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08.02.2010, 16:34 Uhr



Iraschko: "Natürlich ist es traurig"

Österreichische Meister unter sich - Iraschko (M.) muss bei Olympia zusehen

Wien - Sie springt momentan alles in Grund und Boden.

Skispringerin Daniela Iraschko eilt im Continental Cup von Sieg zu Sieg.

Bei den Olympischen Spielen in Vancouver ist die 26-Jährige allerdings zum Zusehen verdammt.

Damen-Skispringen hat für Vancouver keine Aufnahme in das Olympische Programm erhalten und Österreich entgeht damit eine große Gold-Hoffnung.

Träumen von Olympia

"Natürlich ist es traurig, weil wir uns alle wünschen einmal bei so einer Großveranstaltung springen zu dürfen", gesteht Iraschko im Gespräch mit LAOLA1. "Heuer würde es mir natürlich besonders taugen, weil ich im Moment so konstant springe!"

Dass sie nicht nach Vancouver dürfen, wissen die Damen bereits seit November 2006, als die IOC-Programmkommission die Aufnahme der Disziplin in das Programm für die Spiele 2010 ablehnte.

"Da die Entwicklung noch in einem frühen Stadium steckt, die internationale Bandbreite des Starterfeldes nicht gewährleistet ist und die technischen Standards der Disziplin noch nicht voll entwickelt sind", wie es damals in der offiziellen Begründung hieß.

Entscheiden die falschen Leute?

Eine Begründung, die Iraschko nur bedingt teilt: "Die besten 20 der Welt können mit Sicherheit gut springen. Man hätte ja im Vorfeld eine Qualifikation einführen können, sodass bei Olympia wirklich nur die Besten der Welt am Start stehen."

"Ich habe keine Ahnung, ob das IOC überhaupt jemals bei einem Wettkampf war. Vielleicht sind es auch die falschen Leute, die so etwas entscheiden", ärgert sich Iraschko, die aber einräumt, dass "manche Einwände 2006 vielleicht berechtigt waren".

 

In den letzten Jahren habe der Damen-Skisprungsport jedenfalls große Fortschritte gemacht. "Im Moment geht eigentlich viel weiter", betont die Seriensiegerin, die vor allem das tolle Engagement der FIS lobt.

Hoffen auf den Weltcup

Vor einem Jahr durften die Damen in Liberec erstmals um WM-Medaillen kämpfen. Eine Feuertaufe, die durch mäßige Weiten und große Leistungsunterschiede nur bedingt von den Qualitäten des Sports überzeugen konnte.

"Bei der WM haben wir mit den Bedingungen und der schwierigen Schanze einfach Pech gehabt. So etwas will man bei Olympia natürlich nicht riskieren", wie die 26-jährige Iraschko einräumt.

2011 soll es bei Weltmeisterschaften auch um Team-Medaillen gehen, ein offizieller Weltcup ist ebenfalls geplant. "Ich hoffe, dass es schon im nächsten Winter zwei, drei offizielle Weltcup-Veranstaltungen gibt."

Der letzte Schritt

Bald schon könnte auch die internationale Spitze breiter gefächert sein: "In gewissen Ländern hat sich echt einiges bewegt! Wenn man zum Beispiel nach Russland oder Polen schaut - da kommen viele junge Springerinnen nach."

Eine Aufnahme durch das IOC käme für die weiblichen Skispringerinnen dem endgültige Ritterschlag gleich. Nicht zuletzt auch in finanzieller Sicht wichtig: "Es fehlt nur noch der Schritt zu Olympia, der aber sehr wichtig ist. Wenn eine Sportart nicht olympisch ist, steht man auf nationaler Ebene bei den Förderungen hinten an."

"Mit einer Olympia-Teilnahme kämen auch die Sponsorverträge, dann wird es medial in einem anderen Licht gesehen und dann kann die Sportart richtig wachsen", glaubt Iraschko an eine rosige Zukunft.

Ohne Wehmut vor dem TV

Allzu wehmütig wird die "Überfliegerin der Saison" im Februar aber nicht vor dem Fernseher sitzen. "Es bringt jetzt nichts zu beklagen, dass wir nicht nach Vancouver dürfen. Es ist wichtig, dass bald die Entscheidung fällt: Ja für Sotschi 2014!"

Für die nächsten Winterspiele ist die 26-Jährige jedenfalls zuversichtlich: "Ich denke, dass 2014 auf alle Fälle ein Bewerb stattfinden wird." Auch die IOC-Programmkommission räumte 2006 in ihrem offiziellen Bericht ein, dass Damen-Skispringen im Falle eines ausreichenden Fortschritts der Sportart in Sotschi 2014 dabei sein wird.

Dann wäre Iraschko allerdings bereits 30 Jahre alt - im Skisprungsport in der Regel nicht mehr das optimale Alter für Gold-Ambitionen. Für eine der Vorreiterinnen des Damen-Skisprungs käme der "entscheidende letzte Schritt" dann womöglich zu spät.

Michael Höller

Quelle: LAOLA1.at

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