David Alaba lässt sich vom Wechsel zum FC Bayern nicht aus der Ruhe bringen
Wien - Es war der 13. April 2008, als David Alaba als jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte im Spiel Austria gegen Altach auf der Ersatzbank Platz nahm.
Bereits zuvor war der damals 15-Jährige mit den Violetten auf Trainingslager.
"Das war keine Alibi-Aktion für Frank Stronach", versicherte Ex-Austria-Trainer Georg Zellhofer damals im Gespräch mit LAOLA1.
Einige Einsätze bei den Amateuren und ein Zeugnis in der Stronach-Akademie später unterschreibt der U17-Teamspieler mit philippinischen und nigerianischen Wurzeln beim FC Bayern.
Im LAOLA1-Interview spricht David Alaba über die ersten Wochen in München, die gestiegene Erwartungshaltung und die Zeit in Hollabrunn.
LAOLA1: Du bist jetzt seit Anfang Juli in München. Wie geht es dir beim FC Bayern?
David Alaba: Die Zeit vergeht sehr schnell, aber es passt alles, macht sehr viel Spaß. Ich bin jetzt schon über ein Monat beim FC Bayern, habe mich gut eingelebt. Sowohl im Internat als auch im Training, das zu Beginn doch hart war, aber das ist normal für die Vorbereitung.
LAOLA1: Wo wohnst du?
Alaba: Ich bin im Jugendhaus untergebracht, wo jeder Spieler sein eigenes Zimmer hat. Mein Nachbar, Roberto Soriano, ist sehr nett, aber auch sonst habe ich schnell Freunde gefunden. Das war eigentlich kein Problem.
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LAOLA1: Wie wichtig war es, dass mit Christoph Knasmüller ein weiterer Österreicher im Juli zum FCB gewechselt ist?
Alaba: Wir kennen uns aus der Akademie, haben dort gemeinsam gespielt. Am Anfang hat es das sicher leichter gemacht, dass da jemand ist, den man kennt.
LAOLA1: Blick zurück: Wie ist der Wechsel zum FC Bayern zustande gekommen?
Alaba: Ein Bayern-Scout hat mich in Tirol bei einem Turnier gesehen, mir dann gesagt, dass mich der Verein gerne verpflichten würde. Den Rest hat dann mein Manager Jeannot Werth erledigt.
LAOLA1: Wie kommst du als 16-Jähriger zu einem Manager?
Alaba: Er hat mich angesprochen, als ich bei der ersten Mannschaft der Austria mittrainiert habe.
LAOLA1: Neben den Bayern sollen ja noch einige andere namhafte Vereine Interesse an einer Verpflichtung gehabt haben. Wie hast du das erlebt?
Alaba: Ich habe einmal gehört, dass Manchester United mich holen wollte, aber davon habe ich nichts mitbekommen. Ich weiß aber, dass es Angebote aus Deutschland und England gegeben hat.
LAOLA1: Was bedeutet der Wechsel zum FC Bayern für dich, was erwartest du dir?
Alaba: Für mich ist es eine neue Motivation, eine neue Herausforderung. Ich bin zum FC Bayern gekommen, um mich hier durchzusetzen. Erwarten kann ich nichts, ich muss mir alles erarbeiten!
LAOLA1: Wie gehst du mit der gestiegenen Erwartungshaltung um, jetzt wo du beim FC Bayern spielst?
Alaba: Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, gehe weiter meinen Weg wie bisher. Sicher denken die Leute, dass ich, weil ich jetzt beim FC Bayern spiele, dieses oder jenes erreichen muss. Aber ich schaue nur auf mich und lasse mich nicht beirren!
LAOLA1: Rückblickend betrachtet: Wie hast du die Zeit in der Stronach-Akademie erlebt?
Alaba: Die Zeit in der Akademie war super. Es war sicher das Beste für mich und meine Entwicklung, nach Hollabrunn zu gehen. Da gibt es in Österreich nichts besseres. Ich habe kurz überlegt, ob ich in der Akademie bleiben soll, mich dann aber für die Bayern entschieden. Aber manchmal geht mir Hollabrunn schon ab!
LAOLA1: Aleksandar Dragovic hat nicht den Weg ins Ausland gesucht, sondern ist bei Austria geblieben und in der Bundesliga zwei Mal zum Einsatz gekommen. Hast du trotzdem alles richtig gemacht?
Alaba: Auf alle Fälle! Wie schon gesagt, es gefällt mir beim FC Bayern. Aber ich freue mich für Aleksandar, dass er in der Kampfmannschaft gespielt hat.
LAOLA1: Wo siehst du dich selbst in fünf, sechs, sieben Jahren?
Alaba: Natürlich so weit oben wie möglich. Und wenn es geht, möchte ich mich natürlich bei den Bayern durchbeißen und es bis zu den Profis schaffen. Das wäre ein Traum!
LAOLA1: Gibt es ein Vorbild, einen Lieblingsspieler?
Alaba: Cesc Fabregas. Er ist ein super Spieler, hat Eigenschaften, die nicht viele Spieler haben. Er spielt sehr intelligent, obwohl er noch so jung ist, hat das periphere Sehen und eine gute Übersicht. Das gefällt mir.