

Mit Christian Schiester beim Desert-Cup
Von März 2009 bis Juni 2010 will Christian Schiester in Südamerika, Afrika, Asien und Australien die Wüsten Atacama, Sahara, Gobi und das Outback Australiens durchlaufen – vier Mal 250 km durch Hitze, Sand und Geröll. Ab 29. März wird der Extremläufer den ersten von vier Desert Cups bestreiten. „Ich weiß, es wird beinhart werden! Aber ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Ein Platz unter den ersten Drei ist möglich.“ Da haben allerdings neben Hitze, Sand und Trockenheit auch noch rund 100 Konkurrenten sowie der eigene Körper ein Wörtchen mitzureden. Im LAOLA1-Tagebuch schilder Christian Schiester seine Strapazen:

- Christian Schiester ist mit seiner läuferischen Leistung sehr zufrieden
8. Tagebucheintrag, 05.04.2009: Der längste Tag
Jetzt ist es geschafft, ich habe die 250 Kilometer überstanden. Über 35 Stunden war ich in der Wüste unterwegs, über Sanddünen, Salzseen, Geröll, Oasen und schier unendliche Ebenen. 73 Liter Wasser habe ich in den sieben Tagen zu mir genommen, gemeinsam mit 4,5 Kilogramm an Braunhirse, Datteln, Erdmandeln und Gerstengras. Trotz dieser 15.500 Kalorien habe ich sieben Kilogramm Körpergewicht verloren.
Mit dem sechsten Platz bin ich sehr zufrieden, die Basis stimmt. Je extremer die Etappen und Strapazen, desto konstanter wurden meine Leistungen. Ich konnte mit den Spitzenläufern durchaus mithalten und mir am vierten Tag den Etappensieg holen. Meine körperliche Verfassung ist top.
Bei der langen Etappe über 73 km konnte ich auch nach über 50 Kilometern bei brütender Hitze mein Tempo noch halten. Der Fehler am zweiten Tag mit Umweg und Dehydration hat mir mental und körperlich viel Substanz gekostet. Das war sehr ärgerlich, aber aus solchen Fehlern muss man lernen, so ist das eben im Sport.
Umso erfreulicher war für mich die anschließende Aufholjagd von Rang 19 auf den 6. Gesamtrang. Ich habe eine emotionale Berg- und Talfahrt hinter mir, war vollkommen am Ende und dachte ans Aufgeben.
Doch ich habe über die Wüste und mich selbst gesiegt. Die Strapazen haben sich ausgezahlt, ich habe wieder viel über mich gelernt. Diese Erfahrungen werde ich mitnehmen und gestärkt in mein Privatleben und die kommenden Wüstenabenteuer gehen.
Jetzt freue ich mich auf eine erfrischende Dusche, einen Sprung in den Pool und vor allem auf eines: ein großes, saftiges Steak. Oder vielleicht zwei. Die Vorbereitungen für das Sahara Race im Oktober 2009 haben somit begonnen...
Keep on running, Christian Schiester


























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