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11.11.2009, 13:53 Uhr

EHF-Strafen als Anfang von Hypos Ende?

Für Gunnar Prokop ist das letzte Wort in der Causa noch nicht gesprochen

Wr. Neudorf - Die Strafen, die der Europäische Handball-Verband (EHF) im Fall Gunnar Prokop ausgesprochen hat, könnten für Hypo Niederösterreich im schlimmsten Fall eine existenzielle Bedrohung darstellen.

Der Manager hatte im Spiel der Champions League gegen Metz eine französische Spielerin attackiert, um seiner Mannschaft das 27:27 zu retten.

Das deutete der Handball-Zampano vor dem Rückspiel gegen die Französinnen an.

Loch im Budget

Auf die Frage, ob das Urteil sein Lebenswerk bedrohe, antwortete Prokop: "Möglicherweise. Vielleicht war es auch das Ziel der EHF. Ich werde jedenfalls gegen die Strafen kämpfen, mich wird es weiter geben und ich werde weiter die Clubfäden ziehen."

Der Europa-Verband hat nach der Attacke des inzwischen zurückgetretenen Trainers auf eine Metz-Akteurin den Funktionär für drei Jahre gesperrt, ihm und dem Verein 45.000 bzw. 30.000 Euro Geldstrafe aufgebrummt.

Es ist kein Geheimnis, dass auch die Südstädterinnen in wirtschaftlichen harten Zeiten mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Im Vorjahr klaffte ein Loch von etwa 150.000 Euro im Budget.


Auch deshalb hatte sich Prokop ab heurigem Juli einen neuen Trainer als Nachfolger des Ungarn Andras Nemeth erspart und sich selbst auf die Bank gesetzt, auf der er nun nie wieder Platz nehmen wird. Bleiben die Geldbußen aufrecht, wird es für Hypo abseits des Spielfeldes eng.

"Urteil kann nicht halten"

Aber es ist noch gar nicht sicher, ob es bei den drastischen Strafen bleibt. Prokop lässt von seinen Rechtsanwälten derzeit den Einspruch ausarbeiten, der kommende Woche und fristgerecht an die EHF geschickt werden wird.

"Das Urteil kann nicht halten, nur gegen den Verein exekutiert werden, weil man ihn auch sperren könnte. Wenn ich vor ein ordentliches Gericht gehe, verliert die EHF", glaubt der 69-Jährige.

In den EHF-Bestimmungen sei als höchste Geldstrafe 15.000 Euro vorgesehen, nach ähnlichen Fällen wären außerdem viel geringere Strafen verhängt worden.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Hypo-Manager an den Montenegriner Trainer Veselin Vujovic, der wegen einer Attacke auf einen Referee und Beleidigung im November 2008 nur zu einem Jahr Sperre und 3.000 Euro verurteilt worden ist.

EHF-Verwarnung als Motivation

Er würde bis zum Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gehen, obwohl dieser von der EHF nicht anerkannt werde.

Als unfair empfindet es Prokop zudem, dass Hypo im Heimspiel gegen Metz wegen eines auf dem Spielfeld aufgeklebten Firmennamens (trenkwalder) eine EHF-Verwarnung erhielt, mit möglichen Regressansprüchen zu rechnen habe sowie zuletzt gegen Krim in Laibach kein einziger der offiziellen EHF-Sponsoren in der Halle präsent gewesen wäre.

"Aber das sind alles Motivationsschübe für mich", meinte Prokop, dessen Schützlinge am Freitag vor der Abreise nach Laibach (24:35-Niederlage) von den Doping-Testern Besuch hatten.

Prokop bleibt daheim

Wie schon zuletzt nach Slowenien wird Prokop auch nicht nach Metz mitreisen.

Das Coaching liegt wieder in den den Händen des neuen, interimistischen Trainers Christian Maly, dem früher der Ruf eines Peitschenknaller vorausgeilt war, der schon einmal als im Betreuer-Stab Hypos (1981 bis 1988) war und Union Westwien mit 52 Spielen ohne Niederlage von der dritten in die oberste Liga geführt hat.

Erst nach der Rückkehr aus Frankreich - wenn die Champions League bis 9. Jänner Pause macht - wird entschieden, wie und ob es mit dem 48-jährigen Wiener und Hypo weitergeht. Vorerst leitet Spieler-Trainerin Seong-Ok Oh das Training.

"Mit dem Umsetzen ihrer auf hohem Niveau stehenden Handball-Philosophie tun sich die Spielerinnen noch schwer", erzählte Prokop, der derzeit auch für Deckungsvarianten keine Chance sieht. Auch deshalb, weil mit Marion Limal und Francine Cararo zwei Neue in der Abwehr stehen.



Quelle: LAOLA1.at

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