

OSV-Asse: Troubles mit Anzügen

- Selbst Dinko Jukic wird über die 50 m Delfin auf einen Anzug zurückgreifen
Rom – Die Frage nach dem perfekten Schwimmanzug ist das bestimmende Thema der WM-Titelkämpfe in Rom.
Wer trägt was? Was kann noch getestet werden? Welche Zeit wurde mit welchem Anzug erzielt?
Auch Österreichs Stars sind sind sich vor ihrem Start am Montag noch gar nicht sicher, welchem Material sie vertrauen können.
Gestresste Steinegger
Doch auch abseits des Beckens schlägt die Anzug-Schlacht große Wellen. Jeder Schwimmer muss vor dem Start sein Fabrikat auf Regelkonformität prüfen lassen.
Kein Athlet betritt die Arena, ohne nicht „gescannt“ worden zu sein. Dieses Prozedere kostet den Aktiven viel Zeit und Nerven.
„Sehr mühsam. Ich wusste nicht wie das abläuft und wäre fast zu spät gekommen“, sagte Jördis Steinegger immer noch gestresst nach ihrem ersten Bewerb.
Unendliche Geschichte
Die Vorgeschichte: Bereits Mitte Juli mussten alle Schwimmer ihre Hightech-Anzüge abgeben, die sie in Rom tragen wollten. Diese wurden vom Weltschwimmverband FINA geprüft, ob sie dem Reglement entsprechen und plombiert. Ohne Plombierung, kein Start.
Dreißig Minuten vor dem Start muss der Athlet nun den engen, genehmigten Anzug bereits am Körper tragen und sich beim ersten Vorstart melden. Dort wird die Plombierung überprüft.
Dann heißt es warten, bis zum zweiten Vorstart. Dort wird geprüft, ob alle Teilnehmer eines Laufs auch vollständig anwesend sind. Erst dann geht’s zum Becken.
Die richtige Taktik
Brigit Koschischek führte ihre enttäuschende Leistung am ersten Tag unter anderem darauf zurück, dass sie den Anzug so früh angezogen hatte.
„Ich hatte ihn 30 Minuten an und bereits den Zippverschluss geschlossen. Das war sehr eng.“ Auch Dominik Koll, der den Hightech-Anzügen seit jeher mit großer Ablehnung entgegentritt, fühlte sich bereits vor dem Rennen nicht wohl.
„Es kann schon sein, dass das einen Einfluss auf die Leistung hatte. Beim nächsten Start werde ich den Anzug so spät als möglich verschließen.
Besserung in Sicht
Trainer Helge Gödecke wird bei den weiteren Wettkämpfen unter der Tribüne stehen und seinen Sportlern erst knapp vor dem Einmarsch in die Arena den Anzug schließen. „Je später desto besser!“
Wie der Großteil des OSV-Teams zählt auch er schon die Tage bis die unnötige Aufregung vor den Bewerben endlich ein Ende hat. Geht es nach der FINA, wird mit Anfang 2010 hart durchgegriffen.
Die neuartigen Stoffe sollen wieder verboten werden, ein Anzug darf nur noch bis zum Knie gehen.
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