

Maly: "Ich bin kein Streithansl"

- Nur an der Seitenlinie auf und ab zu hüpfen war Christian Maly zu wenig
Wien – Bei Hypo Niederösterreich geht es drunter und drüber.
Ausgangspunkt des Tohuwabohus: Der Ramm-Skandal des damals noch als Trainer tätigen Gunnar Prokop im Heim-Spiel gegen Metz.
Seitdem ist der Klub aus Maria Enzersdorf nicht mehr zur Ruhe gekommen.
Der Absturz
Es folgte eine horrende, für den Klub angeblich sogar existenzbedrohende Strafe durch den europäischen Verband und eine Drei-Jahres-Sperre für Macher Prokop. Einspruch wurde erhoben.
Damit noch nicht genug, wurde der neue Trainer Christian Maly nach nur einer Partie (24:35 bei Krim Mercator) wieder entlassen. Sportdirektor Prokop dazu: „Die Harmonie fehlte“.
Nach dem 26:28 am Wochenende bei Metz droht nun sogar das Scheitern in der Gruppenphase der Champions League. Im Augenblick liegt man dort nur auf Rang drei.
Noch im Plansoll
„Die Niederlage in Frankreich hat an der Ausgangslage nichts geändert“, ist „Sechs-Tage-Coach“ Christian Maly bei LAOLA1 weiterhin vom Aufstieg der Südstädterinnen überzeugt.
Denn die für ein Weiterkommen benötigten Zähler seien ohnehin für die verbleibenden beiden Heimspiele gegen Schlusslicht Aalborg (9. Jänner) und Krim Mercator (15. Jänner) eingeplant gewesen.
Dass durch die Pleite in Metz der Druck für Interimscoach Ferry Kovacs größer geworden ist, kann aber auch Maly nicht leugnen.
Hinzu kommt, dass man den budgetierten Aufstieg in die K.o.-Phase nicht mehr in der eigenen Hand hat und auf einen Punktverlust der Französinnen angewiesen ist.
Der nicht-gewollte Alex Ferguson
Der Ärger bei Maly über sein viel zu kurzes Gastspiel als Hypo-Trainer ist noch nicht verraucht. „Prokop hat keine Handschlag-Qualität“, ist er enttäuscht.
Außerdem: Was heißt hier Trainer? „Wenn ein Trainer bei einem Klub keine einzige Einheit gemacht hat, dann kann er auch nicht als solcher entlassen werden“, will der 48-Jährige die Sachlage berichtigen.
Der ehemalige West-Wien-Stratege war von Prokop lediglich als Coach während des Spiels vorgesehen. Maly: „So wie Alex Ferguson bei Manchester United.“
"Falsche Entscheidung“
Das Sagen in den Trainingseinheiten sollte aber weiterhin die koreanische Spielmacherin und Spielertrainerin Seong-ok Oh haben. Diese – wie Maly es nennt - „Beobachter-Rolle“ war ihm aber zu wenig.
„Ich hatte ein Konzept im Kopf, mit dem ich helfen wollte, Hypo Niederösterreich wieder zum Weltmarktführer im Frauen-Handball zu machen. So sind wir aber nicht ins Geschäft gekommen“, bezeichnet Maly seine Entlassung als „falsche Entscheidung“ Prokops.
Dessen vorgeschobenen Grund, dass die Harmonie zwischen Team und Trainer gefehlt habe, wehrt Maly ab: „Ich bin doch kein Streithansl. Schließlich hat man mich geholt, um in der Not zu helfen.“
Ob der voreilige Zug Hypos fair war, darüber will er gar nicht erst nachdenken: „So etwas wie Fairness gibt es im Profi-Sport nicht.“
Reinhold Pühringer











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