

Ein zweiter Platz, der wie ein Sieg glänzt

- Stefanie (l.) und Doris Schwaiger sorgten im hohen Norden für Sensationen
Kristiansand - Obwohl der Himmel über Norwegens sechstgrößter Stadt weinte, schien für eine kleine österreichische Gruppe die Sonne.
Doris und Stefanie Schwaiger sorgten mit ihrem zweiten Platz bei der World-Tour-Station in Kristiansand nicht nur für den größten Erfolg ihrer Karriere, sondern auch für den größten Erfolg im heimischen Beachvolleyball.
Nur Berger/Doppler (2003) und Doppler/Gartmayer (2007) können mit ihren EM-Titeln mit dem Erfolg der beiden niederösterreichischen Schwestern mithalten.
Freude im "Familien-Betrieb"
Auch die knappe 1:2-Niederlage im Finale gegen die brasilianischen Weltranglisten-Ersten Talita/Antonelli konnte die Freude beim "Familien-Betrieb" aus Zwettl nicht trüben.
"Kurz nach einer Niederlage ist man natürlich immer ein wenig enttäuscht", meinte Doris, mit 24 Jahren die um ein Jahr ältere der beiden im Gespräch mit LAOLA1, "schlussendlich überwiegt aber sicher die Freude über das Finale."
Daher fällt auch das Suchen nach möglichen Gründen für die Niederlage flach. Doris Schwaiger: "Man muss auch mit einem zweiten Platz einmal zufrieden sein. Letztes Jahr waren wir Dritte, jetzt Zweite – also wir werden immer besser."
Nur eine Niederlage
Die beiden Schwestern zogen im ganzen Turnier nur im Endspiel den Kürzeren. Davor setzte man sich meist souverän über die Gegnerinnen hinweg.
Darunter zwei überragende Vorstellungen gegen Larissa/Juliana aus Brasilien - ihres Zeichens fünffache Saisonsiegerinnen.
"Aber sie sind jetzt aber sicher kein Lieblingsgegner von uns", rückte Stefanie, mit 1,82 Metern die um 11 Zentimeter größere der beiden die Beachvolleyball-Welt mit einem Lachen wieder zurecht, "es ist immer sehr hart gegen die Beiden."
Zweites Spiel, zweite Niederlage
Genauso wenig Lieblingsgegnerinnen, wie Talita/Antonelli nun zu Angstgegnerinnen mutierten.
Denn zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen zogen die Schwaigers gegen das neuformierte Brasilo-Duo den Kürzeren. Bei der WM im Viertelfinale, diesmal im Endspiel.
Doris Schwaiger: "Sie haben einfach die wichtigen Punkte gemacht. Nach zwei Spielen kann man sie auch nur schwer als Angstgegner bezeichnen."
Vater bleibt lieber am Boden
Der sensationelle Final-Einzug in Norwegen ließ auch zuhause in der Heimat keinen Stein auf dem anderen. Vater Manfred bestieg erstmals in seinem Leben ein Flugzeug, um seine Mädels auch bei einer für eine Autofahrt zu weiten Station der Tour anzufeuern.
"Ich habe es den Mädchen versprochen", so Manfred Schwaiger, "aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin mehr am Boden daheim."
Dem verlässlichsten Daumendrücker von Doris und Stefanie war der Stolz über das Geschaffte noch mehr, als seinen Töchtern anzusehen.
"Es ist einer der stolzesten Tage in unserem Volleyball-Leben. Es ist wirklich eine tolle Leistung, die die Zwei hier geboten haben. Ich möchte mich bei Steffi und Doris bedanken, dass sie uns diesen wundervollen Tag ermöglicht haben."
Tipps für die Herren?
Durch den zweiten Platz in Norwegen legten die beiden Schwaiger-Girls die Latte für die männlichen Kollegen nun dementsprechend hoch.
Ein Tipp für die Herren der Schöpfung? "Cool bleiben und ruhig weiterspielen", so Steffi mit einem Augenzwinkern.
Denn von Überheblichkeit ist bei den Niederösterreicherinnen keine Spur. "Die Burschen spielen nicht schlecht, ab und zu funktioniert es nur nicht so wie man es sich wünscht", so Doris Schwaiger. "Wir müssen aber den Jungs sicher keine Tipps geben. Aber wir nehmen immer gerne selber welche an, um uns zu verbessern."
Damit vielleicht schon beim kommenden Turnier auf der finnischen Insel Aland der nächste Eintrag in die Beachvolleyball-Geschichtsbücher gelingt.
Franz Preschern/Karl Huber

















Keine Kommentare vorhanden.