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15.10.2009, 11:03 Uhr

Mit richtiger Mischung zurück in die Top 60

Yvonne Meusburger will wieder unter die Top 60 der Weltrangliste

Linz - "Die Niederlage tut natürlich schon weh“, gestand Yvonne Meusburger nach dem Auftakt-Aus beim Generali Ladies Linz im Gespräch mit LAOLA1.

Ende des ersten Satzes sah die 26-jährige Vorarlbergerin schon wie die sichere Siegerin gegen eine von Krämpfen geplagte Urszula Radwanska aus.

Nach beinahe drei Stunden Spielzeit setzte sich dann aber doch noch die Polin durch. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie es körperlich durchhält“, zollte "Meuse“ ihrer Kontrahentin Respekt.

Nicht an WTA-Punkte gedacht

Mit einem Sieg wäre die Weltranglisten-122. wieder etwas näher an die Rückkehr in die Top 100 herangerückt. Daran hätte sie aber während des Matches keine Gedanken verschwendet. "Natürlich wäre das fein gewesen, aber während der Partie habe ich nicht an WTA-Punkte gedacht.“

"Meine Leistung war auf alle Fälle eine Bestätigung der letzten Wochen. Darauf kann ich weiter aufbauen.“

"Es gibt immer Ups und Downs"

Seit dem Sommer kann Meusburger eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Nach dem Viertelfinal-Einzug in Bad Gastein holte sie zwei Challenger-Titel in Hechingen und Trnava. Danach qualifizierte sie sich für die US Open, um danach in Mestre ein weiteres Challenger-Finale zu erreichen.

Warum es im ersten Halbjahr nicht nach Wunsch klappte? "Es gibt immer Ups und Downs. Das ist im Sport nun mal so. Es gibt immer Zeiten, in denen es nicht so gut läuft. Wichtig ist, dass man dranbleibt, sich zurückkämpft und sein Niveau weiter anheben kann“, erklärt die ehrgeizige Voralbergerin.

Training mit Patricia Mayr in Seefeld

Für den Erfolg schwitzt Meusburger weiterhin in Seefeeld in der Tennis-Akademie von Hakan Dahlbo, der mit Patricia Mayr erst vor Kurzem eine neue Top-Spielerin in die Top 100 brachte.

"Das ist natürlich für mich auch gut. Schließlich ist es super, wenn man gute Trainingspartner hat. Auch wenn Patricia sehr viele Turniere spielt und nicht oft in Seefeld ist. Im Aufbau für die kommende Saison werden wir aber viel miteinander trainieren.“

Drei Steps

Bei den Australian Open will die ehemalige Nummer 60 der Welt wieder fix im Hauptbewerb stehen. Danach steht die Rückkehr in die Top 100 auf dem Programm, ehe als drittes Teilziel die Top 60 feststehen.

"Diese drei Steps verfolge ich mittelfristig. Danach werde ich weiterschauen. Zeitlichen Druck will ich mir aber keinen auferlegen. Tennis spielen macht mir Spaß - das ist das Wichtigste!“

Die Rückkehr in die Top 60 sollten dank der damals gewonnen Erfahrungen aber leichter vonstatten gehen, als beim ersten Mal.

"Man lernt extrem viel, wenn man da oben steht und zu den Besten der Welt gehört. Man lernt andere Spieler kennen, kann mit ihnen trainieren und hat alleine dadurch mehr Selbstvertrauen.“

Qualifikationen sind riskant

Warum Meusburger in diesem Jahr trotzdem in erster Linie Challenger-Turniere spielte und sich nicht öfter in der Qualifikation eines WTA-Turniers versuchte?

"Das ist sehr riskant. Wenn man nicht einen Lauf kriegt und weit kommt, holt man in der Qualifikation sehr wenig Weltranglistenpunkte. Da muss man eine gute Mischung machen.“

Die Dichte im Damentennis ist freilich immer größer geworden. "Früher hat man bei einem 25.000er oder 50.000er in der ersten Runde leichte Gegner gehabt. Jetzt muss man von Beginn an alles geben!“

Bewunderung für Clijsters

Eine Kim Clijsters, die aus der Karenz heraus die US Open gewann, widerspricht dieser Theorie nicht. „Sie ist einfach eine Ausnahme-Spielerin. Tennis spielen verlernt man ja nicht. Wenn ein Djokovic ein Jahr Pause macht, dann ist er genauso schnell wieder zurück in der Weltspitze.“

Eine Babypause wäre aber auch für Meusburger nicht gänzlich unvollstellbar. "Warum nicht? Jetzt bin ich aber wahrscheinlich schon zu alt dafür“, lacht die Vorarlbergerin, die eine langjährige Beziehung mit ihrem finnischen Freund Heikki Raevaara führt und auch gemeinsam mit ihm in einer Wohnung wohnt.

Praktischerweise arbeitet dieser in Seefeld in der Tennis-Akademie als Trainer. "Da können wir natürlich viel gemeinsam machen. Training, Fitnesskammer und so weiter. Ab und an spielen wir natürlich auch eine Sparring-Session gegeineinander.“

Duelle gegen den Freund

Wer gewinnt das Beziehungsduell? "Leider noch er. Aber ich arbeite daran!“ zeigt sich "Meuse" gewohnt kämpferisch. Wenn das gelingt, sollte es auch mit der Rückkehr in die Top 60 klappen.

Den Grundstein dafür will sie in den nächsten Wochen legen. "Da ich im vergangenen Jahr ab dem 2. November keine Turniere mehr gespielt habe, kann ich jetzt noch voll punkten."

"Nächste Woche spiele ich in der Luxemburg-Qualifikation danach bin ich bei den Challenger-Turnierein in Ortisei und Ismaning. Je nach Verlauf hänge ich vielleicht noch ein Turnier an."

Aus Linz berichtet Christian Frühwald

Quelle: LAOLA1.at

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