Zeitlupe Rietzler

 

Ohne Visionen wird es wohl keine weiteren City Events geben

Die Ski-Show von Moskau ruft Befürworter wie Kritiker auf den Plan. Plötzlich ist sogar ein alpines Rennen im Happel-Stadion ein Thema.

Fragwürdig, aber gar nicht so von der Hand zu weisen, wo ebendort ja bereits Speedway-Länderkämpfe stattgefunden haben, Leichtathletik-Feste inklusive Weltrekord bejubelt wurden, Österreich einen legendären Daviscup gegen die USA bestritten hat, oder während der Schwimm-EM in den 90er-Jahren sogar ein mobiles Wasserbecken für die Titelkämpfe im Wasserball Platz fand und von den Fans euphorisch aufgenommen wurde.

Wer will ausschließen, dass nicht irgendwann Hirscher und Co. über eine Rampe und das Dach ins Prateroval wedeln? Für meinen Geschmack gibt es in Wien mit dem hügeligen Gelände in den Gärten von Schönbrunn bzw. den „Bergen“ im Norden der Stadt wesentlich besser geeignete Locations.

Doch darum geht es nicht. Für derartige Events braucht es Visionen. Visionen, die dem Ski-Weltverband FIS seit Jahren fehlen. Der alpine Skisport lebt inzwischen hauptsächlich von der Entwicklung bei den Snowboardern. Die Carving-Technik bzw. die neue Generation der „Rocker“ entspringen dem Boarder-Sport.

Warum also nicht auch in Sachen Events Anleihe bei den „Ein-Brett-Fahrern“ nehmen? Ob das geniale Air & Style im Innsbrucker Bergisel-Stadion bzw. im Weltcup die Big Air-Veranstaltungen in London, Stockholm oder einer anderen vergleichbaren Metropole.

Selbst die Diskussion über die Vergabe von Weltcup-Punkten ist müßig. Wenn der Gesamtsieger - wie in diesem Winter - über 44 Bewerbe ermittelt wird, zum Teil Punkte bei Rennen vergeben werden bei denen das Ergebnis aufgrund des Wetters oder der speziellen Pistenverhältnisse unter widrigen Umständen ermittelt wird, dann haben zwei, drei Show-Events mit Punktevergabe allemal ihre Berechtigung.

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