Do-or-die für Spanien, die Türkei bleibt perfekt

- Ersan Ilyasova und die Türkei bleiben auch im fünften Spiel ungeschlagen
Wien - Spanien scheint eine Woche nach Beginn endlich bei der Basketball-EM in Polen angekommen zu sein.
Der Weltmeister feierte am Montag erstmals einen souveränen Sieg und bezwang Litauen mit 84:70 (40:32).
Dennoch benötigen die Iberer im abschließenden Zwischenrunden-Spiel gegen den Gastgeber einen Sieg, um ins Viertelfinale aufzusteigen (SPIELPLAN, ERGEBNISSE).
Unter den letzten Acht stehen dagegen Slowenien und Serbien, da die Slowenen gegen Polen mit 76:60 (31:29) gewannen.
Den Serben war dennoch nicht zum Feiern zumute, da sie gegen die weiter ungeschlagenen Türken mit 64:69 (64:64, 33:36) nach Verlängerung verloren.
Keine Chance mehr auf das Viertelfinale hat Litauen.
Sensationeller 23:0-Lauf
Nach dem ersten Viertel sah es vor 8.100 Fans überhaupt nicht nach einem klaren Erfolg der Spanier aus: Litauen, das mit einer veränderten Startformation begann und Linas Kleiza erst spät brachte, lag nach zehn Minuten mit 24:15 voran.
Die ersten sieben Minuten des zweiten Abschnitts verliefen dafür weltmeisterlich: Pau Gasol, mit 19 Punkten und acht Rebounds Mann des Spiels, und Co. legten einen unglaublichen 23:0-Run auf 38:24 hin.
Kurz nach Seitenwechsel kamen die Litauer zwar noch auf fünf Zähler heran, die befreit wirkenden Spanier zogen in der Folge aber bis auf 24 Punkte davon.
Neun Assists von Ricky
Seinen bislang besten Auftritt zeigte der jüngste EM-Spieler: Der noch 18-jährige Ricky Rubio verteilte in weniger als 25 Minuten neun Assists, stahl drei Bälle und scorte fünf Punkte.
Bei einer Niederlage gegen Polen am Mittwoch wäre für Spanien trotzdem Schluss, nur eines dieser beiden Teams zieht ins Viertelfinale ein.
Litauen muss nun auf eine Wild Card hoffen, um bei der WM 2010 dabei zu sein. Nur die neben Gastgeber Türkei sechs besten EM-Teams qualifizieren sich direkt.
Slowenen nach der Pause überlegen
Slowenien gegen Polen war bis zur Halbzeit eine komplett offene Partie, doch ein 15:1-Lauf unmittelbar nach der Pause sorgte für die Vorentscheidung.
Die Slowenen, die auf Goran Dragic (Knieverletzung, auch Mittwoch out) verzichten mussten und Kapitän Matjaz Smodis erneut schonten, überzeugten wieder einmal mit starker Defense und Spielkontrolle.
Zudem gewann Erazem Lorbek (20 Punkte, neun Rebounds, fünf Assists) das Duell mit Magic-Center Marcin Gortat (sechs Punkte, zehn Rebounds, drei Blocks) deutlich.
Hochspannung im Abendspiel
Defense auf höchstem Niveau wurde beim Schlager zwischen der Türkei und Serbien geboten.
In einem Spiel mit vielen Führungswechseln glich der stark aufspielende Point Guard Milos Teodosic (16 Punkte, acht Assists, sechs Rebounds) nach einem Einwurf-Assist des Ex-Traiskirchners Nemanja Bjelica zunächst aus.
Knapp drei Sekunden vor Schluss hätte Bjelica beinahe den möglicherweise entscheidenden Wurf abgegeben, doch die 24-Sekunden-Uhr war bereits abgelaufen.
Auf der Gegenseite vergab Tunceri nach einem schönen Spielzug unter dem Korb, der erfolgreiche Tip-in von Türkoglu kam zu spät.
Serbien in Overtime ohne Punkt
Die Overtime verlief kurios: Nach einem Freiwurf von Semih Erden scorten beide Mannschaften vier Minuten lang nicht, ehe die Türken in den letzten 35 Sekunden noch vier Punkte erzielten. Serbien blieb in der Verlängerung überhaupt ohne Punkt.
Mann der Partie war Ersan Ilyasova mit 22 Punkten und elf Rebounds. Der 21-jährige Bjelica stand über 25 Minuten lang auf dem Parkett, verteidigte die NBA-Stars Türkoglu und Ilyasova und war bester Rebounder seines Teams (8).
Die Türkei spielt am Mittwoch gegen Slowenien um den Gruppensieg.
hs
EM-Zwischenrunde, Gruppe F, Montag:
Spanien - Litauen 84:70 (40:32)
Spanien: P. Gasol 19, Navarro 13, Fernandez 11, Garbajosa 10, M. Gasol 9, Reyes 7, Rubio 5, Mumbru 5, Lopez 5, Llull, Cabezas, Claver
Litauen: Petravicius 13, Jomantas 11, Javtokas 10, Delininkaitis 8, Kleiza 8, Kalnietis 8, K. Lavrinovic 6, D. Lavrinovic 4, Maciulis 2, Lukauskis, Mazutis
Slowenien - Polen 76:60 (31:29)
Slowenien: E. Lorbek 20, Lakovic 14, Brezec 12, S. Udrih 10, Nachbar 6, Slokar 5, Jagodnik 5, Klobucar 4, D. Lorbek, Golemac
Polen: Logan 15, Szewczyk 15, Koszarek 9, Ignerski 7, Lampe 6, Gortat 6, Szubarga 2, Chylinski, Roszyk
Türkei - Serbien 69:64 (64:64, 36:33) n.V.
Türkei: Ilyasova 22 (11 Rebounds), Asik 11, Tunceri 9, Arslan 7, Erden 6, Güler 5, Türkoglu 4 (4 Steals), Onan 3, Savas 2
Serbien: Teodosic 16 (8 Assists, 6 Rebounds), Velickovic 12, Krstic 11, Perovic 8, Raduljica 8, Macvan 4, Tripkovic 3, Paunic 2, Bjelica (8 Rebounds, 2 Assists, 3 Turnovers, 25 Minuten), Markovic, Tepic









Keine Kommentare vorhanden.