Ein Champions-League-Achtelfinale ohne Manchester United? Eigentlich kaum mehr vorstellbar.
Die „Red Devils“ gehören quasi zum Inventar der K.o.-Runde und aus ihrem Selbstverständnis ohnehin zum erweiterten Favoriten-Kreis.
Erst zwei Mal scheiterte die Truppe von Sir Alex Ferguson in der Gruppenphase: 1994 und 2005.
Déjà-vu
Exakt sechs Jahre nach dem letzten Super-GAU kam ein weiterer hinzu.
Und es musste Ferguson wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Denn die Konstellation am 7. Dezember 2005 war die gleiche wie jene am 7. Dezember 2011.
Ein Unentschieden bei Außenseiter FC Basel hätte für den Aufstieg gereicht – damals hieß der direkte Konkurrent Benfica Lissabon.
Seinerzeit schlichen die Engländer mit einer 1:2-Niederlage vom Platz. Und sechs Jahre später wiederholt sich die Geschichte: Erneut ist ein 1:2 bei einem Underdog der CL-Sargnagel.
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Europa League ein schwacher Trost
Dass ManUtd dieses Mal wenigstens die Europa League bleibt, ist für die Stars ein schwacher Trost.
„Es ist peinlich, dass wir jetzt in der Europa League sind“, macht Patrice Evra überhaupt keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. „Es ist ein trauriger Tag.“
Auch Ferguson hatte nach dem CL-Aus schwer zu kämpfen: „Wir sind sehr enttäuscht. Anders kann man sich jetzt nicht fühlen. Die Champions League ist das beste Turnier auf der Welt und natürlich wollten wir weiter dabei sein.“
Nun muss sich der Vorjahresfinalist auf einen neuen Rhythmus einstellen. Die Mittwochabende werden Rooney und Co. nur mehr vor dem Fernseher verbringen.
Ferguson: „Jetzt spielen wir Donnerstag und Sonntag (Premier League, Anm.). Das ist nicht wirklich ideal, aber unsere Strafe, dass wir uns nicht qualifiziert haben.“
„Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert“
Basel hingegen darf nach der Sensation von weiteren großen CL-Abenden träumen. Bis dahin hat wohl auch der Letzte das Wunder realisiert.
„Ich bin noch ein bisschen durcheinander, weil es jetzt Wirklichkeit ist. Natürlich haben wir alle davon geträumt, aber jetzt ist es wirklich eingetreten“, stammelte Ex-Salzburg-Kicker Markus Steinhöfer nach dem Schlusspfiff.
”Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert – vom Cheftrainer bis zum Zeugwart.“Markus Steinhöfer
Für den Deutschen war der Aufstieg letztlich verdient, denn „wir wollten ihn unbedingt. Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert – vom Cheftrainer bis zum Zeugwart. Ich denke, das hat man auch gesehen.“
„Ich kann es noch nicht ganz glauben“
FCB-Goalie Yann Sommer musste sich mit einem breiten Grinsen immer wieder daran erinnern, was ihm und seinen Jungs da gelungen ist: „Es ist unglaublich: Wir haben Manchester United aus der Champions League geworfen. Einen der größten Klubs der Welt. Ich kann es noch nicht ganz glauben.“
Ein Champions-League-Achtelfinale ohne Manchester United? Eigentlich kaum vorstellbar. Aber jetzt Realität.
Kurt Vierthaler
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