

Freude auch ohne "Land der Berge"

- ÖJV-Medaillen-Trio: Mitterfellner, Filzmoser und Paischer (von links)
Wien – Spätestens seit den TV-Werbespots von "Team Rot-Weiß-Rot“ weiß wohl ganz Österreich, dass Ludwig Paischer kein begnadeter Sänger ist.
Dennoch hätten heimische Judo-Fans am ersten Tag der Europameisterschaften im Wiener Dusika-Stadion ihn gerne die Bundeshymne singen hören.
Aufgrund der Final-Niederlage gegen Sofiane Milous ertönte bei der Sieger-Ehrung der Klasse bis 60 kg aber die "Marseillaise“ statt "Land der Berge“.
Nur hören, nicht singen
Ebenfalls ganz nah dran am obersten Podest war Sabrina Filzmoser. Die Welserin sorgte mit Silber nach Paischer und Andreas Mitterfellner (Bronze bis 66 kg) für die dritte Medaille des für den ÖJV sehr erfolgreichen Auftakt-Tages.
Aber genau wie bei "Lupo" liegen auch bei der 29-Jährigen die Qualitäten nicht im gesanglichen Bereich.
"Ich hätte bei der Bundeshymne sicher nicht mitgesungen“, meinte Filzmoser im Gespräch mit LAOLA1 mit einem leicht gequälten Lächeln. "Aber gehört hätte ich sie schon gerne.“
Die Niedergeschlagenheit stand Filzmoser nach dem verlorenen Finale gegen die Rumänin Corina Caprioriu ins Gesicht geschrieben.
Favoritensterben bis 57 kg
Das Favoritensterben in ihrer Gewichtsklasse hatte sie zuvor noch mit leichtem Wohlwollen beobachtet.
Mit Giulia Quintavalle (ITA), Morgane Ribout (FRA) und Telma Monteiro (POR) verabschiedeten sich die Olympiasiegerin, die Weltmeisterin und die Europameisterin bereits in der Vorrunde.
"Bei Großereignissen ist es oft der Fall, dass du nicht vorhersagen kannst, wer nach vorne kommt“, hielt sich bei Filzmoser die Verwunderung in Grenzen.
Der Trendsetter und sein Gefolge
Alle Spuren von besagtem Wohlwollen waren aber spätestens verflogen, als auch im Finale mit Filzmoser die favorisierte Kämpferin verlor.
"Dabei wollte ich vor dieser tollen Kulisse unbedingt gewinnen“, sagte die Bodenspezialistin mit wehmütigem Kopfschütteln. "So eine Chance bekommst du nie wieder."
Anders hingegen "Silber-Kollege“ Paischer, der wenige Momente nach der Siegerehrung bereits zu den ersten Scherzen aufgelegt war: "Warum muss mir Sabsi auch immer alles nachmachen?!“
Der Salzburger, für den es bereits sein zehntes Edelmetall bei Großereignissen war, spielte damit auf den historischen Gold-Doppelschlag vor zwei Jahren an, als das Duo in Lissabon binnen weniger Minuten zwei EM-Titel holte.
Freude mit Verzögerung
Dass es diesmal nur zu Silber reichte, ging aber auch am ehrgeizigen 28-Jährigen nicht ganz spurlos vorüber. "Am Anfang habe ich mich geärgert. Ich wäre auch ein schlechter Kämpfer, wenn ich mich über ein verlorenes Finale freuen würde.“
























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