frühere ÖFB-Goalie von einer deutschen Nummer zwei auf die Ersatzbank verdrängt. Zum Verhängnis wurde dem 32-Jährigen ausgerechnet sein 200. Bundesliga-Spiel, als er gegen Austria Wien ausgeschlossen wurde. Seither ließ sich Pliquett nichts zu Schulden kommen und der Kapitän tauchte nur noch als Verleser des offenen Briefs in der Öffentlichkeit auf. Mit einer Fangquote von 60 Prozent machte er sich vor seiner Roten Karte jedoch auch nicht unverzichtbar - nur Andreas Leitner (Admira, 59,1 %) und Wolfgang Schober (Wacker, 46,8 %) kamen im Herbst auf einen schlechteren Wert.

 

MARTIN EHRENREICH

Was musste sich Joachim Standfest bei Sturm nicht alles anhören? Fakt ist jedoch, dass die Position des Rechtsverteidigers in Graz seit der Verabschiedung des Routiniers vor eineihalb Jahren ein ungelöstes Problem darstellt. Ehrenreich sei hier nur stellvertretend erwähnt, Milanic war auch mit den Leistungen von Aleksandar Todorovski, Andreas Hölzl sowie den unerfahrenen Akteuren Philipp Hütter udn Reinhold Ranftl nicht zufrieden. Und zwar zurecht.

 

FLORIAN KAINZ

Mit Anspruch und Wirklichkeit ist es so eine Sache. Man kann und muss sich darauf einigen, dass der 21-Jährige zu den talentierteren Spielern im Sturm-Kader gehört und zurecht von einem Engagement im Ausland träumt. Rein vom Potenzial her. Denn diese Theorie setzt der linke Mittelfeldspieler in der Praxis beileibe nicht mit der für eine größere Liga notwendigen Konstanz um. Im Herbst-Finish wurde Kainz von Trainer Milanic komplett kaltgestellt. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht, oder ob die Zukunft doch an der Mur liegt. Vielleicht braucht es wirklich einen Tapetenwechsel, um zu alter Form zu finden.

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