"Als Nummer zwei bleibe ich nicht beim LASK"

- Michael Zaglmair blickt beim LASK momentan in eine ungewisse Zukunft
Wien – Viele hätten damit nicht gerechnet.
Zwei 1:0-Siege gegen die Wiener Austria binnen vier Tagen auswärts in der Liga und zu Hause im ÖFB-Cup-Achtelfinale – der LASK hat zweifelsohne überrascht.
Auch in jener Hinsicht, dass die im Herbst so anfällige Linzer Defensiv-Abteilung zwei Mal in Folge zu Null spielen konnte. Das gelang in dieser Saison zuvor nur drei Mal.
Dafür mitverantwortlich: Goalie Silvije Cavlina. Und diese Tatsasche ist nicht selbstverständlich.
Überraschende Rückkehr Cavlinas
Unmittelbar vor der Abreise des LASK ins Belek-Trainingslager im Jänner wurde der Kroate von Präsident Peter-Michael Reichel zu den Amateuren abgeschoben. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, mit dem Keeper wurde damals nicht mehr über die Saison hinaus geplant.
Zu diesem Zeitpunkt war allerdings auch Helmut Kraft noch nicht Trainer bei den Linzern.
Nachdem sich Jürgen Macho gegen Sturm (1:2) den Finger brach und einige Wochen ausfällt, holte der Tiroler Cavlina aus der Versenkung zurück.
"Er war auch vorher Nummer eins“
"Cavlina war für mich immer ein Top-Goalie und hatte in Linz viele Top-Spiele abgeliefert. Zudem war er vor seiner Rückenverletzung im Herbst schon Nummer eins“, begründet Kraft gegenüber LAOLA1 seine Entscheidung.
Der 32-jährige Cavlina rechtfertigte das Vertrauen in seine Person mit zwei souveränen Leistungen gegen die Wiener Austria.
Statistisch gesehen ist der Keeper auch der beste des Trios: Cavlina hat gemäß LAOLA1-Datenbank in der Liga 69,6 Prozent seiner Torschüsse gehalten. Es folgen Macho (56,8) und Zaglmair (51,9).
"Für uns ist es natürlich gut, dass er sich auch nun wieder in dieser Form präsentiert“, ist Kraft froh.
"Riesige Enttäuschung“
Für Michael Zaglmair gilt das nicht. Der talentierte 22-Jährige wurde zum wiederholten Male übergangen und findet sich nunmehr als Nummer drei beim LASK wieder.
"Das war natürlich eine riesige Enttäuschung. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen“, erzählt der Oberösterreicher gegenüber LAOLA1.
"Ich habe ihm das sachlich erklärt. Nämlich, dass Cavlina vor seiner Verletzung die Nummer eins war und eben seine Qualitäten und Routine hat. Ich habe zu ihm gesagt, dass er Erfahrung sammeln muss. Das ist schwierig, wenn man immer nur einspringt. Da ist es wichtig, dass er einmal ein oder zwei Jahre in einer Mannschaft zum spielen kommt“, schildert Kraft.
Beim LASK scheint der U20-WM-Goalie von 2007 seine Chance nicht zu bekommen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Der Verein hat eine Option auf ein weiteres Jahr.
"Suche das Gespräch“
"Ich werde das Gespäch mit dem Präsidenten suchen. Das sollte nächste Woche stattfinden, und dann werde ich wissen, wie der Verein weiter mit mir plant“, verrät Zaglmair.
Bei Macho und Cavlina laufen die Verträge im Sommer ebenfalls aus - jedoch ohne Option.
"Macho ist wohl schwierig zu halten, bei Cavlina muss man abwarten. Wenn er weiter so spielt, ist er sicher ein Thema. Wir müssen aber in erster Linie schauen, wie es mit Macho weitergeht. Wenn wir ihn halten können, wird Cavlina logischerweise nicht bleiben“, wagt Kraft einen Blick in die Zukunft.
Zaglmair scheint indes weiterhin nicht als Nummer eins in Frage zu kommen.
"Als Nummer zwei bleibe ich nicht“
Für den 22-Jährigen ist jedoch klar: „Mein Ziel ist, dass ich nächste Saison spiele und nicht noch einmal wie in dieser Saison auf der Bank sitze. Als Nummer zwei möchte ich nicht bleiben.“
Damit liegt ein Abschied aus Linz auf der Hand. Vielleicht auf Leihbasis?
"Ich bin für alles offen. Hauptsache, ich spiele.“
Bernhard Kastler
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