

Repräsentant "Eibi" will in der Heimat glänzen

- Markus Eibegger durfte sich bei der letzten Ankunft in Judendorf küssen lassen
Wien - Die Österreich Rundfahrt fährt der Steiermark entgegen.
Nach kurzer Abstinenz kehrt das "grüne" Bundesland wieder in den Etappenverlauf der Ö-Tour zurück.
Die 4. Etappe endet in Judendorf-Straßengel.
Besonders motiviert hierführ ist der neue österreichische Straßenmeister Markus Eibegger. Der Lokalmatador spricht bei LAOLA1 über den Ausflug in seine Heimat, die Chancen auf ein Auslandsengagement und die leidigen Dopingaffären.
Außerdem verrät er, wie man dennoch die Stimmung hoch hält und wie die Freizeitgestaltung nach den einzelnen Etappen aussieht.
LAOLA1: Markus, deine erste Saisonhälfte verlief sehr erfolgreich, du bist erstmals österreichischer Straßenmeister. Warum läuft es bei der Ö-Tour nicht nach Wunsch?
Markus Eibegger: Es sind 17 Teams am Start, die allesamt etwas gewinnen wollen. Zwangsläufig wird das nicht jedem gelingen.
LAOLA1: Euer starker Mann ist Stefan Denifl, der gesamt auf dem achten Platz liegt.
Eibegger: Wir werden ihn auch weiter unterstützen und schauen, wie es so läuft. Für ihn geht es auch darum, schnell ins Ausland zu kommen.
LAOLA1: Von dir hört man, dass du ein Auslandsengagement als Illusion bezeichnest. Dabei bist du als 84er Jahrgang doch noch lange nicht auf dem Zenit deines Leistungsvermögens.
Eibegger: Das stimmt, dennoch ist es eine Illusion. Dazu braucht es einfach zu viele Dinge, die nicht passen. Einen Manager sollte man haben, dazu bin ich wohl nicht der richtige Fahrertyp. Thomas Rohregger, der es im letzten Jahr schaffte, war zweimal in den Top 3 der Ö-Tour, gewann im Vorjahr. Das werde ich nie schaffen.
LAOLA1: Du hast eben andere Vorzüge und bist eher der Etappenjäger.
Eibegger: Ja, aber bei uns kommt noch etwas dazu. Jetzt, nachdem die Österreicher international so ein gutes Bild abgegeben haben, wird man bei einem ausländischen Team kaum genommen.
LAOLA1: Mit Christian Pfannberger hat es einen alten Weggefährten von dir schon zum zweiten Mal erwischt.
Eibegger: Er hat dem Radsport damit sehr geschadet, so etwas sollte nicht passieren.
LAOLA1: Zurück zur Österreich Rundfahrt. Du als Steirer hast doch bestimmt besondere Erwartungen vor der Etappe in dein Heimatbundesland?
Eibegger: Ja, mal schauen. Es wird sicher schwer, die richtige Gruppe zu finden. Im Feld gibt es sehr schnelle Leute wie Greipel, die sich Chancen ausrechnen. Die Etappe ist sehr selektiv, vielleicht kann ich ja was mitnehmen.
LAOLA1: Mitgenommen zur Ö-Tour hast du auch das Meistertrikot. Wie fühlt es sich an, in diesem Sonderjersey zu fahren?
Eibegger: Sehr, sehr gut. Ich will es hier repräsentieren. Ich sehe mich als Repräsentant wie der Bundespräsident (lacht), nur nicht ganz so hoch. Es ist ein schönes Gefühl, das Trikot zu haben und sicher auch mein größter Erfolg bislang.
LAOLA1: Dabei hast du doch auch die Königsetappe der Bayern-Rundfahrt gewonnen.
Eibegger: Das war auch sehr schön, aber das Meistertrikot ist eben etwas Besonders. Du darfst ein Jahr das Trikot tragen und wirst immer wieder darauf angesprochen. Den Sieg in Bayern vergisst man wieder.
LAOLA1: Wie sieht es während der Rundfahrt mit abendlichen Aktivitäten aus?
Eibegger (lacht): Wir sitzen schon mal zusammen. Das gehört ja auch dazu. Man sieht sich manchmal wochenlang nicht, dann setzt man sich am Abend zusammen und sorgt für gute Stimmung. Da kommt es schon mal vor, dass wir der lauteste Tisch sind.
LAOLA1: Als Radprofi muss man inzwischen auch die nötige Portion gute Laune mitbringen?
Eibegger: Absolut. So, wie es jetzt ist, ist es nicht mehr lustig. Es ist eine einzige Farce, wenn ständig etwas Neues passiert
LAOLA1: Inwiefern wirken sich die österreichischen Dopingfälle für dich persönlich aus?
Eibegger. Man wird von den ausländischen Teams sicher anders angesehen. Der Zugang zu diesen Mannschaften wird einem weitgehend verwehrt. Aber damit muss man sich abfinden. Das Thema Doping gehört generell einfach schon zum Radsport dazu, ist Teil der Berichterstattung. Das ist eben so und wird sich wohl so schnell nicht ändern.
LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Christoph Nister| Um posten zu können, logge dich hier mit deinem Usernamen und Passwort ein. | |
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