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20.07.2009, 10:38 Uhr

Nina Dittrich ist hin- und hergerissen

Solange es nicht um Mathematik geht, hat Nina Dittrich (r.) gut lachen

Wien - Unzufrieden in Wien, Heimweh in Linz.

Also geht es vorübergehend doch wieder zurück nach Wien.

Das letzte Jahr hat das Leben von Schwimmerin Nina Dittrich auf den Kopf gestellt.

Die Erfahrungen ließen die 18-Jährige erwachsen werden. Trotzdem ist sie immer noch das Küken im WM-Team des OSV.

In die Wiege gelegt

Eine Wasserratte war Dittrich schon immer, das Gefühl für die perfekte Wasserlage wurde ihr in die Wiege gelegt.

Vater und Trainer Kurt Dittrich startete bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau, Mutter Ulrike nahm an Welt- und Europameisterschaften teil.


Es dauerte nicht lange bis auch Nina Dittrich täglich ihre Längen im Wiener Stadthallenbad abspulte.

Erste Rückschläge

Erste Erfolge und Medaillen bei Jugend-Europa- und Jugend-Weltmeisterschaften folgten. Bei ihrer WM-Premiere in der Allgemeinen Klasse war Dittrich noch keine 15 Jahre alt.

„Damals ging alles noch ganz einfach“, erinnert sich die Schülerin. Doch das sollte sich ändern. Reibereien mit Trainervater Kurt und zu wenig angemessene Trainingspartner störten den Formaufbau.

Nach ihren ersten Olympischen Spielen in Peking zog Dittrich einen Schlussstrich. „Es hat einfach nicht mehr gepasst.“ Sie brach ihre Zelte in Wien ab, wechselte Trainer, Schule sowie Schwimmverein und übersiedelte nach Linz.

Gute Laune

Seither trainiert Oberösterreichs Landestrainer Helge Gödecke das Talent und ist begeistert.

„Sie ist eine noch junge Schwimmerin auf sehr hohem Niveau. Das Mädel kann noch einiges erreichen.“ Bei ihren Teamkollegen gilt sie als Sonnenschein und hat immer einen flotten Spruch auf Lager.

„Es kann noch so anstrengend sein, die Nina ist gut drauf“, sagt Kollegin Jördis Steinegger über ihre Zimmerkollegin auf Trainingslagern.



 

Das mit den Zahlen

Doch dem Sonnenschein verging bald das Lachen. Das neue Leben allein im Internat zeigte seine harten Seiten. Dittrich kämpfte mit Heimweh und schlechten Noten in der Schule.

„Du kommst am Abend heim und bist allein.“ Besonders mühsam sei es für sie gewesen, das harte Training und die schwere Schule unter einen Hut zu bringen.

Bis zum Schulschluss blieb der „Fleck“ in Mathematik stehen. Ihre Eltern zogen die Notbremse, denn ein Schulabschluss sei Pflicht. „Dann kann sie machen, was sie will“, sagen beide unisono.

Finale im Visier

Jetzt liegt der Fokus ausschließlich auf den Titelkämpfen in Rom. Eine Finalteilnahme über 1.500 m Freistil sei möglich. Nach der WM packt Dittrich ihre Sachen, um das letzte Schuljahr wieder in Wien zu absolvieren.

Helge Gödecke wird weiterhin die Akzente im Training vorgeben, die Aufsicht übernimmt Vater Kurt.

Ein Karriereende stand nie zur Diskussion. Die Schülerin sieht das kommende Jahr als Herausforderung. Trainingslager wird sie mit der Linzer Mannschaft absolvieren, wann immer möglich auch zwischendurch auf der Gugl trainieren.

Nach der Matura soll es einen neuen Anlauf in Linz geben. „Am liebsten möchte ich daheim in Wien wohnen und in Linz trainieren“, sagt sie lachend. Dieser Wunsch wird sich nicht erfüllen, dafür klappt es mit dem Lachen wieder sehr gut.

Susi Polansky

Quelle: LAOLA1.at

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