"Oliver war einer meiner ersten Schützlinge"

- Gilbert Schaller und Oliver Marach spielten vor 10 Jahren gemeinsam Doppel
Wien - Knappe vier Jahre (Mitte 1998 bis Anfang 2002) war Gilbert Schaller für die sportlichen Belange von Oliver Marach tätig.
"Damals hatte ich noch meine Akademie in Graz und Oliver war einer meiner ersten Schützlinge", erinnert sich der jetzige ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän im Gespräch mit LAOLA1 zurück.
Staunen über Marach
"Dass er es im Doppel einmal zum Masters schafft, hätte ich aber nie gedacht", staunt auch die ehemalige Nummer 17 der Welt über die sensationelle Saison des 29-jährigen Steirers.
Seine ersten Schritte im Doppelbewerb auf der Herren-Tour unternahm Marach mit seinem damaligen Coach, der kurz davor seine Einzel-Karriere beendete.
"Oli hat mich mitgeschliffen"
"Da feierte Oli seine ersten Erfolge. Das spricht ja auch für ihn: Ich bin ja nicht wirklich der große Doppel-Spezialist gewesen und trotzdem haben wir einiges gewonnen", schmunzelt Schaller. "Da hat er mich ordentlich mitgeschliffen."
Highlights des Doppel-Duos Marach/Schaller waren unter anderem das Kitzbühel-Viertelfinale 2000, der Staatsmeister-Titel 2000, und ein Future-Turniersieg in Italien.
Mittlerweile hat sich die Beziehung zwischen den beiden Steirern Marach und Schaller etwas abgekühlt. "Ich habe ihm damals beim Davis-Cup-Duell gegen Argentinien nicht nominiert. Das hat ihn ziemlich enttäuscht. Seitdem haben wir nur unregelmäßig Kontakt."
Schlechte Aussichten für Davis Cup
Auch in Zukunft wird es Marach schwer haben, im ÖTV-Team Fuß zu fassen. "Wir haben mit Knowle/Melzer bereits ein eingespieltes Spitzen-Doppel, das in den letzten Jahren fast immer den Doppelpunkt geholt hat. Bei Oliver ist die Problematik, dass er keinen passenden österreichischen Partner hat."
Ein Doppel Knowle/Marach wäre nur auf dem Papier eine vernünftige Alternative. "Julian (Anm.: Knowle) betont immer wieder, dass er nicht mit einem Partner, der in erster Linie von der Grundlinie agiert, zusammenspielen kann."
Marachs Stärken? "Return und Aufschlag"
"Durch seine Beidhändigkeit beim Volley-Spiel ist er in seiner Reichweite begrenzt und deshalb braucht er da vorne Unterstützung, die ihm Oli nicht bieten kann. Einen Lukasz Kubot stört das nicht, da er mit seiner Länge eine große Distanz am Netz abdecken kann."
Schaller gesteht Marach allerdings zu, dass er sein Volleyspiel in den letzten Monat stark verbessert hat.
"Hätte im Einzel mehr erreichen können"
"Seine Stärken liegen aber klar beim Return und beim Aufschlag. Mit seinen - mit einem starken Drall versehenen - Returns beschäftigt er die Gegner und sein Service ist sehr variantenreich."
Bei dieser Aufzählung trauert der Davis-Cup-Kapitän auch einer mögichen Einzel-Verstärkung für das ÖTV-Team nach. "Oli hätte mit seinen Anlagen meiner Meinung auch im Einzel viel mehr erreichen können", urteilt Schaller über die ehemalige Nummer 82 der Welt.
"Marach/Kubot können sich in Top 10 halten"
Für Schaller steht auch außer Frage, dass 2009 keine "Ein-Saison-Fliege" ist. "Marach/Kubot haben das Zeug dazu, sich permanent in den Top 10 zu halten. Das haben sie spätestens in dieser Woche in London bewiesen."
"Das Wichtigste bei einem Doppel-Team ist, dass sich die beiden persönlich verstehen. Und das scheint bei Marach/Kubot der Fall zu sein."
Christian Frühwald















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