

Chance zur Revanche für den "Liga-Opa"

- Packers-Legende Favre im Vikings-Trikot: Ein Stich ins Herz der Green Bay Fans
Minneapolis - Man stelle sich vor: Hans Krankl hätte einst seine Karriere bei Rapid beendet, nur um ein Jahr später beim Erzrivalen Austria Wien wieder aufzulaufen.
Die Wahl zum Rapidler des Jahrhunderts hätte sich Krankl wohl abschminken können.
In der National Football League erleben die Fans der Green Bay Packers derzeit genau jenes Szenario. Zum Abschluss des 4. Spieltags treffen die Packers nämlich auswärts auf Divisions-Rivalen Minnesota Vikings - angeführt von Green Bays Legende Brett Favre.
16 Jahre lang war der fast 40-Jährige das Gesicht der Packers. Mit Favre kehrte der Erfolg zurück in die Kleinstadt im Herzen Wisconsins. 1997 holte sich Green Bay unter der Führung des Quarterbacks den dritten Superbowl-Titel.
Vergiftetes Klima
Doch mittlerweile ist das Klima zwischen den Packers und seinem einstigen Aushängeschild Favre vergiftet.
Eine kurze Zusammenfassung: Das verlorene Conference-Finale gegen die New York Giants (20:23 n.V.) in der Saison 2007 bedeutete auch den letzten Auftritt von Favre im Packers-Trikot. Der 39-Jährige beendete 2008 nämlich zum ersten Mal seine Karriere - nicht ganz freiwillig, wie sich später herausstellte.
In Green Bay plante man bereits mit Aaron Rodgers und schob Brett Favre, der seinen ersten Rücktritt vom Rücktritt vollzog, zu den New York Jets ab. Dort sorgte der Quarterback zwar für einen Aufschwung, verpasste jedoch die Playoffs.
Nach einem neuerlichen Rücktritt und der Auflösung seines Vertrags ergriff Brett Favre heuer jedoch die Chance es seinem Ex-Klub aus Green Bay zu zeigen. Der Quarterback heuerte nach langem Hin und Her bei den Minnesota Vikings an.
Rache ist keine Motivation
Nun hat der 39-jährige die Gelegenheit es den Packers und vor allem General Manager Ted Thompson, der ihn vor die Tür setzte, zu zeigen. Obwohl nach außen hin Rache für Favre keine große Rolle spielt.
"Ich war noch nie aus diesem Grund für irgendein Spiel motiviert", meinte der Vikings-Quarterback vor der brisanten Partie im Metrodome.
Ganz verheimlichen konnte er die Revanche-Gelüste jedoch nicht: "Ich denke es ist natürlich, dass ich zeigen möchte, dass ich es noch kann."
"Das Schlimmste, was es gibt"
Während noch aktive ehemalige Teamkollegen den Farb-Wechsel ihres ehemaligen Leitwolfs locker sehen geht ehemaligen Größen der Packers der Umstand Favre statt im Gold-Grün der Packers im Violett der Vikings zu sehen sehr nahe.
"Sorry Brett, du bist jetzt auf der anderen Seite", meinte etwa LeRoy Butler, 1997 an Favres Seite Superbowl-Sieger, auf ESPN.
"Brett Favre in einem Vikings-Trikot ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann", offenbarte Jerry Kramer, Teil der erfolgreichen Packers-Mannschaften der Sechziger-Jahre.
Restaurant verbrennt Trikot
Auch die Packers-Fans lässt das Spiel Favre gegen Green Bay nicht kalt, die Aufregung trägt seltsame Blüten.
Ein Burger-Restaurant in Eau Claire/Wisconsin plante laut ESPN zur Pause Favre-Fanartikel für einen wohltätigen Zweck zu verbrennen.
Die Feuerwehr hatte jedoch massive Bedenken. Daher wird nach den ersten 30 Minuten nur ein Baumwoll-Trikot mit Favres Nr. 4 verbrannt. Der Rest der im Restaurant befindlichen Artikel wird gespendet.
Gewinnt Favre gegen alle?
So oder so, die Partie Montag nacht im Metrodome von Minnesota stellt den Rest des Spieltags in den Schatten.
Auch weil Brett Favre neben der Revanche an den Packers Historisches leisten könnte. Als erster Spieler der Geschichte hätte er gegen alle 32 Teams der National Football League gewonnen.
Karl Huber














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