Im ausgedehnten Wett- und Manipulationsskandal, der den italienischen "Calcio" erschüttert, schaltet sich jetzt auch der Fußballverband FIGC ein.
Der Verband will eine eigene Untersuchung in die Wege leiten, die parallel zu jener der Justizbehörden in der norditalienischen Stadt Cremona laufen soll
FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi forderte von den Staatsanwälten von Cremona die Dokumente der Untersuchung und will selber die in die Affäre verwickelten Spieler befragen, berichtete die italienische Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.
Doni als Schlüsselelement des Skandals
Schon Anfang kommender Woche will Palazzi die Manager des Erstligisten Atalanta Bergamo vernehmen.
Der Chefankläger des Verbands will klären, ob der Serie A-Aufsteiger über die Absprachen seines Ex-Kapitäns Cristiano Doni informiert war, der als Schlüsselelement des Skandals gilt.
Doni war am 19. Dezember mit weiteren Spielern festgenommen worden und befindet sich zurzeit in Südtirol unter Hausarrest.
Atalanta droht Zwangsabstieg
Der 38-jährige Doni hatte den Ermittlern unter anderem von drei manipulierten Serie A-Matches berichtet.
Er gab zu, dass er mit dem Ex-Verteidiger des Zweitligisten FC Piacenza, Carlo Gervasoni, das Serie B-Match Atalanta Bergamo gegen FC Piacenza am 19. März manipuliert habe.
Atalanta konnte sich am Ende der Saison den Aufstieg in die Topliga sichern. Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, droht Atalanta der Zwangsabstieg in die Serie B.
Ermittlungen gegen weitere 20 Spieler
Der Staatsanwalt von Cremona, Roberto Di Martino, ermittelt inzwischen weiter.
Seiner Ansicht nach könnten bald offizielle Ermittlungen gegen weitere 20 Spieler, darunter auch Serie A-Kicker, aufgenommen werden.
Für Aufregung sorgen Berichte, nach denen die Staatsanwälte nach geheimen Bankkonten des Ex-Nationalspielers Giuseppe Signori in der Schweiz jagen.
Signori war im vergangenen Juni wegen seiner Verwicklung in die Wett- und Absprachenaffäre verhaftet worden. Er wurde vom Profi-Fußball verbannt.
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