Innichen/Südtirol - Die Revanche für das mittelmäßige Abschneiden zum Weltcupauftakt ist den österreichischen Skicrossern beim zweiten Rennen in Innichen in Südtirol nicht gelungen.
Im Gegenteil, es gab am Dienstag im erfolgsverwöhnten ÖSV-Team wieder lange Gesichter.
Thomas Zangerl wurde wie schon am Montag als bester Österreicher Achter, Karin Huttary holte sich Platz zehn.
Analyse soll Klarheit bringen
Die Siege gingen wie schon am Vortag an die Schwedin Anna Holmlund und den Schweizer Michael Schmid.
"Was genau los war, müssen wir erst genau aufgrund des Videomaterials analysieren", sagte Sportkoordinatorin Sabine Wittner, die aber sofort zugab, dass die Platzierungen sicher sehr enttäuschend seien.
"Optisch waren keine Fehler zu erkennen."
Auf der Ziellinie noch abgefangen
So überstanden zwar die vier am Start gestandenen Damen die Qualifikation am Dienstagvormittag, bei den Herren schafften aber wie am Vortag mit Zangerl und Weltmeister Andreas Matt nur zwei ÖSV-Athleten den Sprung in den Hauptbewerb.
Die 30-jährige Huttary war alles andere als zufrieden. Nach einem leichten Fehler im Finish des Viertelfinales wurde die Innsbruckerin an zweiter Stelle liegend auf der Ziellinie noch um einen halben Meter abgefangen.
"Ärgerlich", gestand Huttary, "aber nach meiner Knieoperation merke ich zumindest, dass ich beim Start wieder dabei bin, dass das Knie hält und dass der 'fighting spirit' wieder voll da ist."
"Voll cool"
Jubel gab es hingegen bei der 20-jährigen Oberösterreicherin Andrea Limbacher, die bei ihrem Skicross-Debüt als Quereinsteigerin den elften Platz holte.
"Voll cool, mehr als ich erwartet habe", sagte Limbacher, die erst Ende des Winters der vergangenen Saison bei einem Landesrennen entdeckt worden war und noch in keinem Kader untergekommen ist.
Für "Team-Mama" Katharina Gutensohn (25.) und für die Steirerin Katrin Ofner (24.), am Montag noch Elfte, war bereits nach der ersten Runde Endstation gewesen.
Während Gutensohn immer noch an den Folgen ihrer Kreuzverletzung aus dem Training laborierte, verhaute Ofner den Start total. "Schrecklich, danach ging gar nichts mehr", bekannte sie.
Schwerer Sturz
Der 26-jährige Vizeweltmeister Zangerl vergab eine bessere Platzierung im kleinen Finale als er sofort nach dem Start in der ersten Kurve mit dem Schweizer Beni Hofer kollidierte und schwer zu Sturz kam.
Nach minutenlanger Erstversorgung am Parcours konnte der Walchseer aber Entwarnung geben: "Nichts ist passiert".
Weltmeister Andreas Matt (12.) scheiterte jedoch schon im Viertelfinale. Seine Chance vergab der Arlberger, als er leicht neben die Piste kam und beim anschließenden Sprung mit dem tschechischen "Mister Skicross" Thomas Kraus kollidierte, der den Weltmeister dabei mit seinen Ski-Kanten den Rennanzug aufschnitt.
"Trotzdem bin ich zufrieden", sagte der Arlberger, "weil vom Skifahren bin ich dabei. Ich weiß, dass ich schnell bin. Das nötige Glück fehlt noch."
Der falsche Schnee
Nationaltrainer Mario Rafetzeder konnte nach den Weltcuprennen in Innichen, die Gründe für das unerwartet schwache Abschneiden seiner Schützlinge kurz nennen.
"Genaue Video-Analysen stehen zwar noch bevor. Aber dieser aggressive Schnee war nichts für uns, vielleicht haben wir in der Skipräparation etwas daneben gegriffen", sagte der Schladminger, der hofft, dass es in den kommenden Rennen wieder vermehrt eisige Pisten geben wird.
Die Hoffnungen der Österreicher liegen nun beim nächsten Rennen, dem Heimweltcup in St. Johann/Oberndorf am 5. Jänner.
"Dort ist der Parcours sicher schwieriger", ist Wittner überzeugt. "Er ist länger, es gibt auch genügend Steilkurven, das Überholen ist einfacher."
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