


Wer wird neuer Liga-Präsident?
Der heimische Fußball steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung.
Nicht etwa, weil Österreich am Mittwoch im Happel-Stadion den Europameister fordert. Laut Rapid-Trainer Peter Pacult handelt es sich dabei eh nur um ein „Gurken-Spiel“.
Viel wichtiger wird sein, wer vor dem Länderspiel als neuer (alter?) Liga-Präsident (die Kür erfolgt am 7. Dezember) vorgeschlagen wird.
Am Mittwoch wird die Wahlkommission der Bundesliga die Präsidenten-Konferenz über mögliche Kandidaten informieren.
Wie es derzeit aussieht, läuft alles für Dietmar Hoscher, den Chef von Liga-Sponsor tipp3.
Unabhängig von der Person sollten sich die Klub-Präsidenten überlegen, ob es strategisch klug ist, den Boss des Bewerbs-Sponsors zu ihrem Chef zu küren.
Noch dazu, wo wichtige TV-Verhandlungen anstehen, und der ORF bekanntlich an den Lotterien beteiligt ist. Besonders brisant: ORF-Generaldirektor Wrabetz und ÖFB-General Ludwig sitzen im Aufsichtsrat der Lotterien.
Friedrich Stickler hat seinen Job als ÖFB-Präsident einst hingeschmissen, weil er Beruf (Generaldirektor-Stellvertreter der Lotterien) und ÖFB nicht mehr unter einen Hut bringen konnte oder wollte. Ist das für Dietmar Hoscher kein Problem?
Übrigens: Casino-Generaldirektor Karl Stoss ist soeben seinem Vorgänger Leo Wallner als Chef des Österreichischen Olympischen Comites ÖOC nachgefolgt (Stichwort: „Erbrecht“ im österreichischen Sport). Ein bisschen sehr viel Glücksspiel wie ich meine, oder sind die Herren mit ihren hochbezahlten Lotterien-Jobs nicht ausgelastet?
Der ehemalige SPÖ-Abgeordnete im Nationalrat und Bundesrat Hoscher - war unter anderem in den Jahren 1997 und 1998 Kabinettsmitglied von Finanzminister Rudolf Edlinger - ist nebenbei auch Vorsitzender des Rapid-Kuratoriums .
Komisch, dass Rapid-Präsident Edlinger, der sowohl Stronach als auch dem aktuellen Präsidenten Martin Pucher stets eine Unvereinbarkeit vorwarf, mit einem möglichen Liga-Präsidenten Hoscher keinerlei Probleme hat.
Genau deshalb sollten sich alle (!) Vereinsverantwortlichen in den nächsten 48 Stunden schleunigst ihren Kopf darüber zerbrechen (Gibt es eigentlich ein Anforderungsprofil für den neuen Liga-Boss?), ob die Lösung Hoscher wirklich das Gelbe vom Ei ist - abgesehen von der extrem schiefen Optik, sollte in Zukunft der Chef eines Sportwettenanbieter den Liga-Laden führen.
PS: Am Dienstag wurde die Schonfrist für die Vereinsverantwortlichen verlängert. Wegen einen Erkrankung von Bundesliga-Präsident Martin Pucher wurde die Präsidentenkonferenz auf den 27. November verschoben.
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