

"Kretzschmar meldete sich via Facebook"

- Robert Weber ist sowohl in Magdeburg als auch im ÖHB-Team am Flügel gesetzt
Wien - Robert Weber ist eine der größten Handball-Hoffnungen unseres Landes.
In Hard aufgewachsen und den Sprung zum Nationalspieler geschafft, wagte er 2008 den Schritt in die deutsche Bundesliga zu Balingen.
Mittlerweile ist der pfeilschnelle Rechtsaußen beim Traditionsklub SC Magdeburg unter Vertrag.
Bei LAOLA1 spricht der Nationalspieler über Jobsuche via Facebook, sein Verhältnis zu Handball-Ikone Stefan Kretzschmar und die Situation im Nationalteam.
LAOLA1: Robert, du bist nun seit knapp drei Monaten in Magdeburg. Wie gefällt es dir?
Robert Weber: Es ist der Hammer. Ich fühle mich hier sowohl sportlich als auch privat sehr wohl.
LAOLA1: Über deinen Weggang aus Balingen ranken sich einige Gerüchte. Kannst du Licht in die Sache bringen?
Weber: Es war so, dass ich nur ein Jahr Vertrag hatte mit einer Option auf Verlängerung. Diese Option galt für beide Seiten. Als der Verein auf mich zu kam, um mit mir über das Thema zu sprechen, habe ich um drei Wochen Bedenkzeit gebeten, da ich mich auch anderweitig umschauen wollte. Der Klub wollte mir diese Zeit nicht geben, da war die Sache für mich klar.
LAOLA1: Und wie ist der Kontakt zu Magdeburg entstanden?
Weber: Der damalige sportliche Leiter der Magdeburger, Stefan Kretzschmar, hatte nur wenige Tage nach meinem Entschluss Balingen zu verlassen via Facebook mit mir Kontakt aufgenommen.
Zuerst haben wir nicht über eine Verpflichtung gesprochen, sondern er erkundigte sich schlicht über die Situation in Balingen und warum ich nicht bleiben wollte. Als dann Christian Sprenger den Verein Richtung Kiel verließ, hatten die Magdeburger plötzlich Bedarf nach einem Rechtsaußen und so ist der Deal dann zu Stande gekommen.
LAOLA1: Kretzschmar ist ja mittlerweile nicht mehr beim Verein. Wie schlimm ist der Abgang dieser Gallionsfigur für dich als Spieler, nachdem er dich zum Verein gelotst hat.
Weber: Ich hatte nach meiner Unterzeichnung nicht viel mit ihm zu tun. Ich war gerade mal zwei Monate im Verein als er Magdeburg verlassen hat. Jetzt sehe ich ihn noch hin und wieder, wenn er fürs deutsche Sportfernsehen unsere Spiele kommentiert. Dann sagt man sich kurz „Hallo“, spricht ein, zwei Sätze, aber das war es dann.
LAOLA1: Jetzt bist du seit drei Monaten in Magdeburg. Gibt es einen Unterschied zwischen deinem neuen Arbeitgeber und deinem alten?
Weber: Riesige Unterschiede. Das Leistungspotential in Magdeburg ist eine Klasse höher als in Balingen.
LAOLA1: Der Anspruch, den Tabellenplatz betreffend dürfte auch ein anderer sein.
Weber: Auf jeden Fall. Balingen spielt gegen den Abstieg, das werden wir wohl nicht. Die Vereinsführung hat als Saisonziel einen einstelligen Tabellenplatz ausgegeben und das wollen wir auch erreichen.
LAOLA1: Wie wichtig war der Auswärtssieg in Düsseldorf für das Team, nachdem ihr aus fünf Spielen nur einen Sieg holen konntet?
Weber: Dieser Erfolg war immens wichtig, gerade weil wir zuvor gegen eine Mannschaft in unserer Reichweite, die Füchse Berlin, zu Hause Punkte liegen gelassen haben. Wir wollten Wiedergutmachung betreiben und das ist uns zum Glück gelungen. Zudem ist jedes Auswärtsspiel in dieser Liga schwer, daher sind diese Punkte besonders hoch einzuschätzen.
LAOLA1: Bei Düsseldorf und Berlin spielen mit Patrick Fölser und Konrad Wilczynski zwei Nationalteamkollegen von dir. Ist es etwas besonderes gegen deine Landsmänner zu spielen?
Weber: Ich habe gegen beide schon so oft gespielt, gegen Conny sogar noch in der HLA, sodass diese Spiele für mich kein spezielles Erlebnis mehr sind. Hinterher trifft man sich selbstredend noch auf ein Bier in der Kabine oder vor der Halle.
LAOLA1: Und wie war es gegen den Teamchef zu spielen. Fühlt man sich genauer beobachtet?
Weber: Ich habe zwar gegen Berlin fünf Tore erzielt, jedoch glaube ich nicht, dass Dagur (Anm: Sigurdsson) nur ein Spiel von mir bewertet. Er legt Wert auf Kontinuität und ich denke, die habe ich in der Bundesliga bewiesen.
LAOA1: Du scheinst deinen Stammplatz auf Rechtsaußen sowieso fix zu haben. Dahinter kämpfen Richard Wöss und Michael Knauth um ein WM-Ticket. Wer ist dir lieber?
Weber: Ich verstehe mich mit beiden gut und ich würde es super finden, wenn wir alle drei zur EM fahren würden. Wir haben ein tolle Achse, die sich auch außerhalb des Platzes super versteht. Jetzt beim Vier-Nationen-Turnier in Linz ist Michi Knauth im Team.
LAOLA1: Und wen würdest du am liebsten auf Halbrechts sehen? Kannst du mit Lucas Mayer oder Martin Abadir besser?
Weber: Schwere Frage. Es sind unterschiedliche Typen, die beide ihre Qualitäten haben. Ich habe bessere Erfahrungen mit Abadir gemacht, aber bei ihm ist es immer eine kleine Lotterie, ob er fit ist oder nicht. Wenn er gesund bleibt, ist er der richtige Mann für den Job. Zuletzt hat er 15 Tore in einem Spiel gemacht. Ich hoffe nur, dass er sein ganzes Pulver nicht schon vor der EM verschießt.
LAOLA1: Was glaubst du, was für euch bei der Heim-EM drin ist?
Weber: Wir haben mit Serbien und Island zwei schlagbare Gegner in unserer Gruppe gegen die wir mindestens einen Sieg holen müssen. Dänemark ist außen vor, die werden die Gruppe gewinnen.
Ich denke, wir schaffen es in die Hauptrunde.
LAOLA1: Ist da auch ein wenig Zweckoptimismus dabei?
Weber: Das ist es in keiner Weise. Wir haben genügend Bundesligaspieler in unseren Reihen. Der Aufstieg ist ein realistisches Ziel.
Das Gespräch führte Sebastian Rauch












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