Jung, schnell, wortgewandt – Corinna Kamper vereint auf den ersten Blick schon jetzt alles, was ein Motorsport-Ass ausmacht.
Dabei ist das vermutlich schnellste Mädchen Österreichs gerade einmal 17 Jahre alt und gerade drauf und dran im Formelsport richtig Fuß zu fassen.
Im September des Vorjahres gewann sie in Monza ein Rennen der Formel Lista junior – in den unteren Nachwuchsserien ihr Durchbruch: „Nach dem Rennen sind einige Leute zu mir gekommen und haben mir Tests angeboten“, erklärt Corinna am Rande der „RacingShow“ in Vösendorf im Gespräch mit LAOLA1.
„Leider ist sich bislang erst wenig ausgegangen, weil ich gerade in der Maturaklasse (Gymnasium Kapfenberg mit Sportzweig, Anm.) bin und deshalb viel zu lernen habe.“
Die mittelfristige Zukunft im Motorsport ist aber bereits unter Dach und Fach: Der Bolide für die neue Saison in der „Formel Renault 2.0“ ist gekauft und war im Rahmen der „RacingShow“ auch zu bewundern. Nach einem passenden Team für die Betreuung des Einsatzes wird noch gesucht.
Liebe auf der Kartbahn entflammt
Corinna ist ihrem Traum nach einer großen Motorsport-Karriere damit das erste Stückchen näher: „Rennfahrerin will ich schon werden, seit ich sechs bin“, erklärt die Steirerin. „Mich hat einmal eine Freundin zum Light-Kart-Fahren nach Leoben mitgenommen. Das hat mir so getaugt, dass ich mit meinem Papa unbedingt wieder Rennen fahren wollte.“
Vater Karl Kamper lenkt noch immer die Geschicke seiner Tochter: Aktuell sucht er auf Corinnas Homepage über einen „Förderpool“ nach finanziellen Mitteln. Motorsport ist bekanntlich nicht das billigste Unterfangen dieser Erde.
"Cat Fight" im Paddock?
Sich gegen Burschen zu behaupten, hat Corinna schnell gelernt: „Vor dem Rennen werden wir oft belächelt, danach meistens nicht mehr!“
Schwerer wiegt da schon die Rivalität unter Mädchen, von denen es im Kartsport und den niederen Formel-Serien doch noch einige gibt. „Die Rivalität unter Mädchen ist sicher höher. Wir sind ein Ausnahmefall und wollen nicht, dass ein anderes Mädel in unser Revier eindringt“, erklärt die 17-Jährige.
Ehrgeiz als Chance
Was der Trumpf des „Frau-Seins“ als Alleinstellungsmerkmal bedeuten kann, bewies nicht zuletzt Danica Patrick, die trotz nur eines einzigen Sieges in 116 Rennen die mit Abstand bestverdienende (inkl. Werbeeinnahmen) Pilotin der IndyCar Series war.
Vor allem bei der Sponsorensuche ist das Geschlecht oft ein Vorteil: „Ich glaube schon! Das viele es trotzdem nicht schaffen, liegt aber wohl daran, dass sie sich einfach zu wenig zutrauen.“
„Ich möchte deshalb eine Vorbildwirkung haben, damit sich mehr Mädels trauen, sich in so einer Männerdomäne durchzusetzen“, meint Corinna selbstbewusst.
Auf ihre eigenen kurzfristigen Ziele angesprochen, gibt sich die 17-Jährige dann aber doch etwas zurückhaltend: „Man darf sich seine Ziele nicht zu streng setzen. Für diese Saison bin ich schon glücklich, wenn ich im vorderen Drittel lande.“
Michael Höller
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